Montag, 22. Juni 2009

Illegale Tauschbörsen erst ab 18

Kaum sind Kinderpornos durch das energische Durchgreifen von Zensurministerin von der Laien aus dem Internet verschwunden, geht die Union den nächsten großen Brandherd an. Um zu verhindern, dass jugendliche Straftäter vor und nach ihren Verbrechen auf Youtube Filme anschauen oder Emails austauschen, wird das Bundestags-Wahlkampfkonzept der CDU/CSU eine Internet-Sperre für straffällige Jugendliche vorsehen.

Verboten werden soll den jungen Leuten, berichtet die amtliche Presseagentur dpa, "vor allem die Nutzung illegaler Online-Tauschbörsen". Die wären dann künftig für Erwachsene verboten, für jugendliche Straftäter jedoch zusätzlich auch noch nicht erlaubt und nachdrücklich untersagt. Unklar ist noch, wie CDU/CSU die Sperren genau umsetzen wollen, vermutlich aber werden alle internetfähigen Rechner künftig in zentralen staatlichen Internet-Zugangsbahnhögen konzentriert, zu denen der Zugang nur mit einem einwandfreiem polizeilichen Führungszeugnis möglich ist.

Kontemplativ

Stundenweise extreme Dürre

Donnerwetter, das wird ein Jahrhundertsommer! Eben noch konnte der Wetterdienst den diesjährigen Frühling wie gewohnt als "unerwartet warm" einordnen, weil "der wärmste April seit mehr als 100 Jahren" auf eine weiter enorm ansteigende Klimaerwärmung schließen ließ. "Besonders im Norden und Nordosten" habe "ungewöhnlich viel die Sonne geschienen und der Regen unter dem Schnitt gelegen", zählten die Meteorologen von Meteomedia zwischen März und Mai aus.

Der Deutsche Wetterdienst sieht den Frühling 2009 über dem "langjährigen Klimamittel von 7,7 Grad". Mit 2,1 Grad mehr zähle die beim Wetternutzer als verlängerter Winter angekommene Witterungsperiode " wahrscheinlich zu den Top Fünf seit Aufzeichnungsbeginn 1891". Genaueres werde bekanntgegeben, sobald Gelegenheit war, im Archiv nachzuschauen. Hauptanteil am neuen Beinahe-Rekord hatte, soweit steht das fest, auch beim DWD "der um 4,4 Grad zu warme April. Aber auch der März und der Mai "lagen um 0,8 Grad und 1,6 Grad über dem Schnitt", freuen sich die Experten über das Planplus zum Maiende.

Bis zum Eintreffen des numerischen Sommers, der mit satten 18 Grad im norddeutschen Tiefland startete, schien die Sonne insgesamt um ein Drittel mehr als sonst im deutschen Frühling. Dennoch scheuten sich die Niederschlagsmengen zumindest im rätselhaften "Deutschlandmittel" nicht, "voll im Schnitt" zu bleiben, wie die amtliche Wetteragentur dpa pfiffig formuliert. Neben Sonne und Regen hätten "die Frühlingsmonate in diesem Jahr auch heftige Gewitter, Starkregen, Hagel und sogar einzelne Tornados aufgeboten" - ein nach Ansicht zahlreicher Wetterbeobachter im Durchschnitt sonst kaum anzutreffendes Schauspiel, das in diesem Jahr erstmalig zielgerichtet ergänzt wurde von Wind, stundenweiser extremer Dürre und auf- und abziehenden Wolken in verschiedensten Farben und Formationen.

Jetzt gelte es umso mehr, gerade mit Blick auf die anstehenden weichenstellenden Klimatagungen weiter an der Überdurchschnittlichkeit des deutschen Sommers zu arbeiten. 2005 konnte zum letzten Mal ein Rekord aufgestellt werden, seitdem enttäuschten die heißen Monate mit so überdurchschnittlicher Durchschnittlichkeit, dass der Deutsche Wetterdienst Badelustige in diesem Jahr schon seit geraumer Zeit auf seine traditionelle Vorhersage eines zu 70 Prozent wahrscheinlichen Rekordsommers warten lässt.

Fliesenfischen am Wasserturm

Monumental, mystisch und nun auch noch blau: Der Kachel Gott von Halle, angetreten, die Innenstadt der Saalemetropole mit Fliesen auszulegen, geht seinen einsamen und rätselhaften Weg unbeirrt weiter. Fliesenforscher, eigens angereist aus Frankfurt am Main, konnten jetzt auch in der Goethestraße ganz in der Nähe des Wasserturms eine Arbeitsprobe des manischen Kachelmannes ausmachen. Das blaue Auge deutet auf eine vertiefende Beschäftigung mit religiösen Mythen aus Vorderasien hin, nimmt aber gleichzeitig das Blau der Maradona-Motivs auf. Orient und Okzident, flieslich vereint. Was für eine Botschaft!

Sonntag, 21. Juni 2009

Zensursula - Ja. Aber so?

Das will doch gar keiner

Aus dem Clowns&Helden-Spiel wurde dann doch noch bitterer Ernst. Die einen wollten den Ex-Flughafen Tempelhof besetzen, ihn zu "Volkes freier Fläche" erklären. Die anderen haben ihn verteidigt wie Fort Knox. Hier die Clownsarmee, da die Polizei-Staffel. 1800 Beamte sollen es gewesen sein, nur allein am Flughafen.
Insgesamt spricht die Polizeigewerkschaft von 3200 Beamten, die am Wochenende bei 30 Veranstaltungen anlässlich der Berliner Chaos-Tage im Einsatz waren. Kosten: 2,5 Millionen Euro. 102 Festnahmen, etliche Verletzte auf beiden Seiten. (K)ein Spiel ohne Grenzen, möchte man meinen. Vielleicht hätte ja am Flughafen ein Pförtner für 15 Euro die Stunde gereicht. Vielleicht wären die Besetzer ja auch wieder gegangen. Es hätten viele Polizisten bei ihren Familien bleiben können.
Aber wer das Geschehen beobachtet hat weiß auch, dass dies ja eigentlich gar keiner wollte. So wie es war, so sollte es sein. Was sind denn protestierende Clowns, die nicht festgenommen werden, die sich nicht schreiend wehren dürfen? Vermummte, die nicht nach Polizisten treten, keine Steine werfen können? Polizisten, die freundlich lächelnd den Touristen den Weg erklären? Das will doch gar keiner. Nicht wirklich.

Samstag, 20. Juni 2009

Verloren im Kachel-Universum


Hat der hallesche Kachelmann sein Motiv von Maradona aktuell variiert? Uns ist nur ein Diego in rosa erinnerlich. Oder haben wir nur eine alte Fliese entdeckt, die bisher unserem Kachel-Auge entgangen ist? Wir wissen es nicht, denn das Fliesen- bzw. Kachel-Universum wird auch für uns vom Auskenner-Board-PPQ langsam unübersichtlich. Wer mehr weiß als wir, darf das gerne für sich behalten. Noch lieber wäre uns jedoch eine Wortmeldung. Wir wollen doch keine Fliese verlegen. Das würde uns verlegen machen.

Clowns & Helden


Vor mehreren zehntausende vermummten Linksautonomen hatte das LKA Berlin gewarnt. Die geplante friedliche Besetzung des Ex-Flughafen Tempelhofs wurde deshlab kurzerhand zur Chefsache erklärt. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch persönlich hatte hartes Durchgreifen angedroht. Jeder, der den Flughafenzaun überklettere, müsse mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs oder Sachbeschädigung rechnen. Solange dort noch Einrichtungen seien, die für die Sicherheit des Luftverkehrs in Berlin wichtig seien, könne das Gelände nicht freigegeben werden.
Gekommen sind jedoch bis zum Nachmittag weder Vermummte noch Steine werfende Autonome. Gekommen sind als Clowns verkleidete Aktivisten. Doch da die Polizei nun schon einmal da war, wurden auch die Clowns hops genommen. Berliner Polizisten sind eben wahre Helden.

Freitag, 19. Juni 2009

Der Meister ist zurück

Wer hat es gesagt?

Da fehlen doch noch einige Wissenslücken.

Amoklauf erst ab 18 Jahre

Der einstige NRA-Boss Charlton Heston muss sich nicht im Grabe rumdrehen. Die Verschärfung des deutschen Waffenrechts durch den Bundestag gleicht eher einer Flitzebogen-Nutzungs-Anordnung. Gefordert war das Verbot von Großkaliber-Waffen - gestrichen. Gefordert war eine Begrenzung der zuhause gelagerten Waffen nebst Munition - gestrichen.
Lediglich die Altersgrenze für das Schießen mit Großkaliber-Waffen wird von 14 auf 18 Jahre angehoben. Amoklauf also erst ab 18 Jahre. Außerdem sollen die zwölf Millionen legalen Schusswaffen in Deutschland, die im Besitz von Sportschützen, Jägern, Polizisten und Wachleuten sind, bis Ende 2012 in einem zentralen elektronischen Register erfasst werden. Das war´s. Mit Verschärfung hat das nichts zu tun. Aber das hat ja auch keiner wirklich gegalubt.
Allein die bayerischen Zahlen der Waffen-Lobby lassen einiges erahnen. Im CSU-Ländle gibt es 480.000 Mitglieder in Schützenvereinen, etwa ein Drittel aller deutschen Schützen. Diese sind in 4700 Vereinen organisiert, die sich in 109 Schützen-Gaue aufteilen.
480.000 schießende Wähler, das sind 15 Prozent aller bayerischen CSU-Wähler. Ohne die würde es schlecht aussehen in 100 Tagen zur Bundestagswahl. Dazu kommen noch einmal doppelt soviele Schießwütige in Rest-Deutschland. Hätten man denen die Schießeisen weggenommen, hätte sich die CDU gleich den Strick nehmen können. Denn Waffen wären dann ja nicht mehr erlaubt gewesen.

Wer hat es gesagt?

"Rechtextremistische Gewalttaten sind - unabhängig davon, wer Opfer dieser Gewalt wird - Gewalttaten."

Zensur beschlossen


Ein trauriger Tag für Deutschland. Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik wurde wieder eine Medienzensur beschlossen.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Flambierte Autos

Berlin brennt. Jede Nacht werden seit Wochen Autos abgefackelt. Und schon lange nicht mehr nur in Kreuzberg. Und man wird das Gefühl nicht los, Innensenator Körting und der gesamte Senat würden seelenruhig zuschauen. Neu sind die Bekennerschreiben. Die man ja heutzutage nicht mehr an Zeitungen schicken muss. Man kann sie auch anonym im Internet veröffentlichen.
Da ist dann genau beschrieben, wo und wann Autos "flambiert" worden sind.
Neu ist auch der Fackel-Tourismus. Immer mehr Touris fragen bei den Stadtführern nach "der Gegend, wo nachts immer die Autos brennen. Man wolle sich am Tage mal umsehen."
Richtig viel Besuch wird auch am Sonnabend erwartet. Da wollen "ganz friedliche Nachbarn" den ehemaligen Flughafen Tempelhof besetzen. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft. Die Besetzer übten letzte Woche schon mal im Görlitzer Park, wie man über Zäune steigt.
Und die Grünen sind damit auch wieder an die Basis zurückgekehrt. Denn sie unterstützen das Vorhaben: Ein friedvolles und kreatives Engagement für das frühere Flugfeld sei zu begrüßen, teilte Grünen-Landeschef Stefan Gelbhaar mit.
Allerdings glaubt niemand an einen "friedvollen" Samstag. Senat, Polizei und Anwohner befürchten den "Besuch" von Linksautonomen aus ganz Deutschland und Europa. Denen gegenüber werden genügend Polizisten stehen und den ein oder anderen Steinwurf provozieren. Vielleicht haben die Grünen ja ihren alten Kämpfer Joschka eingeladen. Der hat da Erfahrung.

Lebkuchenmesserwitz- und Randfigur

Man stelle sich folgendes vor: In Bayern gibt es eine Gerichtsverhandlung gegen einen Neonazi und es geht dabei NICHT um den Attentäter, der es mit einem Lebkuchenmesser auf Ex-Polizeichef Alois Mannichl abgesehen hat. So aber wirklich geschehen in Passau. Es ging um Neonazi Thoams Wulff, der bei der Beerdigung eines Altnazis das Grab mit einer Reichskriegsflagge abgedeckt hatte. 1200 Euro Strafe. Und Mannichel wurde nur am Rand erwähnt. Denn er war es, der damals Wulff festgenommen hatte. Der große Mannichl. Vom Medienstar zur Lebkuchenmesserwitz- und jetzt zur Randfigur. Steile Karriere. 

Mittwoch, 17. Juni 2009

Straftaten, Schäuble & Statistiken

Deutschland ist ein sicheres Land, sagte Stasi-2.0-Minister Schäuble bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2008 vor und freute sich über einen Rückgang der Delikte. Denn die Anzahl der registrierten Straftaten ist um 2,7 Prozent auf rund 6,1 Millionen zurückgegangen. "Der positive Trend konnte fortgesetzt werden", so Schäuble. Wie sicher Deutschland nach Schäubles Meinung ist, zeigen dann die einzelne Zahlen der Statistik.

Jeden Tag gibt es 16.712 Straftaten. Das heißt also, dass in Sicher-Deutschland alle 5 Sekunden eine Straftat passiert. Jeden Tag werden 100 Autos geklaut sowie 980 Fahrräder, täglich gibt es 1084 Ladendiebstähle. Dazu kommen jeden Tag 2189 Sachbeschädigungen und 530 Beleidigungen. Des weiteren versuchen jeden Tag 2189 Personen, sich Leistungen zu erschleichen. 958 tägliche Straftaten werden der Gewaltkriminalität zugeordnet.

Deutschland ist kein sicheres Land, die Delikte werden immer brutaler, sagte ein Beamter der Polizeigewerkschaft bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das jahr 2008.

 

Dienstag, 16. Juni 2009

Protzen in Mumbai

Die deutschen Landesbanken, als quasi-staatliche Organe der Geldverwaltung von der Krise bisher ausgenommen (weswegen die Linke fürderhin auch Fußballvereine und öffentliche Toiletten in Staatseigentum überführen möchte), protzen momentan regelrecht mit ihrer gesunden Finanzarchitektur. So verfügt die HSH Nordbank, die mit Verlusten von 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr als Paradebeispiel für originell-öffentliche Geldanlagen gelten darf, über einen Fuhrpark, der Stärke demonstriert: 62 Fahrzeuge, darunter S-Klasse und A8, aber auch vier geländegängige Luxus-SUV Audi Q7, zweimal die M-Klasse sowie ein Mini-Cooper, stehen den Führungskräften zur Verfügung. Da wundert es nicht, dass die angeblich "klamme" Bank in Besitz eines 28 Meter langen Ausflugsschiffs ist. Auch die BayernLB kann sich Millionenverluste aus dem Engagement in zwei Luxushotels einfach leisten. Und wer sich wie Helaba, die Landesbank Baden-Württemberg und die NordLB ein Büro in Mumbai leisten kann - dem muss es prima gehen.

Schwein gehabt

Berlin hat Schwein. Mit Grippe. Nachdem die Erkrankung an dem neuen Virus einer 23-Jährigen bekannt wurde, meldete die Gesundheitsverwaltung jetzt noch einmal zwei Fälle. Grund genug für die Verwaltung, die Medien über notwendige Schritte zu informieren. So empfahl Berlins Seuchenbeauftragte Dr. Marlen Suckau den Hauptstädtern, sich "jetzt einen Munschutz zuzulegen, bevor es zu spät ist." Die Sprecherin der Verwaltung legte noch einen drauf: "Kann man ja immer zuhause haben. Bei so mancher Hausarbeit empfiehlt sich durchaus ein Mundschutz." So so. Außerdem sollen die Berliner ihre Hände gründlich waschen und ab sofort "in den Ärmel husten". Da kann so manch Gesundem schlecht bei werden. Den drei Kranken wurde übrigens Haus-Quarantäne verodnet, sie dürfen wenigstens eine Woche lang nicht die Wohnung verlassen. Auf Anfrage, wie und wer denn diese Quarantäne überwachen würde, antwortete eine Senatssprecherin lapidar: "Nicht und niemand. Oder wollen sie ein Polizeiauto vor jede Wohnung stellen?" Und sowieso sei diese Grippe harmlos und würde nach 7 bis 9 Tagen vorbei sein. Also was nun. Harmlos oder Mundschutz? (Wäre auch mal wieder ein schöner Bandname: Harmlos oder Mundschutz).

Wer hat es gesagt?

Da fehlen doch noch einige Wissenslücken.

Montag, 15. Juni 2009

Auf der Suche nach Gott

Der Bildungsbürger jubelt und auch das Proletariat freut sich. Nun kann man endlich auch beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen Casting-Shows verfolgen. Und das ZDF bäckt natürlich keine kleinen Brötchen, aber auch keine großen. Sondern da, wo man angeblich besser sieht, werden gleich die großen Torten gebacken. Niemand Geringeres als der „Super-Kanzler" wird in der Show „Ich kann Kanzler" gesucht. Zwei Tage lang kämpften die Bewerber, sechs Finalisten dürfen am 19. Juni live im ZDF ihre KanzlerInnen-Qualitäten beweisen. In der Jury sitzen Günter Jauch, Anke Engelke und Bremens Ex-Bürgermeister Henning Scherf. Dieser hofft, so behauptet das jedenfalls dpa, „dass die Show das Interesse der jungen Leute an Politik weckt." Denn das Desinteresse junger Menschen liege an der misslungenen Vermittlung von Politik. Da ist dann natürlich so eine Fernseh-Casting-Show für den nächsten Superkanzler genau das Richtige. Vielleicht sucht das ZDF ja demnächst auch den Super-Programm-Chef? Oder besser gleich den Super-Intendanten. Oder es macht sich endlich mal auf die Suche nach Gott. Das wäre doch mal eine echt interessante Casting-Show.