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Mittwoch, 15. Februar 2017

EU: Mit dem Schinken nach der Wurst

Nun wird alles gut. Nach zehn verlorenen Jahren in der Wirtschaft der meisten Länder der EU lebt der Traum fort fort, nun endlich einmal Wachstum zu produzieren, das über dem der USA liegt. Die Verheißungen darauf sind immerhin schon mal da.


Es ist eine Geschichte von Schinken und von Wurst, die die EU-Kommission auspackt, kurz bevor es in den Niederlanden, in Frankreich und schließlich auch in Deutschland zu einem massenhaften Votum gegen die zusehends „erodierende“ (Lammert) Gemeinschaft kommen könnte. „Wachstum überall“ sieht die Kommission, die damit ihre eigenen Beschwörung vom letzten Sommer, ein Brexit werde die ohnehin schwierigen Zeiten noch schwieriger machen, wieder zurück in die Tube drückt.

Jetzt passt es viel besser, ein wenig Licht hereinzulassen in die dunklen Hallen der Gemeinschaft, die an sich inzwischen beinahe selbst ebenso zweifelt wie die Bundesregierung an Donald Trump. was immer auch versucht wird, offenbar gelingt es nicht, Wähler mit düsteren Prognosen von dem abzuhalten, was sie ohnehin tun: Auf schreckliche Populisten hereinfallen, die im Gegensatz zu gestandenen Europa-Rettern wie Elmar "die Lok" Brok („Wir brauchen eine bessere Union“) nur ganz einfache Lösungen für komplizierte Probleme präsentieren ("raus aus der Union").

All das, so sagt die Kommission jetzt, „beeinflusst die Konjunktur in den Mitgliedstaaten bislang offenbar nicht“. Im Gegenteil: Erstmals seit zehn Jahren - also die halbe Zeit ihrer Existenz - prognostiziert die EU-Kommission"Wachstum in allen Staaten der Eurozone". Für das laufende Jahr verspricht die Kommission einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent, für 2018 "sogar" (Die Welt) 1,8 Prozent. Damit erhöht sie ihre Vorhersagen für die 19 Euro-Staaten um jeweils 0,1 Prozentpunkte – eine Größenordnung innerhalb der Fehlertoleranz, die nach historischer Erfahrung bei EU-Vorhersagen bei etwa 0,5 Prozent liegt.

Doch für die Brüsseler Behörde sind diese Zahlen ein Erfolg, denn sie machen positive Schlagzeilen. Begeistert feiert eine ganze Branche das versprochene „Wachstum“, das verbunden sein wird, so die EU, mit einem spanischen Haushaltsdefizit von 3,5 Prozent in diesem und einem französischen von 3,1 Prozent im kommenden Jahr und einer Nullzins-Politik der EZB, durch die Europa inzwischen im fünften Jahr mit kostenlosem Geld überschwemmt wird.

Das hätte der Theorie zufolge eigentlich wenigstens annähernd so viel Wachstum produzieren sollen, wie es die Realwirtschaft inflationiert. Stattdessen aber hat es die Preise auf den Wertpapiermärkten nach oben getrieben und den Außenwert des Euro nach unten. Das bisschen "Wachstum", das die EU-Kommission nun feiert, ist nur die Wurst, die runterfällt, nachdem der Schinken weggeworfen worden ist.




Kommentare:

Sauer hat gesagt…


Diese Prognosen werden nur erstellt, um das doofe Publikum zu unterhalten. Ein besonderer Wert wird ihnen schon von den Prognostikern nicht unterstellt. Die hauen sich bereits bei der Prognoseerdichtung vor Gelächter über die dusseligen Esel, als da sind Politiker und Journalisten, die den Quatsch auch noch bekakeln, auf die Schenkel, respektive Schinken, und versichern sich gegenseitig, daß sowieso alles wurscht ist.

Volker hat gesagt…

So was kommt von so was.