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Samstag, 22. Juli 2017

Gott will es: Kirche beharrt auf Glutenpflicht für Gläubige

Irgendwo hat Modernisierung ihre Grenzen: Gott besteht weiter auf glutenhaltiger Ernährung, auch für Kranke.

Es ist die Geißel der Moderne, ein Klebereiweiß aus Proteinen, das im Samen einiger Arten von Getreide lauert und gemeinsam mit Lipiden und Kohlenhydraten die modische Zöliakie auslöst, eine entzündliche Erkrankung der Darmschleimhaut mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen. Betroffene müssen bei Starbucks nach glutenfreier Milch fragen, sie sind gezwungen, glutenfreies Bier zu trinken, und selbst wenn nur eine nicht-zöliakische Glutensensitivität vorliegt, gelten die sonst unauffälligen Mitbürger schnell als besonders anspruchsvolle, verwöhnte oder überempfindliche Partygäste.



Die Katholische Kirche hat dem Trend zur vegetarischen Extrawurst für angebliche Glutenreaktoren jetzt allerdings ein unmissverständliches Stoppzeichen gesetzt. Papst Franziskus machte in einer Botschaft an alle Gläubigen klar, dass Gott darauf bestehe, glutenhaltiges Brot beim Abendmahl zu reichen. "Glutenfreies Brot ist beim Abendmahl in der katholischen Kirche nicht zugelassen", erinnerte der Vatikan in einem Rundbrief an die Bischöfe.

Gott kennt die Seinen


Das gelte auch für Zöliakie-Erkrankte, bei denen bereits kleinste Mengen des Klebereiweißes schwerwiegende Reaktionen des Immunsystems auslösen. Laut Vatikan könne darauf keine Rücksicht genommen werden, da Gott selbst sowohl Brot als auch Gluten als auch die Zöliakie erdacht und erfunden habe. Der Rundbrief aus dem Vatikan erinnert in diesem Zusammenhang an den Albigenserkreuzzug (1209 bis 1229), in dem Papst Innozenz III. die katharische Gegenkirche niedergeschlagen hatte. Als nach der Eroberung von Béziers die Frage stand, wer zu erschlagen sei, weil nicht zu erkennen war, wer genau zu den verketzerten Gegnern der einzigen wahren Kirche gehörte, entschied der päpstliche Gesandte Arnaud Amaury ohne viel Federlesen: Tötet sie alle! Gott kennt die Seinen.

Wenn gottesfürchtige Hostien mit Gluten schwerwiegende Gesundheitsprobleme auslösen, dann ist auch das zweifellos Gottes Wunsch und Wille. Wichtig sei, dass die Zubereitung der Hostie "ohne fremdartige Zusätze" und ohne „Rückgriff auf Vorgangsweisen, die dem Brot seinen natürlichen Charakter nehmen“ erfolge, so der Vatikan, dessen Forcher herausgefunden haben, dass "fremdartige Zusätze" zum Ersatz der Klebereinweiße im Brot nicht Gottes Werk sind. „Hostien, die überhaupt kein Gluten enthalten, sind für die Eucharistie ungültige Materie“, heißt es deshalb dem Ukas der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Das Brot müsse ungesäuert sein und aus reinem Weizenmehl bestehen.

Glaubensechtes Brot hat Gluten


Die Entscheidung der obersten Glaubenswächter gilt als ähnlich weitreichend wie die vor zhen Jahren verfügte Abschaffung der Vorhölle durch Papst Benedikt. Die Katholische Kirche definiert hier für alle Rechtgläubigen ihren Anspruch an korrektes Brot: "Wenn Wasser zu Getreidemehl gegeben wird, dann bildet das Gluten beim Anteigen aus dem Mehl eine gummiartige und elastische Masse, der darin enthaltene Kleber entsteht beim Anteigen durch die irreversible Ausbildung einer dreidimensionalen Struktur der Proteine.

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