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Montag, 23. Oktober 2017

No-Go-Area: Kein Fußbreit falschen Faschisten

Tragisches Versehen - aber das Zeichen ist trotzdem gesetzt: Connewitzer Rollkommandos helfen, sexistische Kackscheiszwerbung zu verkaufen.
Tragisches Versehen in Sachsen: Im alternativen Stadtteil Connewitz glaubte ein Rollkommando der Toleranz, mehrere fremdrassige junge Männer seien aus dem benachbarten Thüringen gekommen, um dem wegen seines entschiedenen Eintretens für Völkerfreunschaft, Frieden und Solidarität bekannten Connewitzer Antifa-Stamm seine weltoffenen Weiber wegzunehmen. Sofort entsandte der zuständige Blockwart ein SEK zum Indie-Klub „Conne Island“, in das die Gruppe  junger Männer zuvor Einlass begehrte, um ein antirassistisches Konzert zu besuchen.

Der war nicht gewährt worden, weil in Connewitz bestimmte Kleiderregeln gelten. Wie in Saudi-Arabien ist der Dresscode alternativlos: Wer sich nicht mit Hilfe von Adidas-Turnschuhen, Jack-Wolfskin-Jacke und Levis-Jeans als entschiedener Gegner der Globalisierung zu erkennen gibt, sondern Kleidungsstücke arabischer Firmen trägt, kann hier direkt auf der Straße angeklagt, verurteilt und abgestraft werden.

Umso mehr, wenn er versucht, seine Straftat zu vertuschen. So hatten die später zur Verantwortung gezogenen sechs Jugendlichen aus Thüringen sich nach ihrer Abweisung wegen ungebührlicher Anzugsordnung an der Tür des "Conne Island" im Fanshop des Klubs T-Shirts gekauft, mit denen sie ihr unzureichend internationalistisches Gedankengut und ihre Abkunft aus einem linksregierten Bundesland verbergen wollten. Dies blieb zum Glück nicht unentdeckt, so dass die Bürgerwehr mit 20 vermummten Kämpfern mit Schlagstöcken und Pfefferspray sofort ausrücken konnte. Die Genossen stellten die Eindringlinge und schlugen eine junge Frau und fünf junge Männer mit Flaschen und Stöcken zusammen, bis sie schwer verletzt liegenblieben.

Eine entschlossene Aktion, die zeigt, dass auch falschen Faschisten kein Fußbreit Boden überlassen werden muss, wo mutige Linke bereit sind, ihre Grenzen zu schützen und auch mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, statt einer falsch verstandenen Willkommenskultur das Wort zu reden.

Tragisch hier nur: Es war ein Versehen. Die vermeintlich fremdstämmigen und von rechtsextremen Populisten zu einem Leben in Sünde verführten Thüringer waren Genossen, die sich in der Hauptstadt der Bewegung ein Bild vom Kampf gegen rechts hatten machen wollen. Nur wegen der - eigentlich deutschlandweit bekannten - Rückständigkeit ihres Heimatlandes waren sie offenbar der Ansicht gewesen, sie könnten in Connewitz mit ihren gewöhnlichen Dorfklamotten herumlaufen und würden von den Glaubenswächtern der frotschrittlichsten Gemeinde an der Straße der Gewalt toleriert. Naturgemäß mussten sie so für Rechte gehalten werden und eine Strafe war unvermeidlich.

Das werden auch die Verletzten sicher bald einsehen, denn sie wurden nicht nur für eine gute Sache zusammengeschlagen, mit ihrer Abstrafung wurde auch ein Zeichen gesetzt, dass rechte Gewalt zumindest in Teilen von Dunkeldeutschland nicht hingenommen wird.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Keine Panik. Das war nur friendly fire. Und wir können sicher sein, daß die Vertrimmten bald schon in der Statistik Opfer rechter Gewalt auftauchen.

Gerry hat gesagt…

Erinnert mich an die Geschichte mit Oberstleutnant Petrow von den sowj. Luftstreitkräften, dem ein Systemfehler 5 US-ICBM im Anflug auf sein Land meldete. Aber im Ggs. zu den verblödeten Antifaschlägern begriff er, dass die Amis keinen Angriff mit 5 luschigen Raketen starten täten.

Volker hat gesagt…

"Erinnert mich an die Geschichte mit Oberstleutnant Petrow von den sowj. Luftstreitkräften"

Auch so ein Fall, wo man sich über die Preisvergabe wundert. Wenn man bedenkt, was für Gestalten den Friedensnobelpreis gewonnen haben - und wer ihn wirklich verdient hätte.

Anonym hat gesagt…

"... daß die Vertrimmten bald schon in der Statistik Opfer rechter Gewalt auftauchen." --- Also, darauf kannst Du einen lassen.

Die Angelegenheit ist vom ehrwürdigen Blogwart in Inhalt und Stil fürtrefflich dargelegt und kommentiert worden - eine solche Wortgewandtheit hat mir Wodan nicht gegeben (Schmeichel).
Seit den frühen Neunzigern sind diese Roten Khmer für Arme z.B. wiederholt Kerlen mittleren und jüngeren Alters wegen deren Naturglatze auf die Pelle gerückt, wie auch sogar Siechen unter Chemotherapie. Nicht gelungen es mir ist (Meister Yoda), mal einen ohne Zeugen zu erwischen, um ihn kosten zu lassen mein Uraken / Haishu.

teu hat gesagt…

Demnächst gibt es hier wohl einen Bericht über eine Dorfklopperei in Röblingen.

ppq hat gesagt…

hatten wir schon

Volker hat gesagt…

Diese?

ppq hat gesagt…

nein. "röblingen" meinte er doch eher als code. meine antwort war darauf bezogen. irrelevante nachrichten spielen hier ja doch eine relativ große rolle

Die Anmerkung hat gesagt…

Falsche Faschisten?

Letzte Hoffnung Fa

teu hat gesagt…

@ppq:
https://www.vice.com/de/article/pa3dnn/wie-die-bild-zeitung-eine-massenschlagerei-unter-linken-erfand

Unterzeile:
AfDler haben die Fehlinformationen bereits weiterverbreitet.

Die Anmerkung hat gesagt…

@teu

Soweit ich den Chefzensoren des Blogs richtig verstehe, erwartet er zumindest von den Kommentatoren Lesekompetenz und sofern sie ihren Cent hier abwerfen, ein wenig sprachlichen Benimm, ungefähr jedenfalls.

Ich denke, bei dir kann man eine Ausnahme machen. PPQ ist nicht BILD. Mit Lesekompetenz hätte man diese Rätselfrage lösen können.

Gernot hat gesagt…

"Die Genossen stellten die Eindringlinge und schlugen eine junge Frau und fünf junge Männer mit Flaschen und Stöcken zusammen, bis sie schwer verletzt liegenblieben."

Das ist eben Liebe. Gegen den Hass!

ppq hat gesagt…

@teu danke für den hinweis. aber mehr als dass da nun jemand versucht, das gegenteil aus nicht vorhandenen informationen herauszusetzen, kann ich dem stück nicht entnehmen. fakt ist doch, dass dort eine ganz eigene kultur des kulturellen ausschlusses gepflegt wird, bis hin zur gewalt. prügel als argument haben mich schon auf dem diskosaal in den frühen 70ern nicht überzeugt.

Volker hat gesagt…

"nein. "röblingen" meinte er doch eher als code."

Glaube jetzt habe ich das verstanden. Er hat recht, da kann man sich zurückhalten.
Für die Kommentierung und Analyse von umgefallenen Reissäcken und Rasenlatschungen irgendwieviel Jahre nach Auschwitz gibt es schon genügend Portale, spontan fallen mir ein der Störungsmelder und Mut gegen Rechte Gewalt.
Dort würden teus Kommentare auch besser reinpassen.

Anonym hat gesagt…

Wie niedlich, unser Max-Hoelz-Verschnitt. Eine deren abstoßendster Züge ist, daß sie lügen wie 5-6jährige Kinder, aber mitnichten wie Jesuiten.
Nehme es sich vor Scherereien in 8.
Apropos: Deren Geheul in der Sache mit der Scherer 8 ging fast ausschließlich darum, daß sie nun Hohn und Häme erfahren müßten - ja, was den sonst...

Anonym hat gesagt…

ppq:"das gegenteil aus nicht vorhandenen informationen herauszusetzen"

Aus dem VICE-Artikel
"Es ist nicht klar, wer die Angreifer waren, die Polizei konnte bislang nur mit den Opfern sprechen. Die wiederum lehnen es ab, als "links" bezeichnet zu werden."


Es sind aber Informationen vorhanden, ganz im Gegenteil zum Fantasiegebilde "Linke verpruegeln ausversehen Linke', welches u.a. die Bildzeitung verbreitet hat.
Unter Angabe von Informationen, die von Polizei und Angegriffenen stammen wird dargelegt, dass

1. die Angegriffenen sich eher in der politischen Mitte sehen und
2. die Identitaet der Angreifer vollkommen unbekannt ist

und folglich auch die Einordnung ins Schema 'linksextreme Gewalt' komplett aus der Luft gegriffen ist.

Klar, Gewalttaetigkeiten sind uebel, aber der Bild-Artikel++ hat den Fokus auf die mutmasslichen Subjekte gelegt und somit groben Unfug berichtet.

P.S. dass Tagesschau und Konsorten sich immer und immer wieder auf die Bildzeitung berufen ist eine Katastrophe. Dass nicht wenige Blogger diesem schlechten Beispiel folgen, ist bezeichnend fuer den sich intensivierenden Kampf um Aufmerksamkeit und fast genauso schlimm.

ppq hat gesagt…

die neulich im selben kiez zusammengeschlagenen fans einer südtiroler rockgruppe waren nach eigenem bekunden auch weder links noch rechts. es zählt aber in solchen fällen bekanntlich nicht, was du bist oder wofür du dich hälst, sondern allein, als was du wahrgenommen wirst.

wer sich selbst nicht links zu nennen bereit ist, ist in jedem fall rechts, nach linker logik.

dass connewitz ein hartes pflaster nicht für rothaarige, buddhisten, veganer, opelfahrer oder einbeinige, sondern für als rechte wahrgenommene menschen ist, dürfte bekannt sein. dass das nicht davon kommt, dass die befreiungsfront von galiläa, die reste des NSU oder wildgewordene kleingärtner ihren kietz sauberhalten, ist eine binse.

dass die von dir verharmlosend "politische mitte" genannte region vom connewitzer links aus gesehen ganz weit rechts liegt, weißt du ja sicher.

die einordnung ins schema "linke gewalt" folgt nur der logik der einordnung rechter gewalt, die ja im fall des passenden opfers auch dann rechts ist, wenn der täter für alle zeiten unbekannt bleibt.

insofern wird das versprechen der SPD für mehr gerechtigkeit hier bei uns 1 zu 1 umgesetzt. und die gleichheit, die die grünen predigen, haben wir längst erreicht.

das ist ganz gut so, denn ein menschenverachtender satz wie dein "Klar, Gewalttaetigkeiten sind uebel, aber die Medien..." gehörte dir in einer weniger friedlichen umgebung um die ohren gehauen.

schlimm ist, wenn jemand die intellektuelle ebene der auseinandersetzung verlässt. nicht wenn jemand den, der das tut, auf zugespitzte weise kritisiert.

ich wünsche dir herzlich, dass du in der no-go-area connewitz nicht mal zufällig für jemanden gehalten wirst, der du nicht bist, so dass du alle deine zähne wieder mit nach hause nehmen kannst. falls es aber doch passiert, hilft die "linke-verprügeln-irrtümlich-linke"-geschichte vielleicht, dass der linke heimatschutz fünf minuten länger überlegt, ehe er dich gendergerecht und vegan zusammenschlägt.

das wäre dann schon eine schöne sache für dich, denke ich.