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Dienstag, 28. Januar 2020

Daten als Erneuerbare: Heizen mit Hasstweets

Heizung ausschalten Energie sparen
"Warmer-Pulli-Tag" war gestern, demnächst wird mit Tweets geheizt.
Lange, fast schon viel zu lange ist nicht mehr geredet und berichtet worden von Ursula von der Leyens großem grünen Plan zur ökologischen Transformation Europas. Deutschland zerstreitet sich über seinen Energieausstieg, die nach dem Abschied Großbritanniens verbleibenden Mitgliedsstaaten über die künftigen EU-Beiträge und die in der Stunde der Not von der Hardthöhe nach Brüssel geflüchtete Frau mit den beiden saubersten Diensthandys der Welt muss sich gegen neue kleingesitige Kritik verteidigen. Dabei sind 72.000 Euro Einrichtungskosten für die neue Einzimmerwohnung der EU-Kommissionspräsidentin wirklich nicht zu viel: Gerademal 0.00016 Euro kostet die Unterbringung ihrer neuen Präsidentin jeden EU-Bürger, viel weniger als eine Kugel Eis und noch viel weniger als die künstigen Klimazölle und CO2-Abgaben am Tag kosten werden.

Was aber ist nun geworden aus den hochfliegenden Plänen der Niedersächsin, die eben noch so sicher war, dass die ganze Welt in Kürze schon "mit die höchsten Strompreise der Welt" werde zahlen und sich auch sonst an Europas selbstbewusst geführten Klimakrieg orientieren werde. Berlin will wiedermal nicht mehr Geld gebe, dafür aber sollen der Industrie CO2-Boni gestrichen werden. Mehr Einzelheiten sind auch sechs Wochen nach der frohen Verkündigung der Leyenschen Fantasien "Mann" (von der Leyen), der ohne klimaschädliche Rakete auf den Mond flieg, ohne die Erde zu verlassen, nicht bekannt geworden.

Abgesehen von einem bemerkenswerten Detail, das von der Leyen selbst in einem kurzen Hauptsatz öffentlich gemacht hatte. "Daten sind ebenso erneuerbare Ressourcen wie Sonne und Wind", offenbarte die CDU-Politikerin da einen Blick ein Schatzkästlein der Grünen Physik, aus dem sich bislang nur die politische Konkurrenz bedient hatte. Die Ablösung der immer noch zu einem Großteil auf Braunkohle und Atom beruhenden deutschen Energieversorgung durch eben diese erneuerbaren Daten eröffnen den Weg zu einer einzigartigen und umweltverträglichen Energieversorgung: Statt mit Kohle wird künftig mit Google-Suchanfragen geheizt, statt Autos mit Benzin anzutreiben, werden Facebook-Posts und Tweets verwendet.

Deutschland wäre zudem schlagartig nicht mehr auf unzuverlässige Energieträger wie Wind, Sonne oder die weitgehend zusammengebrochene Kätzchenindustrie angewiesen. Gegoogelt, gefacebookt und hassgetwittert wird immer, Youtube und Twitch sanneln rund um die Uhr Daten, die, da hat Ursula von der Leyen völlig recht, wie ein unendlich erneuerbarer Energiefluss  sprudeln. "Wir werden uns von einer Wirtschaft, die auf fossilen Brennstoffen basiert, hin zu einer nachhaltigen datengesteuerten Wirtschaft entwickeln", freut sich die frühere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen, Jugend, Arbeit, Soziales und Verteidigung.

Strompreis-Sprachregel: Der Rekord, den niemand will

Grafik Strom Deutschland 2007 bis 2019
Mehr als 50 Prozent Plus in nur zwölf Jahren: Der deutsche Strompreis hält einen einsamen Weltrekord.

Wenn sich ein bittere Wahrheit nicht mehr leugnen lässt, dann muss sie relativiert werden, damit nicht draußen im Lande irgendwann doch Leute auf die Barrikaden gehen. Getreu dieser Devise und getreulich dem guten Rat der Experten der Bundesworthülsenfabrik (BWHF) in Berlin hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in dieser Woche ein offenes Geständnis abgelegt. Deutschland habe heute – gemeinsam mit Dänemark – "die höchsten Strompreise Europas", sagte der CDU-Politiker und vermied damit geschickt das eigentliche Geständnis: Deutsche Stromkunden zahlen für Elekrtroenergie nicht etwa gemeinsam mit Dänemark die höchsten Preise. Sondern sie tun das ganz allein und mit deutlichem Abstand zum zweitplazierten Dänemark.

Dass Altmaiers Sprachgebrauch keinem Augenblickseinfall folgte, sondern Kalkül war, zeigte der wenig später folgende Auftritt Angela Merkels beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Dort hielt die Kanzlerin eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede eigener Art, sie msprach viel von Transformation und MIOtnehmen, von einem Abschied von allen gewohnten Lebensweisen und vom Umbau Deutschlands und - nachfolgend - der ganzen Welt zu einem CO2-neutralen Lummerland. Mittendrin aber dann der Satz, dass "Deutschlands Bürger über die EEG-Umlage mit den höchsten Strompreis in Europa“ trügen. Mit, so Merkel, die Dänemark zwar nicht erwähnte, aber nahelegte, dass es eine ganze Reihe von Ländern gebe, in denen Bürger so hohe Strompreise zahlen müssen wie in Deutschland.

Das ist nicht der Fall, wie selbst eine Bundesregierung, die über Fachabteilungen in verschiedenen Ministerien verfügt, herauszufinden in der Lage sein müsste. Dass sie es nicht tut oder aber getan hat, die Ergebnisse jedoch verschweigt, belegt, dass Formulierungen wie "Deutschland hat schon auch recht hohe Strompreise" oder "Deutschland zahlt mit die höchsten Strompreise"kein Zufall sind. Die Sprachregelung, inzwischen eingesickert in den Volksglauben, ist nicht falsch, erspart aber die Wahrheit. Provinzpolitiker beten sie nach, Medien nutzen sie gern, selbst Kritiker der Entwicklung relativieren damit eine Entwicklung, an der es eigentlich nichts zu relativieren gibt.

Doch gezielt vermeiden Regierungsvertreter und Medien schon seit dem deutschen Sprung auf den Strompreisthron jede Würdigung des Titelgewinns im Energiebereich, auf den doch 83 Millionen Menschen so stolz sein könnten. Schließlich ermöglichte  der von Angela Merkel erwähnte Zahlungsstrom der Deutschen von "30 Milliarden Euro Stromkosten pro Jahr" (Merkel) die "Förderung von Technologien, die nun in andere Staaten verkauft werden".

Wobei es sich in Wirklichkeit natürlich um 177 Milliarden Euro im Jahr handelt.

Montag, 27. Januar 2020

Zitate zur Zeit: Billiger Fortschritt

Ruhe und Ordnung
In Bochum herrscht Ordnung, wenigstens dort.

Was heute unter dem Begriff „Identitätspolitik“ läuft, ist die Aufgabe ökonomischer Kategorien zugunsten von kulturellen.

Statt danach zu fragen, wie man für materiellen Ausgleich sorgen kann, kümmert man sich lieber darum, dass jeder sich wertgeschätzt und anerkannt fühlt.

Das hat kurzfristig politisch durchaus Vorteile. Anerkennung ist leichter zu organisieren als materieller Aufstieg. Es reicht, dass man die richtigen Worte findet oder Anteilnahme zeigt, wenn jemand es schwer im Leben hat.

Billiger ist Fortschritt nicht zu haben.

Jan Fleischhauer erklärt die Unendlichkeitsaspekte einer Gleichberechtigungspolitik, die mit jedem Schritt auf ihr Ziel zu neuen Bedarf für mehr Gleichberechtigungspolitik schafft

Wegen Nazi-Kostümen: Kita schafft den Fasching ab

Verbot Verkleidung Fasching
Der beliebte SPD-Politiker Ralf Stegner macht sich schon seit langer Zeit für ein Kostüm- und Karnevalsverbot stark. Man könne sich auch einfach besaufen, ohne sich zu verkleiden, glaubt er.
Es war bisher noch nicht passiert, hätte aber jeden Moment geschehen können. Historische Beispiele gibt es genug, gerade in Dunkeldeutschland, wo Hitler auch ohne Bart erkannt wird. Ein Kindergarten in Erfurt, nach dem berühmten Sprachpflegebeschluss der Bundesregierung vom Sommer 1998 "zur Ausmerzung der Reste von DDR-Vokabular aus dem Verwaltungshandeln" (ZARDDRVoV) nur kurz "Kita" genannt, bannte die Gefahr jetzt durch einen entschlossenen Verbotsvorschlag an alle Eltern der Insassen: Kinder dürfen in diesem Jahr erstmals sowohl an Rosenmontag wie auch am Faschingsdienstag unverkleidet erscheinen, verkleidete Kinder hingegen erhalten als Faschingsfaschisten keinen Einlass.

Hintergrund ist eine Grundsatzentscheidung aus der Karnevalssaison 2017, als die Interessengemeinschaft Oegg e.V. verbindliche Regeln erlassen hatte, um fragwürdige Faschingsbräuche wie die Verkleidung mit Kostümen, die rassistische, sexistische, kulturalistische oder religiöse Stereotype befördern, um so "Ausbeutung und Unterdrückung von bestimmten Menschengruppen zu rechtfertigen", verbot.

Verkleiden als Indianer, als Kleiner Muck, als Frau, Muselmann aus 1000 und einer Nacht, als Betonhindernis, Schwein, Kuh, Ratte, Nackter, Zeichentrickfigur oder Lastwagen sind seitdem bundesweit moralisch untersagt, dasselbe gilt für Cowboy, Pirat, Putzfrau und Prinzessin. Ein gesellschaftlicher Konsens, den die Erfurter Kita „Campus Kinderland“ beispielhaft umsetzt - der aber gleichzeitig sofort die üblichen Hetzer, Hasser und Karnevalsschützer mit ihren nationalistischen Reflexen auf den Plan rief.

Abschaffung der Tradition heißt es da, beklagt wird zudem eine angebliche Einschränkung des Spaßcharakters der Kindheit und eine übertriebene Rücksichtnahme auf andere Kulturen. Dabei hatte Kita-Betreiber Sebastian Hollnack, ehemals Schatzmeister der SPD in Weimar, den Eltern seiner Insassen nicht einmal direkt verboten, ihren Kindern Faschingskostüme in seine Einrichtung mitzugeben. Mitgebrachte Faschingskostüme müssen allerdings an den beiden sogenannten Faschingstagen im Fach des Kindes verbleiben, weil "wir im Rahmen eines kultursensiblen Umgangs die Feierlichkeiten nicht maximal ausreizen wollen“, wie Hollnack der Bild-Zeitung erläuterte. Ziel sei es, durch ein Verbleiben in den gewohnten Alltagskostümen "für Stereotype zu sensibilisieren, die für die Betroffenen schmerzhaft, zum Teil sogar entwürdigend sein könnten.“

Die Verantwortlichen der Erfurter Kita spielen damit offenbar auf Gender-Zuschreibungen an, die es vielen Frauen unmöglich machen, in Zukunftsberufen wie dem des Influencers oder des Youtubers so viel Geld zu verdienen wie ihre männlichen Kolleginnen. Kinder frühestmöglich ehemals für wichtig erachteter traditioneller Kulturerlebnisse ­und falscher Prägungen zu berauben, gilt als wichtige Maßnahme zur Beseitigung einer kulturellen Spaltung: 97 Prozent aller kritischen Weißheitsforscher sind sich darüber einig, dass weiß keine Farbe ist, sondern ein Verbrechen, das durch eine Kostümierung, wie sie im Fasching lange Zeit üblich war, nur noch schlimmer wird.

Sonntag, 26. Januar 2020

Indymedia: Eine Liebe in Leipzig

Ausschreitungen Sachsen Linke
Entglast für die Weltrevolution: Eine Haltestelle in Leipzig.
Es ergab sich im Sommer 2017, dass der wenig später von Bundeskanzlerin Angela Merkel aussortierte Innenminister Thomas de Maizière das den linksextremen Feinden des Rechtsstaates des Instrumente zeigte. . De Maiziere verbot das Nachrichtenportal "linksunten.indymedia.org", bis dato eine zentrale Plattform zur Verbreitung von Bekennerschreiben nach Anschlägen, von Aufrufen zum Hass und zur Delegitimierung des Staates. Über die damals noch großen Parteien herrschte Einigkeit: Der damals gerade als Bundesjustizminister dilettierende Heiko Maas (SPD) sprach von einem „wichtigen Schlag gegen gewaltbereite Linksextremisten“. Die Grünen wollten das alles noch einmal prüfen, vergaßen es dann aber im wenig später beginnenden Wahlkampf glatt. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte protestierte folgenlos.


Zentralorgan von Klassenhass und Intoleranz


Linksunten.indymedia verschwand allerdings nicht. Der zentrale Anlaufpunkt für linke Sektierer, die sich hier Grabenkämpfe um die allerreinste Lehre lieferten, als seien die 70er nie zu ende gegangen, machte einfach weiter. Nur die Internetadresse änderte sich.

Wer auf diese, nunmehr unter "de.indymedia.org" erreichbaren Seiten schaute, fand weiterhin genau das, was einst als Verbotsgrund für den linken Netzuntergrund genannt wurde: Hetze, Hass, Gewaltaufrufe, Bekennerschreiben zu Brandanschlagen, Solidaritätserklärungen mit Terroristen und sonstigen Straftätern, die Ankündigung von Straftaten und die offene Bedrohung von gewählten Volksvertretern. "Wir haben alle schädliche Neigungen", bekennen die Bekämpfer der freien Gesellschaft hier stolz. Ehe zum nächsten Buttersäure-Angriff geblasen wird.

Der Rechtsstaat hatte wieder einmal symbolisch gesiegt, eine Domainadresse diesmal. Die Realität war, dass das beabsichtigte Verbot seine Ziele verfehlt hatte. Nur zugeben musste das niemand, weil keiner danach fragte. Zum Glück aber finden deutsche Behörden und Parteien in der deutschen Linken  einen Gegner, der es ebenso gern mit Symbolen hält. Folglich kämpfte die autoritäre Linke seit dem Tag des Verbotes ebenso beharrlich wie getreulich auf die Instrumente des verabscheuten Rechtsstaates vertrauend gegen die Verbotsanordnung de Maizieres.

Manchmal aber muss es auch blanke Gewalt sein, wie jetzt in Leipzig, der Stadt, in der das Bundesverwaltungsgericht in der kommenden Woche über das linksunten-Verbot befinden soll. Steine und Böller gegen das System, das hat in der alternativen Hauptstadt des dunkeldeutschen Sachsen seit Jahrzehnten Tradition. Leipzig ist links, im Landtag lässt es sich vertreten durch eine direkt gewählte linke Abgeordnete, die bei der linksextremistischen Häftlingshilfe Rote Hilfe engagiert ist, über die einst Horst Mahler, Monika Berberich und Irene Goergens zur RAF stießen.

Das passt. Wie bei den Straßenschlachten der linken Partypeople in Connewitz, wo Wartehäuschen im Namen der Weltrevolution entglast und die Fahrräder von Anwohnern aus Rache am kapitalistischen Wirtschaftssystem von jungen Studenten der Politikwissenschaften, der Zahnmedizin und der Geografie krumm getreten werden, geht es auch beim Streitapfel des Symbolkampfes überwiegend um Hetze, Hass und Gewalt. Das angeblich emanzipatorische Medienportal ist brutal, gewalttätig, beleidigend, rassistisch, verfassungsfeindlich und intolerant. Und die selbsternannten Aktivisten, Antifaschisten und Antikapitalisten, die hier überwiegend unter Verwendung des Deutsch-Wortschatzes von Vorschülern Botschaften hinterlassen, die an Klosprüche in abgelegenen Autobahnraststätten erinnern, sind sichtlich intrigante, Recht und die Grundrechte anderer verachtende Klassenkämpfer, die an Freiheitsrechten so wenig interessiert sind wie am Aufbau einer gerechteren Gesellschaft durch ganz normale Arbeit, sei sie körperlich oder geistig.

Stattdessen werden Häuser mit Parolen beschmiert, Büros der politischen Konkurrenz angegriffen, das Eigentum von Feinden wird angezündet und mit richtiggehenden Rufmordkampagnen wird versucht, ausgemachte Gegner zu bedrohen und zum Schweigen zu bringen. An den Hauptkampftagen versammeln sich Hunderte junge, abenteuerlustige Leute zum Mitbomben, Zündeln und Böllerwerfen auf die Schergen des Systems, die sie nicht weniger als Hauptgegner  sehen wie ihre Hauptgegner von der Rechten.

Auf ACAB, "all cops are bastards", können sich die erlebnisorientierten Testosteronkids beider Seiten einigen, nur ihre Begründungen klingen verschieden. „Wir rufen noch einmal heutige und zukünftige Militante dazu auf, die Stadt zu zerstören, bevor die Herrschenden, die Eigentümer*innen und ihre Ordnungshüter*innen unsere Ideen, Träume und Räume gänzlich in den Trümmern von Leblosigkeit und digitalem Stumpfsinn versinken lassen“, heißt es bei der Linken, die immer dabei ist,  einen „Rechtsruck zurückzuschlagen“, die ,,AfD anzugreifen“ oder irgendwelche Kieze zu verteidigen, ind ie die Verteidiger meist selbst er gezogen sind, nachdem eine Phase der Gentrifizierung erreicht war, die es dem Architektensohn aus Köln erlaubt, ins exotische Leipzig zu ziehen, ohne deshalb auf die Reitstunden am Wochenende verzichten zu müssen.

Der Hass in Tüten


Nahezu alles, was bei de.indymedia.org steht, ist kriminell, aber herausragend gut, weil es aus der Sicht der Kriminellen der guten Sache dient. Gegen de.indymedia.org sind Hetz- und Hassseiten bei Facebook lustige Kindergeburtstage - denen erstaunlicherweise aber alle staatliche und mediale Aufmerksamkeit gilt. Während die linke Hasskonkurrenz allenfalls die Chance hat, mit konkreten Bekennerschreiben zu schweren Straftaten im Kleingedruckten der Provinzpresse zu landen.

Auch die Behörden interessieren sich grundsätzlich nicht für die Gewaltandrohungen, Erlebnisberichte von Anschlägen und Ankündigungen von schweren Straftaten, die nahezu täglich bei de.indymedia.org publiziert werden. Man hat das alles doch schon verboten! Wozu nach darauf herumreiten, dass das Verbot unterlaufen wird? Dass die Polizisten, die in Leipzig den Kopf für seine Durchsetzung hinhalten, genausogut zu Hause bleiben könnten, weil an eine Durchsetzung nie gedacht war?

Der letzte Innenminister, der sich zum grassierenden Hass auf der Plattform äußerte, war de Maiziere vor zwei Jahren bei der Begründung des Verbotes. Seitdem geht alles weiter wie zuvor. Nur eben ohne Strafverfolgung, Hausdurchsuchung oder auch nur einer Ankündigung von Ermittlungen. Ebenso halten es die Medien im Land, wie immer ein Chor, der dasselbe singt oder eben auch gemeinsam schweigt: Als hätten sie keinen Internetanschluss, schauen sie konsequent weg.

Und diskutieren lieber Deeskalationstrategien der Polizei.

Grüne Transformation: Umweltsäue auf Diät

Thüringer braten auf Rost
Statt Bratwurst wieder Brennesselsuppe: Jetzt zahlen die Alten die Rechnung für ein Leben als Klimaschädlinge.

In den Jahren direkt nach dem Krieg haben sie sich vollgefressen, später waren sie es auch, die durch den Aufbau einer klimavernichtenden Montanindustrie mit klarem Fokus auf den Export die Kindheit von Millionen zerstörten und die Zukunft der Kinder von heute aufs Spiel setzten. Angehörige der Generationen, die zwischen 1940 und 2000 geboren wurden, gelten inzwischen nach allgemeiner Einschätzung als größte Bedrohung für die Fortexistenz der Menschheit. Als "Umweltsäue" gelten sie im öffentlich-rechtliuchen Rundfunk - und wie dessen Name schon sagt: Zu Recht.

Vor allem die Älteren unter ihnen, die "nicht mehr lange hier sein werden", wie die Jugendbewegung Fridays for Future kürzlich festgestellt hatte, gelten als geriatrische Gefahr: Sie säen nicht mehr, sie schrauben nicht, zahlen kaum noch in die Sozialkassen ein und nur halb in die des notleidenden Finanzministers. Und sie ernten dennoch nicht nur, sondern sie liegen Mutter Natur auch weiter auf der ohnehin angespannten Klimabilanz.

Klar ist, dass es in einer alternden Gesellschaft einer grünen "Transformation" (Angela Merkel) ungeahnten Ausmaßes bedarf, um die Klimalast zu mindern, die Rentner, Senioren, Pensionäre und Altenheimbewohner darstellen, ohne dass sie zugleich irgendeinen nützlichen Beitrag zum Überleben der Erde im Klimanotstand zu leisten vermögen. Getreu dem Motto "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" hat jetzt ein Altenheim im westdeutschen Bochum erste Schritte eingeleitet, die Fortexistenz aussortierter Alter auch ohne das eigentlich aus Klimagründen erforderliche "sozialverträgliche Frühableben" (Karsten Vilmar) umweltfreundlicher zu machen.

Dazu setzt die Einrichtung der früheren Arbeiterwohlfahrt ihren Insassen auf Fleischdiät, Oma und Opa bekommen als Bratwurst künftig nur Würstl, die 100 statt 140 Gramm wiegen, in der Bolognese wird das Gehackte durch Gemüse ersetzt und statt Soljanka soll es wie früher Brennnesselsuppe geben. "Die alten Leute sind das teilweise noch gewohnt", heißt es in Bochum, "und sie sind auch gern bereit, etwas für die Zukunft ihrer Enkel zu opfern, wenn man es ihnen so serviert, dass sie es selbst gar nicht mitbekommen."

Obwohl rund 75 Prozent des weltweit verzehrten Fleisches von Tieren gefressen wird, gilt der menschliche Fleischkonsum Kritikern als "Klimakiller Nummer eins" (RND), der sich symbolisch bekämpfen lässt. Das wissen auch die Betreiber des Heinrich-König-Seniorenzentrums in Bochum, die bei den ihn anvertrauten alten Leuten genau aus diesem Grund künftig am Fleisch sparen wollen. „Wir versuchen, den Anteil zu verkleinern“, sagte Sabine Kirschbaum, die Leiterin des Bereiches Hauswirtschaft, gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

In der Testphase, in der herausgefunden werden soll, wie sich die Probanten unter den neuen Bedingungen halten, gibt en einem Tag pro Woche nur noch vegetarisches Essen. An den übrigen Tagen wird der Fleischanteil heruntergesetzt. Man wolle sich langsam an eine klimafreundliche Ernährung herantasten und mit Feingefühl versuchen, die oft starrköpfig an lebenslangen falschen Ernährungsgewohnheiten festhaltenden alten Leute von der großen grünen Transformation zu überzeugen.

Dringend notwendig ist das, denn nach Berechnungen der AWO erzeugt jeder Bewohner eines Pflegeheimes im Schnitt immer noch acht Tonnen CO₂ pro Jahr, ohne der Gesellschaft in irgendeiner Weise noch nützlich zu sein. Acht Tonnen klingen gemessen am deutschen Durchschnitt von fast zwölf Tonnen nach wenig, doch in der Gesamtbilanz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) müssen Mehrbelastungen durch den Funktionärsfuhrpark ausgeglichen werden.

Da etwa 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen nach AWO-Erkenntnissen die Verpflegung der Bewohner zurückzuführen sind, bestehen gute Chancen, hier straff nachzuregeln. Ziel ist es, die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens für unnütze Esser zu erreichen.

Dazu müsste der CO2-Ausstoß der Alten bis 2030 noch um etwa 87 Prozent gesenkt werden.

Samstag, 25. Januar 2020

Einmarsch der Influencer: Mit Umfragen lügen und wie man es macht

Umfrage Instagram Erfolg
Lisa und Lena sind sogenannte Influencer bei Instagram.
Wer mit Zahlen, Statistiken oder Vergleichen lügen will, und wer will das nicht!, der hat einige grundsätzliche Regeln zu beachten, um nicht sofort aufzufliegen. Einerseits ist es möglich, Zahlen ohne jeden Bezug zu präsentieren. Statt Werte aufwendig in einen Kontext zu stellen und sie damit einzuordnen, bevorzugen es Kenner, sie einfach mit dem Zusatz "weniger als" oder "mehr als" zu versehen. Andererseit besteht immer die Chance, seine selbstausgedachten Ergebnisse völlig ohne Kontext zu präsentieren. Dadurch entgeht man sicher Vorwurf, man habe einen irrführenden Kontext gewählt. Und man erzeugt beim Leser oder Zuschauer sehr sicher das gute Gefühl, etwas über die Welt erfahren zu haben, wie sie wirklich ist.

Niemand muss das glauben, aber es ist immerhin eine Zahl, an der man sich festhalten kann. Sie besagt, dass der Fotodienst Instagram aktuell etwa 19,6 Millionen Nutzer in Deutschland hat. Das mag manchem sehr viel erscheinen, aber darauf kommt es nicht an. Jeder vierte Deutsche besitzt damit einen Account bei der Facebook-Tochter, Säuglinge, Greise und Blinde eingerechnet. Zuletzt betrug das Nutzerwachstum gegenüber 2018 zwar nur noch verschwindend niedrige ein Prozent. Aber das kann natürlich auch daran gelegen haben, dass jeder, der halbwegs internetaffin und fotointeressiert ist, bereits angemeldet war. Die restlichen 75 Prozent der Deutschen interessieren sich nicht für Schminktipps von Teenagern, Urlaubsfotos Unbekannter und Werbung für selbsternannte Prominente.

Umso erstaunlicher sind jetzt Daten über den Einfluss, den sogenante  "Influencer" einer Untersuchung zufolge in der Gesellschaft haben. Dabei stellte sich heraus, dass jeder fünfte Deutsche schon Produkte gekauft hat, weil sie von Influencern zum Beispiel auf Instagram beworben worden waren. Ein schöner Erfolg für die neue Werbewelt, in der Menschen den Kakao, durch den sie gezogen werden, nicht mehr nur willig trinken. Sondern auch noch dafür bezahlen, das tun zu dürfen.

Und es hat etwas magisches. Denn von den 19,6 Millionen bei Instagram angemeldeten Deutschen haben damit nur etwa 17 Prozent der Versuchung widerstehen können, Einkaufstipps von Heidi Klum, der "gebürtigen Kölnerin Bianca Heinicke" (DPA), dem Dortmunder Fußballer Marco Reus oder den "Zwillingen Lisa und Lena" (Stern) zu widerstehen. Sie alle sind Influencer, Menschen im Zwischenreich zwischen Halbprominenz und zu Humankapital gewordener Werbeoberfläche. Manche von ihnen sind vielen Deutschen namentlich bekannt, von anderen haben die meisten noch nie gehört. Zusammen aber schaffen sie das Kunststück, 83 Prozent der Instagram-Nutzer derart wirksam mit Werbebotschaften zu penetrieren, dass diese mehr als 15 Millionen Menschen Dinge kaufen, die ihnen Figuren wie "Bibi" oder die Musica.ly-Zwillinge Lisa und Lena empfehlen.

Wer das glaubt, glaubt auch, dass wahre Schönheit von innen kommt und es nachts immer kälter ist als draußen.

Schicksale früherer Sozialdemokraten: Die Story von Sigmar und Thilo

Parteiausschluss Spiegel Schlagzeile
Immer mit eigenem Kopf, immer schräg zur Parteiführung. Als Hetzer überführt, muss Thilo Sarrazin die SPD jetzt verlassen, er geht aber nicht zur Deutschen Bank.
Es sind zwei Schicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Zwei ehemalige Sozialdemokraten, der eine Jungsozialist und Vorstand des Falken-Bezirks Braunschweig, der in den 70er Jahren zum marxistischen Flügel der deutschen Sozialdemokratie gerechnet. Der andere schon früh auf der Minderheitenseite seiner Partei, als er um 1990 herum gegen den erklärten Willen der Parteiführung für die deutsche Einheit und gegen die von Oskar Lafontaine und anderen gepredigte Verschiebung der deutschen Einheit auf einen Tag weit in der Zukunft plädierte.

Thilo Sarrazin, seinerzeit Mitte 40, war damals einer der Vordenker der Organisation der Währungsunion. Sigmar Gabriel, gerade 31, immerhin schon Abgeordneter im Kreistag von Goslar und kurze Zeit später als niedersächsischer Landtagsabgeordcneter aufgerückt in den Kreis der Nomenklarura der ehemaligen "Arbeiterpartei" (Willy Brandt). Zwei Karrieren folgten, die kein Romanautor sich schräger ausdenken könnte. Sarrazin wurde unter Klaus Wowereit Berliner Finanzsenator und später Bundesbank-Vorstand. Sigmar Gabriel diente sich unter Gerhard Schröder in die zweite Reihe hoch, wurde nach einer verlorenen Landtagswahl als Pop-Beauftragter bis in bessere Zeiten geparkt und übernahm, als die nicht kamen, schließlich die Führung der SPD.

Als Chef der schrumpfenden Partei war es Gabriel, der nach dem Fall ins erste Umfrageloch auf die Idee kam, das sogenannte "Profil" der SPD durch ein marktplatzreifes Parteiausschlussverfahren gegen den sozialdarwinistischen Fast-Faschisten Thilo Sarrazin zu schärfen. Gefangen von der Vorstellung, eine besinnungslos durch den deutschen Medienglobus jagende Aufregungsorgie können irgendetwas mit dem realen Leben zu haben, orientierte sich der "Hoffnungsträger" (SZ) beim Vorgehen gegen Sarrazin an dem der DDR-Führung gegen den Liedermacher Wolf Biermann. Ebenso wie der hatte sich Sarrazin mit seinen "kruden Thesen" "außerhalb unserer Gesellschaft" gestellt, ebenso wie der könne er nun aber, so glaubte die damalige SEDSPD-Führung, wenigstens genutzt werden, Nachahmern zu zeigen, wo Meinungsfreiheit und sozialistischer Glaube an "unser Bild vom freien und zur Emanzipation fähigen Menschen" ende.

Acht Jahre mühte sich die SPD anschließend unter Gabriel und seinen Nachfolgern, den Mann loszuwerden, der für eine aussterbende Idee von der SPD steht. Sarrazin ist mehr kalter Vernunftmensch als glühender Revolutionär, ein Pragmatiker der Macht wie der in seiner Partei stets misstrauisch beäugte Helmut Schmidt, den die SPD erst zur bewunderten Ikone erhob, als er die aktive Politik verlassen hatte. Sarrazin ist auch mehr Bestsellerautor als Arbeiterführer, während Sigmar Gabriel keines von beiden war: Das letzte Buch des Niedersachsen, ein 2018 erschienener Klassiker namens "Zeitenwende in der Weltpolitik: Mehr Verantwortung in ungewissen Zeiten", rangiert derzeit auf Platz 278.000 der Verkaufslisten. Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" belegt auch acht Jahre nach Erscheinen Platz 180.

Zwei Boxer unterschiedlicher Gewichtsklassen. So mobilisierte die deutsche Sozialdemokratie für dasgeplante Feme-Verfahrens, was immer den führenden Genossen hilfreich zu sein schien, den Abweichler loszuwerden. Jedes Mal aber war es Sarrazin, der am Ende sein Parteibuch hochhielt und trotzig verkünde, er freue sich, dass er weiter SPD-Mitglied bleiben könne. Gabriel dagegen, inzwischen von der Nahles-Fraktion aus Amt und Ministerwürden gejagt, rächte sich auf seine Weise subtil, aber wirkungsvoll an seinen Nachfolgern, indem er am Tag vor der Schicksalswahl im dunkeldeutschen Thüringen durchsickern ließ, dass ein Sozialdemokrat immer auch andere Machtoptionen hat.

Die beiden Lebenswege der beiden engagierten Sozialdemokraten trennten sich hier. Gabriel, enttäuscht vom mangelnden Vertrauen der Partei, wandte sich gegen den neuen neuen neuen Kurs seiner Partei, gegen das neue Personal, gegen alte Genossen auf neuen Posten und gegen neue Namen mit skurrilen Ideen. Von Thilo Sarrazin war hingegen wenig zu hören, der Rausch der Enthemmung, in dem der Mittsiebziger auf dem Höhepunkt seines Ruhms für alles Unheil der Welt verantwortlich gemacht worden war, verwehte. Donald Trump war auf der Bühne erschienen. Für eine "Debatte um Sarrazin" (dpa) war kein Platz mehr in der "Tagesschau", die jetzt Fake News jagen und Björn Höcke die Maske vom Gesicht reißen musste.

Es war dann das neue neue Spitzenteam Esken/Borjans, das endlich einParteigericht fand, das den früheren Berliner Finanzsenator aus der SPD ausschloss. Und es war Sigmar Gabriel selbst, der die Partei verließ, um sich der Deutschen Bank anzuschließen, eine der wenigen Institutionen weltweit, die im letzten Jahrzehnt noch mehr Federn hat lassen müssen als die älteste deutsche Partei. Im Jahr 2000 noch die zwölftgrößte Bank der Welt, ist das Geldhaus inzwischen um fünf Plätze auf Rang 17 abgerutscht. Die SPD sieht dagegen geradezu gesund aus: Von Platz 2 ging es runter auf Platz 4.

Klar, dass das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nur einem der beiden ehemaligen Genossen einen einfühlsamen Nachruf widmet: "Abschied eines Rock'n'Rollers" heißt der. Und er handelt von.

Freitag, 24. Januar 2020

Trump im Wortlaut: Die schlechteste Rede aller Zeiten



In Deutschland war das erste Urteil schnell zur Hand und von ein paar Querschlägern abgesehen blieben sich auch alle einig: Nicht nur für Grünen-Chef Robert Habeck, sondern auch für die Kanzlerin und damit für die gesamte Medienlandschaft entpuppte sich Donald Trump erneut als "Gegner", den es zu bezwingen gilt, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll. Was Trump in Davos sagte, spielte dabei nirgendwo eine Rolle, transportiert wurden allenfalls einige Sätze, einige Stichpunkte, damit sich die Kritik am Präsidenten um irgendetwas wickeln ließ.


Die "schlechteste Rede, die ich je gehört habe", wie sie Robert Habeck nennt, ist jedoch bei näherer Betrachtung eine Zeitdokument, das den Zwiespalt treffend beschreibt, der zwischen einem weltuntergangssüchtigen Europa mit seinen düsteren Zukunftserwartungen und apokalyptischen Klimaängsten und einem Amerika klafft, das beharrlich glaubt, dass jedes Problem lösbar und Glück wie Wohlstand für alle Menschen zu erreichen sind.

Was Robert Habeck, Angela Merkel und das Heer der Trump-Kritiker motiviert, dem "Hassprediger" (Steinmeier) Inhaltsleere, Selbstsucht und Lügen vorzuwerfen, ist denn auch weniger das Bedürfnis, sich inhaltlich mit dem Mann im Weißen Haus auseinanderzusetzen, indem ihm der viel erfolgreichere Weg der EU vor Augen geführt wird. Sondern die Notwendigkeit, Trumps vor Optimismus berstende Darstellung der Gegenwart und Amerikas Stellung in ihr nicht einfach so stehen und wirken zu lassen.

PPQ dokumentiert Trumps Ansprache vor der Weltwirtschaftselite im Rahmen der völkerkundlichen Serie "Doku Deutschland".


"Heute fordere ich andere Nationen auf, unserem Beispiel zu folgen und Ihre Bürger von der erdrückenden Last der Bürokratie zu befreien. 

Damit müssen Sie Ihre eigenen Länder so führen, wie Sie es wollen."


Donald Trump: Nun, vielen Dank, Klaus Schwab. Und einen ganz besonderen Glückwunsch zu Ihrem 50. Jahrestag als Gastgeber der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums. Eine wirklich erstaunliche Leistung.

Es ist eine Ehre, zum zweiten Mal als Präsident vor den angesehenen Mitgliedern dieser Organisation zu sprechen. Als ich vor zwei Jahren auf diesem Forum sprach, sagte ich Ihnen, dass wir das große amerikanische Comeback eingeleitet haben. Heute kann ich mit Stolz feststellen, dass sich die Vereinigten Staaten inmitten eines Wirtschaftsbooms befinden, wie ihn die Welt noch nie zuvor gesehen hat.

Wir haben wieder Tritt gefasst, wir haben unsere Tatkraft entdeckt und die mächtige Maschinerie der amerikanischen Unternehmen wieder erweckt. Amerika blüht, Amerika blüht auf, und ja, Amerika gewinnt wieder wie nie zuvor.

Allein in der letzten Woche haben die Vereinigten Staaten zwei außergewöhnliche Handelsabkommen abgeschlossen: das Abkommen mit China und das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko und Kanada – die beiden größten Handelsabkommen, die jemals abgeschlossen wurden. Sie wurden zufällig in derselben Woche abgeschlossen.

Diese Abkommen stellen ein neues Handelsmodell für das 21. Jahrhundert dar – Abkommen, die fair und auf Gegenseitigkeit beruhen und bei denen die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und Familien im Vordergrund stehen. Amerikas wirtschaftliche Wende war nichts weniger als spektakulär.

Als ich vor drei Jahren mein Amt antrat, befand sich die amerikanische Wirtschaft in einem eher trostlosen Zustand.

Unter der vorherigen Regierung waren fast 200.000 Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie verschwunden, die Löhne stagnierten oder fielen, fast 5 Millionen mehr Amerikaner waren aus der Erwerbstätigkeit ausgeschieden, als solche, die Arbeit bekommen hatten, und mehr als 10 Millionen Menschen benötigten Lebensmittelmarken.

Die Experten sagten ein Jahrzehnt mit sehr, sehr langsamem Wachstum – oder vielleicht sogar negativem Wachstum – hoher Arbeitslosigkeit und einer schrumpfenden Arbeitskraft, sowie einer stark schrumpfenden Mittelschicht voraus. Millionen hart arbeitender, normale Bürger fühlten sich vernachlässigt, verraten, vergessen. Sie verloren schnell das Vertrauen in das System.

Bevor meine Präsidentschaft begann, waren die Aussichten für viele Nationen düster.

Spitzenökonomen warnten vor einer langwierigen weltweiten Rezession. Die Weltbank senkte ihre Prognosen für das globale Wachstum auf eine Zahl, an die niemand auch nur denken wollte. Der Pessimismus hatte sich tief in den Köpfen führender Denker, Wirtschaftsführer und Politiker festgesetzt.

Doch trotz all der Zyniker war ich noch nie so zuversichtlich in Bezug auf die Zukunft Amerikas gewesen wie heute.

Ich wusste, dass wir kurz vor einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Aufschwung standen, wenn wir die Dinge richtig machten – einer, der eine historische Welle von Investitionen, Lohnwachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen auslösen würde.

Ich wusste, dass, wenn wir das Potenzial unseres Volkes freisetzen, wenn wir die Steuern senken, die Vorschriften drastisch reduzieren – und zwar auf ein Niveau, das in der Geschichte unseres Landes noch nie zuvor erreicht wurde. In kurzer Zeit – wenn wir kaputte Handelsabkommen reparieren und die amerikanische Energie vollständig anzapfen würden, dann würde der Wohlstand im Rekordtempo zurückkehren. Und genau das haben wir getan, und genau das ist auch passiert.

Seit meiner Wahl hat Amerika über 7 Millionen Arbeitsplätze hinzu gewonnen – eine unvorstellbare Zahl. Ich würde es nicht sagen, ich würde nicht darüber sprechen, aber das war eine Zahl, die mir vorschwebte. Die Prognose betrug 2 Millionen – wir haben 7 [Millionen] erreicht – mehr als das Dreifache der eigenen Prognose.

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei weniger als 3, 4 und 5 Prozent. Und mit 3,5 Prozent ist diese Zahl die niedrigste seit mehr als 50 Jahren. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote meiner Regierung ist die niedrigste in der Geschichte der US-Präsidenten. Wir haben mit einer relativ hohen Rate begonnen.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten konzentrieren wir den Reichtum nicht mehr nur in den Händen einiger weniger.

Wir konzentrieren und schaffen die integrativste Wirtschaft, die es je gegeben hat. Wir erheben Amerikaner jeder Rasse, Farbe, Religion und jedes Glaubens.

Die Arbeitslosenquoten unter Afroamerikanern, Hispanoamerikanern und Asiaten haben alle einen Rekordtiefstand erreicht. Die afroamerikanische Jugendarbeitslosigkeit hat den niedrigsten Stand in der Geschichte unseres Landes erreicht, den sie je erreicht hat. Die Armut der Afroamerikaner ist auf die niedrigste jemals verzeichnete Rate gefallen. Die Arbeitslosenquote der Frauen hat den niedrigsten Stand seit 1953 erreicht. Und zum ersten Mal stellen Frauen die Mehrheit der amerikanischen Arbeitskräfte.

Die Arbeitslosenquote für Veteranen ist auf ein Rekordtief gesunken. Die Arbeitslosenquote für behinderte Amerikaner hat ein Rekordtief erreicht. Arbeiter ohne High-School-Abschluss haben die niedrigste Arbeitslosenquote in der Geschichte der USA erreicht. Die Löhne steigen auf breiter Front. Und diejenigen am unteren Ende der Einkommensleiter genießen den bei weitem größten prozentualen Anstieg.

Die Löhne der Arbeiter wachsen jetzt schneller als die Löhne der Führungskräfte. Das Einkommenswachstum der unteren 10 Prozent übertrifft die oberen 10 Prozent – etwas, das bisher nicht geschehen ist. Die Gehälter für Abiturienten steigen schneller als die für Hochschulabsolventen.

Auch junge Amerikaner, die gerade erst in die Arbeitswelt eingetreten sind, partizipieren am außerordentlichen Wohlstand Amerikas. Seit meinem Amtsantritt haben mehr als 2 Millionen Millennials Arbeit bekommen, und ihre Löhne sind jährlich um fast 5 Prozent gestiegen – eine Zahl, die unvorstellbar war. Niemand hätte das vor drei Jahren für möglich gehalten. Eine Rekordzahl von Amerikanern im Alter zwischen 25 und 34 Jahren arbeitet heute.

In den acht Jahren vor meinem Amtsantritt sind über 300.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter aus der Arbeitswelt ausgeschieden. In nur drei Jahren meiner Amtszeit sind in meiner Verwaltung 3,5 Millionen Menschen in die Arbeitswelt eingetreten.

Zehn Millionen Menschen wurden in weniger als drei Jahren von der Sozialhilfe abgezogen. Die Würde der Arbeit zu feiern, ist ein Grundpfeiler unserer Agenda.

Dies ist ein Arbeiterboom. Seit meiner Wahl ist das Nettovermögen der unteren Hälfte der Lohnempfänger um plus 47 Prozent gestiegen – dreimal schneller als das des oberen einen Prozents. Das reale mittlere Haushaltseinkommen ist auf dem höchsten jemals verzeichneten Niveau.

Der American Dream ist zurück – größer, besser und überzeugender als je zuvor. Niemand profitiert mehr als die amerikanische Mittelklasse.

Wir haben 1,2 Millionen Arbeitsplätze in der Produktion und im Baugewerbe geschaffen – eine Zahl, die ebenfalls unvorstellbar ist. Nachdem wir unter den beiden Vorgängerregierungen 60.000 Fabriken verloren haben – kaum zu glauben, wenn man „60.000 Fabriken“ hört – hat Amerika unter meiner Regierung nun in sehr kurzer Zeit 12.000 neue Fabriken gewonnen. Und die Zahl steigt rapide an. Wir werden die 60.000 Fabriken, die wir verloren haben, überbieten, nur dass diese größer, neuer und die aktuellsten sein werden.

Jahre der wirtschaftlichen Stagnation sind einem riesigen Pool der Möglichkeiten gewichen. Die US-Börsen sind seit meiner Wahl um mehr als 50 Prozent gestiegen, haben das Vermögen der Haushalte um mehr als 19 Billionen Dollar erhöht und die 401(k)s, Renten und College-Sparkonten von Millionen hart arbeitender Familien, aufgestockt.

Und diese hohen Zahlen sind eine Menge, und das, obwohl die Fed die Zinsen zu schnell erhöht und zu langsam gesenkt hat. Und selbst jetzt, wo die Vereinigten Staaten bei weitem die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt sind, haben wir noch nicht einmal annähernd den Zenit erreicht. Es war knapp, aber uns ist viel Gutes widerfahren, und weniger Gutes passierte an manchen anderen Orten.

Wir konkurrieren notwendigerweise mit Nationen, die negative Zinssätze bekommen – etwas ganz Neues – das heißt, sie werden dafür bezahlt, Geld zu leihen. Daran könnte ich mich sehr schnell gewöhnen. Ich liebe das. Müssen Sie Ihren Kredit zurückzahlen? Oh, wie viel bekomme ich?

Trotzdem haben wir immer noch die besten Zahlen, die wir in so vielen verschiedenen Bereichen hatten. Es ist ein konservativer Ansatz, und wir haben ein enormes Aufwärtspotenzial, wenn alle Handelsabkommen und die massive Deregulierung in Gang kommen – was im Laufe dieses Jahres, insbesondere gegen Ende des Jahres, der Fall sein wird. Diese Handelsabkommen beginnen bereits zu greifen. Die Regelungen greifen bereits jetzt.

Und ich sehe ein enormes Potenzial für die Zukunft. Wir haben noch nicht einmal angefangen, denn die Zahlen, über die wir sprechen, sind gewaltig.

Die Zeit der Skepsis ist vorbei. Die Menschen strömen zurück in unser Land. Unternehmen kommen zurück in unser Land. Viele von Ihnen, die ich kenne, kommen mit ihren Werken und Fabriken wieder in unser Land. Ich danke Ihnen sehr. Amerikas neu gewonnener Wohlstand ist unbestreitbar, beispiellos und weltweit unübertroffen.

Amerika hat diese erstaunliche Wende nicht durch geringfügige Änderungen an einer Handvoll Gesetze erreicht, sondern durch einen ganz neuen Ansatz, der sich ganz auf das Wohl der amerikanischen Arbeiter konzentriert.

Jede Entscheidung, die wir treffen – in den Bereichen Steuern, Handel, Regulierung, Energie, Einwanderung, Bildung und mehr – ist darauf ausgerichtet, das Leben der amerikanischen Bürger zu verbessern.

Wir sind entschlossen, den höchsten Lebensstandard zu schaffen, den man sich vorstellen kann, und genau das tun wir im Moment für unsere Arbeiter. Den höchsten der Welt. Und wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter- und Mittelschicht die größten Gewinne einfährt.

Die höchste Pflicht einer Nation ist den eigenen Bürgern gegenüber.

Diesem gerecht zu werden, ist der einzige Weg, um Vertrauen in das Marktsystem aufzubauen. Nur wenn die Regierungen ihre eigenen Bürger an die erste Stelle setzen, werden die Menschen vollständig in ihre nationale Zukunft investieren. In den Vereinigten Staaten bauen wir eine Wirtschaft auf, die für alle funktioniert, und stellen die Bande der Liebe und Loyalität wieder her, die die Bürger und die Mächte der Nationen vereinen.

Heute halte ich das amerikanische Modell als Beispiel für ein funktionierendes System des freien Unternehmertums, das den meisten Menschen im 21. Jahrhundert und darüber hinaus den größten Nutzen bringen wird. Eine Arbeitnehmer-, Bürger- und Familienfreundliche Agenda zeigt, wie eine Nation gedeihen kann, wenn ihre Gemeinschaften, ihre Unternehmen, ihre Regierung und ihre Menschen zum Wohle der ganzen Nation zusammenarbeiten.

Als Teil dieser neuen Vision haben wir das größte Paket von Steuersenkungen und Reformen in der amerikanischen Geschichte verabschiedet. Wir verdoppelten die Steuergutschriften für Kinder, was 40 Millionen amerikanischen Familien zugute kam und 650.000 alleinerziehende Mütter mit 1 Million Kindern aus der Armut herausholte – und zwar schnell.
Original der Rede

Wir verabschiedeten die erste Steuergutschrift für Arbeitgeber, die bezahlten Vaterschaftsurlaub für Arbeitnehmer gewähren, die jährlich weniger als 72.000 Dollar verdienen, und verabschiedeten den bezahlten Familienurlaub für Regierungsangestellte als Modell für das Land.

Wir haben die Kinderbetreuung wesentlich erschwinglicher gemacht und die Wartelisten für die Kinderbetreuung im ganzen Land reduziert oder abgeschafft. Unsere Kinderbetreuungsreformen unterstützen berufstätige Eltern und stellen sicher, dass ihre Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger Betreuung und Bildung haben, die sie alle sehr verdient haben.

Wir haben unsere Unternehmenssteuer von der höchsten in der westlichen Welt auf eine Steuer gesenkt, die nicht nur wettbewerbsfähig ist, sondern auch zu den niedrigeren Steuern gehört.

Wir haben fast 9.000 chancenreiche Zonen in notleidenden Gemeinden geschaffen, in denen Kapitalgewinne aus langfristigen Investitionen jetzt mit Null besteuert werden, und ein enormer Reichtum fließt in Gebiete, die hundert Jahre lang nichts gesehen haben.

Die 35 Millionen Amerikaner, die in diesen Gebieten leben, haben bereits erlebt, wie ihre Eigenheime um mehr als 22 Milliarden Dollar im Wert gestiegen sind. Meine Regierung hat auch historische Investitionen in historisch schwarze Colleges und Universitäten getätigt. Ich habe die afroamerikanischen Colleges und Hochschulen gerettet. Wir haben sie gerettet.

Wir beseitigen Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg und belohnen Unternehmen, die in Arbeitnehmer, Familien und Gemeinden investieren.

Wir haben auch die ehrgeizigste Kampagne in der Geschichte gestartet, um die Vorschriften zu reduzieren, die Arbeitsplätze vernichten. Für jede neue Verordnung, die wir verabschieden, entfernen wir acht alte Vorschriften, wodurch ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt etwa 3.100 Dollar pro Jahr sparen wird. Es sollte heißen „für jede einzelne Regelung löschen wir zwei“, aber wir konnten diese Zahl auf acht anheben, und wir glauben, dass sie noch erhöht werden kann. Wir haben noch einen Weg vor uns.

Heute fordere ich andere Nationen auf, unserem Beispiel zu folgen und Ihre Bürger von der erdrückenden Last der Bürokratie zu befreien. Damit müssen Sie Ihre eigenen Länder so führen, wie Sie es wollen.

Wir stellen auch die verfassungsmäßige Rechtsstaatlichkeit in Amerika wieder her, die für unsere Wirtschaft, unsere Freiheit und unsere Zukunft unerlässlich ist. Und deshalb haben wir über 190 Bundesrichter ernannt – ein Rekord – um das Gesetz so zu interpretieren, wie es geschrieben steht. Einhundertneunzig Bundesrichter – man überlege sich das mal – und zwei Richter des Obersten Gerichtshofes.

Als Ergebnis unserer Bemühungen fließen Investitionen in unser Land. In der ersten Hälfte des Jahres 2019 zogen die Vereinigten Staaten fast ein Viertel aller ausländischen Direktinvestitionen in der Welt an – überlegen Sie sich das mal. Fünfundzwanzig Prozent aller ausländischen Investitionen in der ganzen Welt kamen in die Vereinigten Staaten, und diese Zahl steigt rapide an.

Für jedes Unternehmen, das nach einem Ort sucht, an dem es frei investieren, bauen, wachsen, sich entwickeln, innovieren und erfolgreich sein kann, gibt es keinen besseren Ort auf der Erde als die Vereinigten Staaten.

Als zentralen Teil unseres Engagements für den Aufbau einer integrativen Gesellschaft haben wir den National Council for the American Worker gegründet. Wir wollen, dass jeder Bürger, unabhängig von Alter oder Herkunft, über die erforderlichen Spitzenqualifikationen verfügt, um am Arbeitsplatz von morgen wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Dazu gehören kritische Branchen wie künstliche Intelligenz, Quantencomputer und 5G.

Unter der Führung von Ivanka – die heute bei uns ist – ist unser Versprechen an Amerikas Arbeiter zu einer ausgewachsenen nationalen Bewegung geworden, in der sich mehr als 400 Unternehmen dazu verpflichten, neue Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für annähernd 15 Millionen amerikanische Studenten und Arbeiter zu schaffen. Fünfzehn Millionen.

Amerika nimmt umfassende Veränderungen vor, um die Arbeitnehmer und ihre Familien in den Mittelpunkt unserer nationalen Agenda zu stellen.

Die vielleicht tiefgreifendste Veränderung von allen ist die Handelsreform, bei der wir chronische Probleme angehen, die jahrzehntelang ignoriert, toleriert oder ermöglicht wurden. Unsere Führer haben nichts gegen das unternommen, was uns im Handelsbereich passiert ist.

Bevor ich gewählt wurde, untergruben Chinas räuberische Praktiken den Handel für alle, aber niemand hat etwas dagegen unternommen, außer zuzulassen, dass es immer schlimmer und schlimmer wird. Unter meiner Führung hat Amerika das Problem frontal angepackt.

Im Rahmen unseres neuen Abkommens der ersten Phase – Phase zwei beginnt in Kürze mit den Verhandlungen – hat sich China bereit erklärt, im Wesentlichen Dinge zu tun, die es nicht getan hätte: Maßnahmen zum Schutz des geistigen Eigentums, Beendigung des erzwungenen Technologietransfers, Beseitigung der Handelsschranken für landwirtschaftliche Erzeugnisse und für Agrarprodukte, bei denen wir schlecht behandelt wurden, vollständige Öffnung seines Finanzsektors – das ist geschehen – und Beibehaltung einer stabilen Währung, – alles unterstützt durch eine sehr, sehr starke Kontrolle.

Unsere Beziehungen zu China waren wahrscheinlich noch nie so gut wie jetzt.

Wir haben eine sehr harte Zeit durchgemacht, aber es war nie und nimmer besser. Meine Beziehung zu Präsident Xi ist eine außergewöhnliche. Er ist für China, ich bin für die USA, aber ansonsten mögen wir uns.

Darüber hinaus wird China über zwei Jahre zusätzlich 200 Milliarden Dollar für amerikanische Dienstleistungen, Landwirtschaft und Energie sowie für Industriegüter ausgeben. Wir werden also mehr als 200 Milliarden Dollar einnehmen; es könnte näher an 300 Milliarden Dollar liegen, wenn es zu Ende geht. Aber diese Errungenschaften wären ohne die Einführung von Zöllen nicht möglich gewesen, die wir nutzen mussten, und wir nutzen sie auch für andere. Und deshalb werden die meisten unserer Zölle gegenüber China während der Verhandlungen der zweiten Phase in Kraft bleiben. Die Zölle wurden größtenteils belassen, und wir werden als Land jährlich Milliarden und Abermilliarden von Dollar erhalten.

Wie ich bereits erwähnt habe, haben wir die NAFTA-Katastrophe beendet – eines der schlimmsten Handelsabkommen, das jemals abgeschlossen wurde – und es durch das unglaubliche neue Handelsabkommen, das USMCA, ersetzt – das sind Mexiko und Kanada.

In den fast 25 Jahren nach NAFTA verloren die Vereinigten Staaten einen von vier Arbeitsplätzen in der Fertigung, darunter fast ein Viertel der Arbeitsplätzen in der Fahrzeugherstellung. Es war ein Anreiz, das Land zu verlassen. Das NAFTA-Abkommen war ein Beispiel für das jahrzehntelange Versagen des internationalen Handelssystems. Das Abkommen verlagerte den Wohlstand in die Hände einiger weniger, förderte massive Auslagerungen, ließ die Löhne sinken und schloss Anlagen und Fabriken zu Tausenden. Die Fabriken verließen unser Land, stellten dort das Produkt her und verkauften es in unserem Land. Am Ende hatten wir keine Arbeitsplätze und keine Steuern mehr und mussten das Produkt anderer Länder kaufen. Das ist nicht mehr der Fall.

Dies ist das Trümmerfeld, für dessen Aufräumarbeiten ich gewählt wurde.

Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich für das Amt des Präsidenten kandidiert habe, mehr als alles andere, denn ich konnte nicht verstehen, warum wir all diese Arbeitsplätze in so kurzer Zeit an andere Länder verlieren. Und es wurde immer schlimmer und schlimmer, und ich denke, das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich kandidiert habe, aber es gibt auch noch andere Gründe: Das alte durch ein neues Konzept zu ersetzen, das die Arbeitnehmer vor die spezifischen Interessen stellt. Und die besonderen Interessen werden sich gut machen, aber die Arbeitnehmer stehen an erster Stelle.

Unser nagelneuer USMCA [USA-Mexiko-Kanada-Abkommen] ist das Ergebnis der breitesten Koalition, die jemals für ein Handelsabkommen zusammengestellt wurde. Das Fertigungsunternehmen, die Landwirtschaft und die Arbeitnehmer haben das Abkommen nachdrücklich unterstützt. Und wie Sie wissen, wurde es gerade mit überwältigender Mehrheit im Kongress verabschiedet. Es zeigt, wie die Herausforderung des 21. Jahrhunderts, vor der wir alle stehen, gelöst werden kann: Schutz des geistigen Eigentums, Ausweitung des digitalen Handels, Wiederbeschaffung verlorener Arbeitsplätze und Gewährleistung steigender Löhne und Lebensstandards.

Die Vereinigten Staaten haben auch ein großes neues Handelsabkommen mit Japan abgeschlossen – etwa 40 Milliarden Dollar – und unser Abkommen mit Südkorea völlig neu verhandelt. Wir verhandeln auch über viele andere Transaktionen mit vielen anderen Ländern. Und wir freuen uns darauf, mit dem Vereinigten Königreich einen enormen neuen Deal auszuhandeln. Sie haben einen wunderbaren neuen Premierminister und wollen, wie sie sagen, sehr gerne ein Abkommen abschließen.

Um unsere Sicherheit und unsere Wirtschaft zu schützen, begrüßen wir auch entschlossen die amerikanische Unabhängigkeit im Energiebereich.

Die Vereinigten Staaten sind jetzt bei weitem die Nummer eins unter den Öl- und Erdgasproduzenten der Welt, bei weitem.

Während viele europäische Länder mit erdrückenden Energiekosten zu kämpfen haben, spart die amerikanische Energierevolution amerikanischen Familien jedes Jahr 2.500 Dollar, indem sie die Stromrechnungen und -zahlen senkt, von denen die Leute gesagt haben, dass es nicht möglich sei, und, was sehr wichtig ist, auch die Preise an der Zapfsäule.

Wir waren so erfolgreich, dass die Vereinigten Staaten keine Energie mehr aus feindlichen Nationen importieren müssen. Da nun ein Überfluss an amerikanischem Erdgas zur Verfügung steht, müssen unsere europäischen Verbündeten auch nicht mehr gegenüber feindseligen Energielieferanten verwundbar sein. Wir drängen unsere Freunde in Europa, die gewaltigen Vorräte Amerikas zu nutzen und echte Energiesicherheit zu erreichen.

Mit den amerikanischen Unternehmen und Forschern an der Spitze stehen wir an der Schwelle zu praktisch unbegrenzten Energiereserven, auch aus traditionellen Brennstoffen, LNG, sauberer Kohle, Kernkraft der nächsten Generation und Gas-Technologien.

Gleichzeitig bin ich stolz darauf, dass die Vereinigten Staaten über eine der saubersten Luft- und Trinkwasservorkommen der Welt verfügen – und das wird auch so bleiben.

Wir haben gerade einen Bericht veröffentlicht, der sagt, dass die USA im Moment die sauberste Luft und das sauberste Trinkwasser der letzten 40 Jahre haben. Wir haben uns verpflichtet, die Majestät von Gottes Schöpfung und die natürliche Schönheit unserer Welt zu bewahren.

Ich freue mich, Ihnen heute ankündigen zu können, dass sich die Vereinigten Staaten der Eine-Billion-Bäume-Initiative anschließen werden, die hier auf dem Weltwirtschaftsforum ins Leben gerufen wurde. Eine Billion Bäume. (Beifall.) Und damit werden wir weiterhin eine starke Führungsrolle bei der Wiederherstellung, dem Wachstum und der besseren Bewirtschaftung unserer Bäume und Wälder zeigen.

Dies ist nicht die Zeit für Pessimismus; es ist die Zeit für Optimismus. Angst und Zweifel sind kein guter Gedankengang, denn dies ist eine Zeit der großen Hoffnung und Freude, des Optimismus und des Handelns.

Aber um die Möglichkeiten von morgen zu nutzen, müssen wir die immerwährenden Untergangspropheten und ihre Vorhersagen der Apokalypse ablehnen. Sie sind die Erben der törichten Wahrsager von gestern – und ich habe sie, und Sie haben sie, und wir alle haben sie, und sie wollen, dass wir es schlecht machen, aber das lassen wir nicht zu. Sie sagten eine Überbevölkerungskrise in den 1960er Jahren, einen Massenhunger in den 70er Jahren und ein Ende des Öls in den 1990er Jahren voraus. Diese Panikmacher fordern immer das Gleiche: absolute Macht darüber, jeden Aspekt unseres Lebens zu dominieren, zu gestalten und zu kontrollieren.

Wir werden niemals zulassen, dass radikale Sozialisten unsere Wirtschaft zerstören, unser Land vernichten oder unsere Freiheit ausmerzen. Amerika wird immer die stolze, starke und unnachgiebige Bastion der Freiheit sein.

In Amerika verstehen wir, was die Pessimisten nicht sehen wollen: dass eine wachsende und lebendige Marktwirtschaft, die sich auf die Zukunft konzentriert, den menschlichen Geist erhebt und die Kreativität anregt, stark genug ist, um jede Herausforderung zu bewältigen – bei weitem jede Herausforderung.

Die großen wissenschaftlichen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts – vom Penizillin über Hochertragsweizen bis hin zu modernen Transportmitteln und bahnbrechenden Impfstoffen – haben den Lebensstandard angehoben und Milliarden von Leben auf der ganzen Welt gerettet.

Und wir arbeiten weiter an Dingen, von denen Sie in naher Zukunft hören werden, von denen Sie selbst heute, da wir hier sitzen, nicht glauben würden, dass wir die Antworten gefunden haben.

Sie werden davon hören. Aber wir haben Antworten auf Dinge gefunden, von denen die Leute sagten, dass sie nicht möglich wären – sicherlich nicht in sehr kurzer Zeit.

Aber die Wunder des letzten Jahrhunderts werden im Vergleich zu dem, was die jungen Erfinder von heute erreichen, verblassen, weil sie Dinge tun, von denen niemand dachte, dass sie überhaupt möglich wären. Wir begrüßen weiterhin die Technologie und vermeiden sie nicht.

Wenn die Menschen die Freiheit haben, Neuerungen einzuführen, werden Millionen von Menschen länger, glücklicher und gesünder leben.

Seit drei Jahren zeigt Amerika der Welt, dass der Weg in eine blühende Zukunft damit beginnt, die Arbeitnehmer an die erste Stelle zu setzen, sich für Wachstum zu entscheiden und die unternehmerische Initiative zu unterstützen, damit sie ihre Träume verwirklichen können.

Für jeden, der daran zweifelt, was in der Zukunft möglich ist, brauchen wir nur auf die gewaltigen Errungenschaften der Vergangenheit zu schauen. Nur wenige hundert Kilometer von hier entfernt liegen einige der großen Städte Europas – lebendige Zentren von Handel und Kultur. Jede von ihnen ist voll von Erinnerungen an das, was der menschliche Tatendrang und die Phantasie erreichen können.

Vor Jahrhunderten, zur Zeit der Renaissance, schauten Handwerker und Arbeiter nach vorn und bauten die Strukturen auf, die noch heute das menschliche Herz berühren. Bis heute sind einige der größten Bauwerke der Welt vor Hunderten von Jahren errichtet worden.

In Italien begannen die Bürger einst mit dem Bau eines 140 Jahre alten Projekts, des Doms von Florenz. Ein unglaublicher, bemerkenswerter Ort. Zwar gab es noch nicht die Technologie, um ihren Entwurf zu vollenden, aber die Stadtväter machten trotzdem weiter, in der Gewissheit, dass sie eines Tages dahinter kommen würden. Diese Bürger von Florenz akzeptierten keine Grenzen für ihre hohen Ansprüche, und so wurde der große Dom schließlich gebaut.

In Frankreich hält ein weiteres Jahrhundertprojekt unsere Herzen und Seelen noch immer so fest im Griff, dass selbst 800 Jahre nach seinem Bau, als die Kathedrale Notre Dame im vergangenen Jahr in Flammen aufging , die ganze Welt trauerte. Es war ein so trauriger Anblick. Ein unglaublicher Ort, besonders für diejenigen von uns, die ihn als eines der großen, mächtigen Monumente betrachteten, das so vieles repräsentierte.

Es ist schwer zu glauben, dass das Heiligtum jetzt verbrannt und verkohlt ist – ein Anblick, der kaum zu ertragen ist. Aber wir wissen, dass Notre Dame wiederhergestellt werden wird – auf wunderbare Weise. Die großen Glocken werden wieder für alle hörbar erklingen, Gott die Ehre geben und Millionen von Menschen mit Staunen und Ehrfurcht erfüllen.

Die Kathedralen von Europa lehren uns, große Träume, mutige Abenteuer und große Ziele zu verfolgen. Sie fordern, dass wir nicht nur darüber nachdenken, was wir heute bauen, sondern auch darüber, was überdauern wird, nachdem wir bereits gegangen sind. Sie zeugen von der Kraft der einfachen Menschen, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen, wenn sie durch ein großes und edles Ziel vereint sind.

Deshalb müssen wir gemeinsam mit Zuversicht, Entschlossenheit und Weitblick voranschreiten.

Wir dürfen nicht schüchtern oder sanftmütig oder ängstlich sein – sondern müssen stattdessen den Tag mutig ergreifen und den Augenblick ergreifen. Wir haben so viele große Führungskräfte in diesem Raum – nicht nur aus der Wirtschaft, sondern auch aus den Nationen – und einige von ihnen leisten eine so fantastische Arbeit. Wir arbeiten sehr eng zusammen. Wir schöpfen Kraft aus dem Ruhm der Vergangenheit, und wir werden Größe zu unserer gemeinsamen Mission für die Zukunft machen.

Gemeinsam werden wir unsere Nationen stärker, unsere Länder sicherer, unsere Kultur reicher, unsere Menschen freier und die Welt schöner machen als je zuvor.

Vor allem aber werden wir unseren Arbeitnehmern, unseren Bürgern und unseren Familien – den Männern und Frauen, die das Rückgrat unserer Volkswirtschaften, das Herz unserer Gemeinschaften und die Seele unserer Länder sind – für immer treu sein. Lassen Sie uns Licht in ihr Leben bringen, nach und nach, und sie befähigen, die Welt zu erleuchten.

Ich danke Ihnen sehr. Gott segne Sie. Gott segne Ihre Länder. Und Gott segne Amerika. Ich danke Ihnen. Ich danke Ihnen vielmals.

Frankfurter Rundschau: Geschichte einer Radikalisierung

Selbstverständlich sind sie hier für einen allenfalls noch verengten Meinungskorridor. Selbstverständlich für radikale Schritte hin zu mehr Klimaschutz. Selbstverständlich würde es, ging es nach der verbliebenen Restredaktion der Frankfurter Rundschau, keine AfD mehr geben, ja, überhaupt nichts rechts von der CDU, die CSU eingeschlossen.

Wäre die Feder wirklich ein Schwert und bei der Frankfurter Rundschau GmbH könnten sie damit am besten kämpfen, Deutschland sähe längst anders aus als man es kennt: Eine Art DDR, nur ohne Bitterfeld, dafür aber mit jeder Menge an den neuseeländischen Maori orientierten Taburegeln, die es dem Staat ersparen, zwischen Recht und Unrecht eine Strafbarkeitsgrenze zu ziehen.

Alles würde bei der FR ausgemacht, von Denkern wie Katja Thorwarth, Sylvia Kotting-Uhr Bretty Sarapuu, Katja Berlin und Stephan Hebel, bürgerlich gekleidete Revolutionäre, deren Namen ausgedacht klingen, die aber überzeugt sind, jeder Satz, den sie niederbringen, könne auslösen, wovon sie träumen: Einen Ruck, der das Land in eine Zeit katapultiert, in dem eine mutige Regierung die Unternehmenssteuern erhöht, dass es quietscht, den Armen gibt und dem Klima hilft.

Alt, aber ohne Zukunft


Zur "Taz", zum Neuen Deutschland und zur "Jugen Welt" ist es von der Frankfurter Rundschau des Jahrgangs 2019 nur noch einen Spaziergang weit weg. Das Blatt, da nach Aachener Nachrichten und Berliner Zeitung als dritte deutsche Tageszeitung eine Lizenz der Information Control Division der US-Militärregierung bekam, hat sich seit den Zeiten Karl Gerold, der die FR einst als "linksliberal" bezeichnet hatte, grundlegend gewandelt.

Aus der Zeitung, die keine der Arbeiter-, sondern eher eine der Gewerkschaftsbewegung war, gelesen von Arbeitern, mehr aber aber noch vom arbeitenden Mittelstand der Brigadiere, Ingenieure, Universitätsdozenten und mild links überzeugten Lehrer*Innen (m/w/d), wurde auf dem endlos langen Weg in den Auflagenkeller, der so dunkel ist, dass die FR bereits seit sieben Jahren keine Zahlen mehr meldet, ein zuweilen feucht geiferndes Kampfblatt für die jeweilige Überzeugung der Woche.

Immer stramm auf Regierungslinie


Windschnittig positioniert ein schmales Trüppchen von schreibfreudigen Ideolog*Innen die altehrwürdige Zeitung immer dort, wo der gesunde Menschenverstand nicht hinkommt. Ginge es nach den Meinungsführern der nach einer Kette von Notverkäufen inzwischen im Besitz der für ihre entschiedenen Gewinnoptimierungsmethoden bekannten Ippen-Gruppe angelangten Zeitung, wären
deutsche Immobilienbesitzer längst enteignet, ein Sonderkommando der Bundeswehr hätte Donald Trump impeacht und wer das Wort "Meinungsfreiheit" mahnend in den Mund nähme, bekäme ein Bußgeld wegen Wiederbetätigung aufgedrückt.

Das unterscheidet sich nicht allzusehr vom Stoff, den andere Blätter bieten, verzweifelt bemüht, den anhaltenden Auflagenschwund mit noch mehr Erziehungshilfe nach unten und Politikberatung nach oben aufzuhalten. Doch die Frankfurter Rundschau schafft bei alldem ein besonderes Kunststück: Kein anderes Blatt aus der alten Bundesrepublik steht einerseits fest an der Seite der Bundesregierung. Während es andererseits jedes Bemühen derselben, Überwachungsgesetze auszuweiten, neue Verbote anzuordnen oder Steuern zu erhöhen harsch deshalb kritisiert, weil die Überwachung immer noch nicht weit genug geht, die Verbote nicht ausreichend umfassend sind und die Steuern nie hoch genug.

Wenn eine Bundesbildungsministerin, beileibe nicht die hellste Kerze auf der Torte der Spitzenpolitik,  also vor einer "Verengung des Diskurses" warnt, weil Menschen offenbar glaubten, „dass man nicht mehr alles äußern darf“, dann ist dei FR weniger beunruhigt über die Diagnose als empört darüber, dass jemand sie stellt. Eine "unverantwortliche Aussage" sei das nämlich "und nur mal wieder Wasser auf die Mühlen des rechtsextremen, homophoben, sexistischen, frauenverachtenden Teils der Bevölkerung, der nicht damit leben kann, dass man ihnen ins Gesicht sagt, dass ihre Meinung sie als rückständige Menschenfeinde enttarnt".

Erklärungen von oben nach unten


Rückständig wäre das letzte, was die FR sein wollte. Obwohl rein rechnerisch jeder einzelne Text das Blatt seit Jahren Leser gekostet hat, bleibt es stur bei seinem Argumentationsmuster. Es wird von oben nach unten erklärt und Regierungspolitik als prinzipiell sehr gut begründet, nur dass sie eben nie weit genug geht. Was von oben kommt, ist gut, was unten dazu gedacht und gesagt wird, latent gefährlich. Wer gegen begründete Maßnahmen von Kabinett oder EU protestiert, weil er anderer Ansicht ist, liegt falsch. Denn echte Kritik ist hier nur mehr zulässig, wenn sie sich außerhalb der Landesgrenzen begibt. Oder die Richtigen trifft.

Man kann zusehen, wie der Schlamassel immer dicker wird. Die FR hat längst nicht nur die Bundesregierung im Bestreben überholt, nichts mehr links neben sich zu dulden, sondern auch sich selbst. Noch vor fünf Jahren hatte es hier "Merkels Märchenstunde" geheißen, später wurde daraus die Frage "Kann denn Merkel böse sein?"  Heute badet das Blatt seine Kanzlerin in standing ovations und ein bisschen klingt es, als sei man selbst auch ein wenig stolz, dabei mitgeholfen zu haben.

Das Verbot von Ölheizungen, eine Aktion, die Deutschland zurückkatapultieren wird ins Zeitalter des Holzfeuers, dem Finanzminister aber Mehreinnahmen in Höhe von 25 Milliarden Euro verspricht, geht der FR natürlich nicht weit genug. Nicht erst 2026 dürfe das kommen und nicht so, dass alte Ölheizungen weiterlaufen. Nein, sofort und dann vollständig, fordert die Zeitung, die im Frühjahr 2019 bereits zum sechsten Mal eine eigene Frankfurter Automobilausstellung veranstaltete. "Faszination für das Automobil" (FR) zog damals  "rund 8.000 Autofans" an, wie die unerbittlich für das Weltklima streitende Zeitung stolz berichtet.

Auch bei Moral ist es eben immer gut, wenn man sie doppelt hat.