Dienstag, 20. Januar 2009

Wer hat es gesagt?

Keiner weiß, was Huhn und was Ei ist: unsere Depressionen oder unsere Rezession - oder umgekehrt?

Montag, 19. Januar 2009

Einer hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Peer Steinbrück hält am Plan fest, Steueroasen auszutrocknen, um die Einnahmen des Staates zu erhöhen. Neue, drastische Gesetze sollen verhindern, dass Deutsche ihr Vermögen ins Ausland bringen können - gerade erst sind die Gebühren für Auslandsüberweisungen auf Geheiß der EU gesenkt worden, jetzt geht der Finanzminister daran, sie drastisch zu verteuern.

Die Globalisierung, von der Deutschland zumindest bis vor kurzem amtierender Exportweltmeister weltweit am meisten profitiert hat, schafft Steinbrück gleich mit ab. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen Zahlungen an Firmen in "unkooperativen Staaten" nicht mehr als Betriebsausgaben anerkannt werden. Deutsche Firmen wären damit daran gehindert, Geschäfte mit Firmen in Staaten zu machen, die von Steinbrück zur Achse der bösen Steuerhinterzieherei gerechnet werden. Betroffen wären alle Staaten, die die Zusammenarbeit in den deutschen Finanzbehörden verweigern und am Bankgeheimnis festhalten.

Laut OECD gibt es 38 Länder mit einem stark ausgeprägten Bankgeheimnis und niedrigen Steuern. Derzeit gelten Andorra, Liechtenstein und Monaco als Zentren des Bösen, Österreich, die Schweiz und Luxemburg, aber auch Belgien könnten auf Wunsch von Steinbrück und der französischen Regierung demnächst hinzukommen.

Wie das Steinbrücks Parteifreund Ralf Stegner findet, der einst als Finanzminister unter der SPD-Ministerpräsidentin Heide Simonis alle Türen öffnete, damit die landeseigene HSH Nordbank Dutzende Tochtergesellschaften in Steueroasen gründen konnte, wissen wir nicht. Die Zweckgesellschaften existieren allerdings heute noch. Nur Geld aus den Rettungspaketen wird Steinbrück ihnen eben bald nicht mehr überweisen können.

Schellnhuber auch immer verwirrter

Wie über das Beginnen einer Kampagne des Zurückbringens des ganzes junkmail, das durch die Post zu den Pfostenkästen und -ihnen geliefert wird, schließlich erlernt, sie, zu liefern zu stoppen.

wieviele Tonnen junkmail werden jedes Jahr geliefert?

wieviele Tonnen junkmail werden aufbereitet, ohne jedes Jahr gelesen zu werden?

wieviele Tonnen junkmail werden zur Aufschüttung geschickt, ohne jedes Jahr gelesen zu werden?

wieviele Tonnen junkmail werden eingeäschert, ohne jedes Jahr gelesen zu werden?

Der Staatssekretär für Transport-Funktelegrafie Hon Geoff Hoon Wartungstafel, spricht von einem Ziel von mit 2005 Emissionen bis zum 2050 zurück erhalten - wie unglaublich pathetisch - und Emissionen in 2005 waren vollständig übertrieben - wir vorzutäuschen stoppen müssen, etwas zu tun.

Jede Aussage, die ich erhalte, besteht aus 4/5 Zeiten mehr Papier als notwendig; große unbelegte Bereiche, übermäßige Seitenränder, wiederholte Informationen usw…

Korrigieren Sie bitte.

Cem Dich!

Cem Özdemir, in den harten Jahren seines europapolitischen Kampfes um das Vergessen seiner früheren Fehltritte zumindest kotelettenmäßig gereift, verlangt nach der verlorenen Wahl in Hessen vom wiedergewählten Ministerpräsidenten Roland Koch den Rücktritt. Das ehemalige Krawattenmodell des PR-Unternehmens Moritz Hunzinger und nunmehrige Grünen-Bundesvorsitzende benutzte dabei sogar das Wort "Anstand": „Wenn Herr Koch noch einen Funken Anstand hat", sagte Özdemir, "dann zieht er jetzt die Konsequenzen daraus und macht den Weg frei auch für einen personellen Neubeginn in Hessen.“ Die CDU habe trotz der klaren Verluste der SPD nicht hinzugewonnen. Auch die starken Stimmenzuwächse der FDP zeigten, dass „die Leute Koch nicht wollten“.

Cem Özdemir gilt seit seiner Kontakte zu Moritz Hunzinger, der ihm ein Darlehen in fünfstelliger Höhe gab, als Vorbild in Sachen Anstand: Direkt nach seiner Wahl in den Bundestag hatte der "schwäbische Türke" mit Geld nur so um sich geworfen.Als das Finanzamt seinen Teil haben wollte, war nichts mehr da. Doch der umtriebige Hunzinger half gern: Im Januar 1999 mit einem privaten Kredit in Höhe von 80.000 Mark zu einem Freundschafts-Zinssatz von 5,5 Prozent. "Ich habe dadurch keine Vorteile in Anspruch genommen", flunkerte Özdemir nach Auffliegen der Affäre im "Spiegel". Als auch noch herauskam, dass der anständige Liebhaber von Designer-Anzügen dienstlich erworbene Bonus-Meilen fröhlich privat genutzt hatte, zog sich Özdemir aus dem Bundestag zurück - und wechselte ins Europaparlament.

Sein Comeback gab der 43-Jährige im vergangenen Jahr: In der Gewissheit, dass das Kapitel Hunzinger vergessen und die Bonusmeilenaffäre vergeben ist, nahm Özdemir, nunmehr ausgerüstet mit dicken Elviskoteletten, auf dem Sessel des grünen Bundesvorsitzenden platz.

Bild-Text-Schere

Wiedergeboren als Wahlgewinner

Die Menschen kennen ihn als der Triumphator der Raterunde bei "Schlag den Raab", ein Fernsehgesicht, von dem niemand weiß, wie es eigentlich hinter die Mattscheibe geraten ist und wo es sich aufhält, wenn es gerade nicht in einer Privatfernsehsendung assistiert. PPQ allerdings kann das Rätsel jetzt mit freundlicher Unterstützung von Die Anmerkung lösen: Elton (rechts), der Gespiele von Stefan Raab, dilletiert in seinen Freistunden als hessischer Arbeiterführer. Dabei nennt der Amateurmime sich "Thomas Schäfer-Gümbel" (links), er verzichtet aber davon abgesehen auf jede Verkleidung.

Seit Edgar Allan-Poe weiß die Welt, dass das allemal die beste Tarnung ist - für Elton war es mehr als das, er holte in Hessen auf Anhieb mehr als 23 Prozent der Wählerstimmen. Einschaltquoten, die selbst seinen Chef Raab erblassen lassen. Noch mehr Wiedergeburten hier und hier und hier.

Mannichl: Stochern im Stichkanal

Beinahe tödlich verletzt, entkam der Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl dem Sensenmann nur durch vortreffliche ärztliche Kunst und großes Glück. Der mit einem Lebkuchenmesser aus eigenen Beständen erstochene Beamte konnte das Krankenhaus nach wenigen Tagen auf eigenen Beinen verlassen - böswillige Rechtsradikale spekulierten daraufhin, Mannichl sei gar nicht so schwer verletzt gewesen. Eine angebliche Zeugin, die als Krankenschwester auf der behandelnden Station tätig ist, wollte gar in den Behandlungsunterlagen von einer "oberflächlichen Fleischwunde" gelesen haben, bei der "jeder andere nur ambulant versorgt und nach Hause geschickt worden wäre."

Mehr als einen Monat nach der Tat, die "eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt" (Horst Seehofer) nach Deutschland brachte, lässt das offenbar von rechtsextremen Kreisen okkupierte Landeskriminalamt nun Experten im Stichkanal stochern. Nachdem der mittlerweile sehr schön zugeheilt sein dürfte, kommen jetzt die Gerichtsmediziner zum Zuge: Wie der in der Affäre Mannichl ansonsten weitgehend verstummte „Spiegel“ vermeldet, soll von Münchner Rechtsmedizinern ein "Plausibilitäts-Gutachten" erstellt werden. Die Spezialisten sollen ermitteln, ob der nahezu tödliche Messerstich wirklich so erfolgt sein kann wie von Alois Mannichl angegeben. Der Polizeidirektor hatte ausgesagt, an der Haustür von einem 1,90 großen Glatzkopf mit Leberfleck oder Tätowierung im Gesicht überfallen worden zu sein, der ihm "Grüße vom Nationalen Widerstand" bestellte und brutal mit einem zufällig herumliegenden Messer zustieß.

Später war bekannt geworden, dass der wackere Polizist den Täter mit im Bauch steckendem Messer noch auf die Straße verfolgt hatte, um ihn festzunehmen. Dabei hatte er nach eigener Aussage aber keine Gelegenheit, den Angreifer zu sehen. "Wenn's ums blanke Überleben geht, denkt man nicht darüber nach, welche Schuhgröße der Täter hat", beschrieb Alois Mannichl später. Als ihm die geplante Festnahme nicht gelang, zog Alois Mannichl die Stichwaffe nach eigenen Angaben selbst aus der Wunde, die nun aber wohl von den Spezialisten der Rechtsmedizin erneut geöffnet werden muss, um den Einstichwinkel zu rekonstruieren.

Samstag, 17. Januar 2009

Angeberwessi mit Bierflasche erschlagen

Angeberwessi mit Bierflasche erschlagen" können wir noch nicht vermelden, doch kurz davor stehen wir. Olaf vom lesenswerten Blog Olaf61 hat "Frauentausch" geguckt, eine Sendung, die wir leider vepasst haben, die aber dennoch oder gerade deshalb offenkundig hinauswächst über all das Fernsehzeug, das sich einfach so versendet. Im Sinne von Marx ist diese Sendung der beliebten Billig-Funkstation RTL2 zur materiellen Gewalt geworden, denn sie hat die Massen ergriffen. Zumindest in der sachsen-anhaltinischen Kleinstadt Zerbst, wo der Frauentausch jetzt zu tumultähnlichen Auseinandersetzungen führt - trafen doch in der Sendung eine islamisierte Polin aus dem Westen und eine scheinbar strutzblöde Ost-Frau aus Zerbst aufeinander.

Der Auftritt der letzteren, schreibt Olaf, "bringt die Einwohner auf die Palme": Zerbst in Aufruhr, Gewalt in der Provinzidylle. Eier und Flaschen flogen gegen das Wohnhaus, die TV-Darstellerfamilie fühlet sich inzwischen bedroht. Angst hat die 32-jährige zu einem Pfannkuchen aufgequollene Yvonne Leps, die gern auf der Couch lümmelt und sich von ihrem 35-jährigen Ehemann Christian bekochen lässt. Die bei 160 Zentimeter Größe gut 100 Kilogramm schwere Ost-Frau hat Essen zu ihrem Hobby gemacht und noch nicht viel von ihrem Heimatland Sachsen-Anhalt gesehen. Für 2Frauentausch" ging sie nach Hamburg, nach Zerbst kam eine "Tauschmutter": Die 38-jährige gebürtige Polin Natalie, die vor Jahren aus Überzeugung zum Islam konvertiert ist und ihre Religion täglich auslebt, indem sie mehrmals in Richtung Mekka betet.

Frauentausch Ost und West – eine Konstellation, die bei der Ausstrahlung der Sendung rund 1, 8 Millionen Zuschauer am Bildschirm fesselte. So prallten in dieser Form nicht nur Welten, sondern ganze Universen aufeinander. … ” Mich stört vor allem, dass 20 Jahre nach der Wende die Menschen im Osten immer noch als faul und gefräßig dargestellt werden. Übernimmt für so einen Quatsch keiner die Verantwortung ?”, fragt der Zerbster Bürgermeister.

So denken offenbar auch eine Menge Zerbster, die sich gekränkt fühlten. Der Frust der Bürger äußerte sich erst in Leserbriefen, dann in offenem Aufruhr. Erst waren es nur Buh-Rufe vor dem Wohnhaus der Familie Leps, dann flogen Flaschen.

Den Höhepunkt erlebte die Stadt am Mittwochabend, als sich rund 50 Zerbster zu einer spontanen Demonstration vor dem Haus versammelten. Diesmal flogen rohe Eier an die Wand. Die in der Stadt bekannte Fernsehfamilie fühlt sich bedroht. ” Es liegen Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Beleidigung vor. Wir haben bereits Tatverdächtige ermitteln können “, erklärt Doreen Wendland, Pressesprecherin der Polizeidirektion.

Richtig traurig wird die Geschichte aber erst durch die Hartherzigkeit anderer Behörden. Die 1500 Euro Aufwandsentschädigung, die RTL2 zahlte und die Yvonne insgeheim schon für Essenseinkäufe verplant hatte, kassierte das Sozialamt.

Vorbei und vergessen

Großer Mann, großes Lied. Kleine Botschaft. Auch mal schön.

Staatsschutz liest nicht Zeitung

Allzuoft kommt ein Staatsschützer in Bayern nicht dazu, mal einen Blick in die Zeitung zu werfen. Daran ändert auch der aufsehenderregende Fall des Anschlages auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl nichts: Die "neue Dimension rechtsradikaler Gewalt" (Horst Seehofer) beschäftigte Mitte Dezember die gesamte Republik. Nicht aber die Beamten des Staatsschutzes in München.

Eine Woche lang hatte die Polizei so gute Hoffnung, Tatverdächtige für das Lebkuchenmesserattentat gefangen zu haben. Ein Nazi aus München und seine Frau saßen in Haft, weil eine Nachbarin Mannichls den männlichen Teil des Paares gesehen hatte - zwar weitab vom Tatort und ohne Lebkuchenmesser in der Hand. Aber in Ermangelung anderer Tätverdächtiger beantragte Staatsanwalt Helmut Walch einfach mal einen Haftbefehl, den der zuständige Richter aufgrund der erdrückenden Beweislast (ein Hynotiseur hatte der Zeugin Glaubhaftigkeit bescheinigt) spontan erließ.

Dann aber, eine runde Woche genossen die Verdächtigen schon die Gastfreundschaft der bayrischen Knäste, schauten ein paar Staatsschützer in München doch mal zufällig in die Zeitung, die voll waren von Fotos des für fünf Minuten berühmtesten nazi-Paares der Republik. Und plötzlich fiel ihnen ein, dass sie Manuel H. und seine Frau Sabrina just zur Tatzeit überwacht hatten. Am 13. Dezember um 17.30 Uhr hatten die beiden sich "mit Gesinnungsgenossen in Erding getroffen", schreibt der Focus. Dabei wurde das Paar aus München lückenlos bis zum späten Abend beobachtet. "Sofort" meldeten sich die observierenden Verfassungsschützer und Staatsschutz-Polizisten nun als Alibizeugen.

Fast noch schneller handelte Helmut Walch, der Leiter der Staatsanwaltschaft in Passau: „Nachdem ich von diesen Zeugenaussagen erfuhr, beantragte ich die sofortige Freilassung des Ehepaares aus der U-Haft", berichtete er dem Focus. Nur eine Woche hatten die beiden absitzen müssen, zu ihrer Entlastung veriet die Polizei den Medien nun aber nicht etwa, dass beide von verlässlichen Zeugen an einem anderen Ort gesehen worden waren. Sondern nur, dass "der Tatverdacht nicht aufrechterhalten" habe werden können. Irgendwie schade, denn es hätte so gut gepaßt.

Mafia als Weltregierung

Nach Ansicht der Mehrheit der Deutschen soll sie so eine Art Weltregierung sein: Die Uno allein sei in der Lage, so glaubt man hierzulande traditionell, unparteiisch und kontinenteübergreifend für Gerechtigkeit und Frieden zu sorgen, den Durst der Welt zu stillen, den Hunger abzuschaffen, die Demokratie zu fördern und im Dialog für einen Interessenausgleich zwischen den Völkern der Welt zu sorgen.

Welch gute Adresse die Vereinten Nationen für Dinge wie Moral und Anstand sind, verraten jetzt hunderte Dokumente aus dem Inneren der Vereinten Nationen, die
über Wikileaks öffentlich geworden sind: Berichte über Misswirtschaft, Missbrauch und Missmanagement, Sex, Waffenhandel und Korruption.

Ein Sammelsurium des Schreckens auf sechshundert Seiten, die aus internen Untersuchungen der Vereinten Nationen stammen und nie an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Siebzig der jetzt lesbaren Reports wurden von der Uno als «strictly confidential» eingestuft. Vereinzelt hat man sogar die geografischen Beschreibungen, die Namen der Beteiligten und die Bezeichnungen der involvierten UN-Truppen verfremdet – offenbar zur besseren Tarnung.

Es geht nicht nur um Geld und persönliche Vorteile, es geht um Vergewaltigung, erzwungene Schwangerschaften, Waffenhandel, den Diebstahl von Hilfslieferungen, Betrug, Bestechung: "Die Vorwürfe gegen UN-Vertreter lassen an eine ausgewachsene kriminelle Organisation denken",, schreibt der Schweizer "Tagesanzeiger", zumal in dieser Häufung: Juni 2007: Mehrere Frauen werfen einem Uno-Vertreter in Pristina vor, Sex erpresst zu haben. Juli 2007: Im Kongo wird ein Verfahren eingeleitet, weil ein Blauhelm-Bataillon in der Stadt Mongbwalu im Gold- und Waffenhandel steckt. März 2006: Ein Bericht wirft mehreren Kaderleuten im Uno-Personalmanagement vor, Günstlingswirtschaft und Missmanagement zu betreiben. Dezember 2005: Die UN-Mission in Liberia lässt sich von einem Reisebüro in Ghana bestechen. Alleine die UN-Verwaltung des Kosovos führte ab 2004 zu rund vierzig Untersuchungen: Betrug, Korruption, Verfahrensmängel, Mittelmissbrauch, Belästigung am Arbeitsplatz.

Nun muss mit aller Macht verhindert werden, dass das Ansehen der Vereinten Nationen unter den Vorwürfen leidet. Die deutschen Medien helfen, so gut sie können: Während Wikileaks unter dem Ansturm von Neugierigen zusammengebrochen ist, interessiert sich heute keine einzige deutsche Zeitung für das Thema, das der "Tagesanzeiger" gestern um kurz vor drei Uhr nachmittags online stellte. War wohl schon Redaktionsschluß in Deutschland.

Freitag, 16. Januar 2009

Zu wahr, um schön zu sein

Doris Schammelt aus Halle schrieb vor einigen Tagen dem neuen Chefarzt des Diakonischen Krankenhauses in der Lafontainestraße ein paar Glückwünsche zum Dienstantritt. Soll sie. Aber warum musste es gleich ein „Offener Brief“ sein? Weil es um große Dinge geht, so große Dinge, dass mit ihnen nicht nur Ärzte, sondern auch Gerichte behelligt werden müssen.

Doch der Reihe nach – soweit das in diesem verworrenen Casus möglich ist. Fangen wir mit Ryke Geerd Hamer an. Der promovierte Internist führte offenbar bis 1979 das unauffällige Leben eines deutschen Durchschnittsarztes. In diesem Jahr starb sein Sohn unter dubiosen Umständen, nachdem er durch einen Schuss schwer verletzt worden war (der Schütze war übrigens Vittorio Emanuele Alberto Carlo Teodoro Umberto Bonifacio Amadeo Damiano Bernardino Gennaro Maria di Savoia). Einige Monate später erkrankte Hamer an Hodenkrebs und entwickelte in der Folge eine hinlänglich abstruse Theorie, die er unter dem Titel „Das Hamer-Syndrom und die Eiserne Regel des Krebs“ als Habilitation an der Universität Tübingen einreichte. Aufgrund wissenschaftlicher Mängel in Form und Methodik wurde die Arbeit jedoch abgelehnt.

Ob Hamer immer schon durchgeknallt war oder ihm erst jetzt – als quasi beleidigte Leberwurst inklusive Größenwahn – die Tassen aus dem Schrank purzelten, lässt sich schwer eruieren. Fakt ist, dass er ab 1981 die so genannte „Germanische Neue Medizin“ (GNM) postulierte. Diese brachte er bald gegen die „jüdische Schulmedizin“ in Stellung – zu Verschwörungstheorien und plattem Antisemitismus war es dann nur noch ein kleiner Schritt.

Doris Schammelt wiederum ist eine treue Gefolgsfrau des mehrfach verurteilten Hamer, der einige Male im Gefängnis saß und sich seit einiger Zeit vornehmlich im Ausland aufhält, derzeit wohl in Norwegen. Im Sinne seiner GNM behauptet die Hallenserin in ihrem Offenen Brief, seit 30 Jahren würden „weltweit nicht-jüdische Patienten mit Chemotherapie und Morphium ermordet“. Jeden Tag sterben ihrer Meinung nach 1500 Menschen an angeblichen Behandlungsfehlern, in den vergangenen 27 Jahren summiere sich das Ganze auf zwei Milliarden „zu Tode kurierter“ Menschen. Wenn das kein „Massenmord“, kein klarer „Genozid“ ist – was dann? Fragt sich Mathe-Genie Schammelt und fordert den armen Diakonie-Arzt auf, das „Verbrechen“ zu beenden und die „Weltöffentlichkeit zu informieren.

Einer ihrer Kronzeugen ist der angebliche Oberrabbiner Esra Iwan Götz, der neben seinem Hauptberuf auch noch Holocaustleugner, Minister für Auswärtige Angelegenheiten des "Freistaats Sachsen" und Sonderbotschafter des Reichslandes Freistaat Preußen ist sowie Mitglied der kommissarischen Reichsregierung war. Götz wiederum weist sich mit einem gefälschten Ausweis der Synagogengemeinde Halle aus.



Wir haben also: einen antisemitischen Wunderdoktor, einen preußisch-hallischen Oberrabbiner, der erstens keiner ist, zweitens unter anderem wegen Volksverhetzung zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde und drittens Zionisten für Neonazis hält, sowie eine mindestens ober-spinnerte Hallenserin, die Offene Briefe gegen den Massenmord schreibt und die Gerichte mit Klagen überhäuft. Zu wahr, um schön zu sein.

Was ist nur mit Darla los?



Okay, das Video ist nicht der Knaller. Aber die Musik: versponnen, durchgedreht, klingglöckchenklingelig. Ein weiteres Highlight sind die Hühnerhof-Scratches am Ende dieser Version:

Angst vor Altpapier

Altpapier kann gefährlich sein, ja, es kann schwache und kranke Menschen in Bayern sogar dazu bringen, sich neonazistischen Ideologien anzuschließen. Weil Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, ein Kämpfer gegen Nokia und Nazis gleichermaßen, das weiß, hat sein Finanzministerium jetzt den Nachdruck von 70 Jahre alten Nazi-Zeitungen verboten. Ein britischer Verlag hatte Blätter wie "Der Angriff" und den "Völkischen Beobachter" neu herausgebracht, sorgsam eingepackt in wissenschaftliche Stadtbilderklärungen, die Leser von heute davon abhalten sollten, sofort in die NSdAP einzutreten und die SS neuzugründen.

Nicht genug gewarnt, nicht dick genug verhüllt die Wirklichkeit von vor 70 Jahren. Bayern hat den Briten die Veröffentlichung aller Zeitungen versagt, an denen der Freistaat die Rechte hält. Wie der "Spiegel" weiß, ging das gesamte Vermögen des Eher-Verlags samt der Lizenzrechte für die NS-Blätter nach Kriegsende an den Freistaat Bayern, der auch die Rechte an Hitlers Debütwerk "Mein Kampf" hält. Traditionell möchte Bayern nicht an die zeit erinnert werden, als München die Hauptstadt der Bewegung und der gebürtige Bayer Himmler Münchner Polizeichef war. Dies geschehe "aus Respekt vor den Opfern des Holocaust, für die Neuveröffentlichungen immer wieder einen Affront und eine Konfrontation mit ihren Leiden darstellten", ziutiert der Spiegel das Ministerium, "zum anderen wolle man einer weiteren Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts vorbeugen."

Deutscher Journalismus, nackt

Das Magazin "Cicero", eigentlich ein Leuchtturm im trüben deutschen Mediennebel. Entschuldigt sich. Weil es irrtümlich gedruckt hat, was Sahra Wagenknecht gesagt hat. Und nicht das, was Sahra Wagenknecht sich selbst im Nachhinein in den Mund geschrieben haben wollte. Leuchtturm? Ein Blick in die Dunkelkammer des deutschen Journalismus, in der sie alle hocken, nackt und nachgiebig.

Riesenerfolg mit Roulette ohne Rauch

Fabelrekord in Sachsen-Anhalt! Während die Wirtschaftsforschungsinstitute und die Bundesregierung noch feilschen, um wieviel Prozent denn die Wirtschaft so geschrumpft oder nullgewachsen sein könnte, legen die staatlichen Spielbanken im westlichsten der Ost-Bundesländer ihre Bilanz schon mal vor: Danach haben die landeseigenen Spielhöllen im vergangenen Jahr so wenig Einnahmen verbucht wie noch nie, der Bruttospielertrag in den drei Kasinos in Magdeburg, Halle und Wernigerode schrumpfte um sagenhafte 33 Prozent in nur zwölf Monaten.

Die Spielbanken, die der Staat gründen musste, um seine Bürger vor der Spielsucht zu bewahren, sind ihrem Ziel damit näher denn je. Nur noch zwei solche Jahre, und es spielt niemand mehr. Allerdings scheint derzeit noch nicht ganz klar, ob sich der durchschlagende Erfolg des Jahres 2008 einfach so wiederholen lässt. «Der Rückgang hat gewaltig mit dem Rauchverbot zu tun», glaubt Spielbankchef Albert Sorger. Da Spieler in den Glücksspielhöllen Sachsen-Anhalts nicht mehr qualmen dürfen, spielen sie dort auch nicht mehr. Die Landesregierung plant deshalb jetzt eine Privatisierung der qualmfreien Goldgruben. Die Bieter werden sicherlich Schlange stehen.

Vorerst spendiert die Landesregierung ihren drei Spielsucht-Kliniken zwei Millionen Euro, um eine Insolvenz zu verhindern. Im Jahr 2007 hatte noch eine Million gereicht. Der jetztige Zuschuß sei aber immer noch billiger als die Liquidation der Gesellschaften, versichert die Landesregierung, denn die würde sieben Millionen Euro kosten. Eine Million 2007 + zwei Millionen 2008 + vielleicht drei Millionen 2009 - 2010 ist es dann genau noch zwei Monate billiger.

Verschnürte Rettungsschirme

Christian Link, Herrscher von Narragonien, ist hinunter gestiegen, um im Archiv nach den schönsten und erfolgreichsten Konjunkturpaketen aller Zeiten zu suchen. Gefunden hat er alle möglichen Versuche, die Wirtschaft in Schwung zu bringe, sei es wie von König Midas durch Handauflegen, sie es wie Adolf Hitler durch den Bau von Autobahnen. Doch keines der historischen Beispiele kann es mit Wirkungsmächtigkeit und gewitztem Zuschnitt mit dem Rettungspaket aufnehmen, das Angela Merkel mit ihren beiden Helfern Peer Steinbrück und Walter Steinmeier mit den letzten paar Fitzelchen Schnur zusammengebunden hat, die im Deutschland der Krise noch zu finden waren.

Die Gesetze der Mathematik seien "nicht ohne weiteres" auf die Konjunkturpakete I (vom 16. Dezember 2008) und II (vom 13. Januar 2009), arbeitet Christian.detailliert heraus.

"Zusammen mit den schon im Herbst beschlossenen Maßnahmen werden wir über 80 Milliarden Euro einsetzen.", heißt es in der Rede von Angela Merkel. Allerorts werde aber nur von 50 Milliarden Euro neuen Schulden gesprochen (siehe im Focus, in der FAZ oder in der BILD).

Logischerweise würde das bedeuten, dass der deutsche Staat ohne die beiden Konjunkturpakete einen Gewinn von rund 30 Milliarden Euro machen würde. Tatsache ist jedoch, dass die Nettoneuverschuldung aber schon vor den beiden Paketen in Haushaltsentwurf für 2009 (Ende November 2008) stolze 18,5 Milliarden Euro betrug und nun 80 Milliarden draufgepackt wurden. Aber trotzdem am Ende nur 50 Milliarden Euro Neuverschuldung entstehen.

18,5 Milliarden (Nettoneuverschuldung aus dem Haushaltsentwurf 2009) plus 32 Milliarden (Konjunkturpaket I)  plus 50 Milliarden (Konjunkturpaket II) = ?

Das sind die Rätsel der Gegenwart, die kein dpa und kein Spiegel, keine Bild-Volkskorrespondenten und keine "Welt"-Reporter auch nur entdecken. Helfen Sie sie lösen, rechnen Sie vor, rechnen sie nach und rechnen sie mit wenn Sie die Lösung gefunden haben, schicken Sie sie an gewinnspiel@narragonien.de. Zu gewinnen gibt es einen Ausflug für zwei Personen auf die Homepage von Angela Merkel!

PPQ legt noch was drauf: Von uns bekommt der Gewinner die private Mailadresse von Bill Gates, die von REM-Sänger Michael Stipe und zusätzlich noch die Handy-Nummer von Paris Hilton.