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Sonntag, 20. Oktober 2013

Fremde Federn: Ehrenrettung des Liberalismus


Frank Steinmeier hatte es gesagt. "Keine Vorbereitung auf große Koalition". Peer Steinbrück hatte bekräftigt. Er werde der SPD "keine große Koalition antun", so versprach der Kanzlerkandidat. Der Parteivorsitzende schwor es schon lange: Große Koalition? Nein danke! Und nun also doch, wie immer und wie hier schon vor dem Urnengang vorhergesagt: Es kommt die Große Koalition der Kämpfer um mehr Gerechtigkeit, mehr Staat, mehr Europa, die Große Koalition der Verteiler, Europaretter und Gespensterjäger.

Susanne Kablitz beschreibt die Situation direkt vor der Machtübernahme der Nationalen Front im European äußerst treffend als "Krise im Pseudo-Kapitalismus": Die etablierte Krisenpolitik jage einem neoliberalen Sündenbock nach, vom Motto "so viel Markt wie möglich, so viel Staat wie nötig" sei nur noch das "viel Staat" geblieben, auf das sich inzwischen von FDP bis Linke alle einigen könnten. Marx geht Mainstream, Kapitalismuskritik ist im Mäntelchen der Anprangerung des "Neoliberalismus" Konsens geworden. Dabei gibt es das, wogegen die große Koalition aus christdemokratischen Sozialkommunisten zu kämpfen vorgibt, in Deutschland schon lange nicht mehr - etwa im Bereich der Banken. Hier ist die Vergesellschaftung nahe vor der Vollendung: Von fünf privaten Großbanken, die einst das vierte Bein neben den öffentlichen Sparkassen in Kommunalbesitz, den staatseigenen Landesbanken und den genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken bildeten, ist nach einer über ein Jahrzehnt andauernden Verschiebungs- und Verkaufsorgie, bei der auf staatlichen Druck zuletzt die halbstaatlich gewordene Commerzbank die marode Dresdner Bank von der Allianz-Versicherung übernehmen musste, um akute Bedrohungen von den bei der liegenden Altersrücklagen von Millionen Deutschen abzuwenden, genau noch eine übrig: Die Deutsche Bank. Und selbst die gehört zu mehr als der Hälfte deutschen Kleinanlegern, Steuerzahlern mithin und Wählern.

Dessenungeachtet gilt das Institut, das im weltweiten Maßstab ein armer Zwerg ist, als Aushängeschild des Raubtierkapitalismus, den es zu bekämpfen gilt. Den Menschen gefällt das, sie mögen es, betreut zu leben und bei der Hand genommen zu werden.


Wenn Kablitz also klagt, dass Deutschland "in immer mehr Vorschriften, Gesetzen und Abgaben" ertrinke, ist das der Wunsch einer Mehrheit der Bevölkerung. Die mag es, sich an 2152 Bundesgesetze und 3312 Verordnungen mit insgesamt 88 067 Einzelvorschriften zu halten, die findet es richtig gut, dass nur noch 33,9 Prozent der Bürger Deutschlands von einem selbst erwirtschafteten Markteinkommen leben, die anderen 66,1 Prozent aber von staatlichen Zuwendungen, die sich aus Abgaben des ersten Drittels speisen. "Trotz dieser Erkenntnisse wird der Ruf nach „sozialer Gerechtigkeit“ immer lauter", staunt die Autorin, "Steuererhöhungen sollen her und bluten sollen die Reichen“. Erklärlich, denn wo eine Mehrheit von ihr profitiert, ist Umverteilung ist das alleinseligmachende Mittel zur Macht. Das Ende des Liberalismus durch eine Verächtlichmachung als kaltem, berechnenden Neoliberalismus folgt so nur einem kalten, berechnenden Kalkül: Wirtschaftliche Vernunft ikst dort, wo die Mehrheit der gesellschaftlichen Wünsche wohnt, denn dort lockt die Macht, locken Posten und Positionen.



Kommentare:

Volker hat gesagt…

Wir sollten uns nicht vormachen, die Zeit der Freiheit geht zu ende.

Sie wird von zwei Seiten in die Zange genommen.
Zum einen durch das Down-Breeding. Weil das zu langesam geht, hat unsere Elite einen Turbo eingebaut: den Massenimport ausländischer Unterschichten. Allein das gibt der Freiheit den Todesstoß. Oder glaubt jemand, mit Moslems oder Zigeunern wäre eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft möglich?

Der zweite Mechanismus ist der, den schon Polybios in seiner Staatstheorie beschrieben hat, der Übergang zur Ochlokratie. Der beginnt in dem Augenblick, wenn der Mob bemerkt, dass er mit dem Stimmzettel Zugriff erhält auf anderer Leute Eigentum. Von da an steht nicht mehr die Frage ob, sondern nur wann das System crasht. Im Moment wird die Raffgier noch teilweise befriedigt mit der Verteilung der Zuwächse. Aber wehe, wenn es keine Zuwächse mehr gibt. Dann wird enteignet, gnadenlos.

Anonym hat gesagt…

Allein schon diese Visage spricht Bände. Eine Inkarnation des deutschen ignoranten Klugscheissers reinsten Wassers. – Auch dessen Diktion hat Tradition. – Ein selbstgefälliges Herumjonglieren mit blutleeren Abstrakta, arrogante, zynische Begriffsvernebelung mit Euphemismen, dreistes Verbiegen und Verdrehen von Konnotationen. -
Dass dieser grössenwahnsinnige Ignorantenhaufen von Grün_Innen sowieso die sog. „Diskurshoheit“ hierzulande hat, ist für so ein impertinentes Grossmaul ohnehin jenseits jeden Zweifels.

Indes, bei einem Hornvieh-Volk, das einen Dauer-Gehirnvollwaschgang unterzogen wird, das im Endstadium der Verblödung liegt, dessen täglich Brot der Natsieh-Alarmisums ist, dessen Gangart fast schon der reptilischen gleichkommt, dürften solche grünen Auslassungen besonders gut reüssieren, spiegeln sie doch das Credo einer Blasrohrkriecher –Spezies wider.

Nicht von ungefähr erfreuen sich diese Öko-Scharlatane immer grösserer Beliebtheit als Erlöser und Retter von all dem unablässig von dee linksgrünfeministischen Dressurelite denunzierten und diffamierten „Pööösen“.

Ano-Nymus

Anonym hat gesagt…

Hoooooppalla, voriger Kommentar gehört zu einen Beitrag darüber, bitte ignorieren


Ano-Nymus

Kurt hat gesagt…

Das Jammern von FDP-Freunden, nun gerade und sowieso liberales Profil zeigen zu müssen und daß man jetzt in die FDP eintreten müsse, wenn man etwas für den Liberalismus tun wolle erinnert mich sehr an den Sommer `89.
Da gab es in der DDR die Reformsozialisten, die allen ernstes der Meinung waren, man könne mit dem verfaulten Vehikel SED in eine bessere Zukunft fahren. Was für ein Irrtum.
Echter Liberalismus war in diesem unserem Land schon immer Minderheitenprogramm und wird es auch bleiben. Solange die Wirtschaft bekommt, was sie will, solange läuft das weiter wie bisher.
Ansonsten wollen die Leute doch Diktatur. Ihre kleinen wohlstandsgesättigten Leben sind leer. Wie spannend muß es sein, im Widerstand zu leben. Also gebt ihnen Diktatur, auf das Würze in ihre Leben einziehe. Die heutige Generation hat lange genug den Heldensagen der Alten (Startbahn West, RAF, Weiße Rose) gelauscht. Die wollen jetzt auch mal in die Resitance. Sowas wie Stasi-Knast sitzen die doch auf einer Arschbacke ab, wo sie doch wissen, wer die Wahrheit gepachtet hat.