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Mittwoch, 2. Dezember 2015

Öl: Mutige Enthüllung gegen schützendes Schweigen

Es musste erst wieder der "Spiegel" kommen, um die Fragen zu stellen, auf in den deutschen Medienhäusern bis dahin keinem eingefallen waren. Wohin verkauft der berüchtigte Islamistische Staat eigentlich all das Öl, von dem alle ständig schreiben, er würde damit Millionen verdienen? Ist es Israel, das deutschlandweit ohnehin wegen Kriegstreiberei unter Verdacht stehende Nachbarland? Jordanien, der Libanon oder der Irak?

Der "Spiegel" braucht nicht die fragwürdige Schützenhilfe des Moskauer Diktators Wladimir Putin, um selbst auf die Türkei zu zeigen: "Stratege des Terrors - wie Erdogan seinen Krieg nach Europa bringt" titelt das Magazin und legt den Finger in die schwärende Wunde der deutschen Bündnispolitik. Recep Erdogan gilt als wichtigster Freund Deutschlands im Kampf gegen den "Flüchtlingszustrom". Er ist aber zugleich über seinen Sohn Bilal Erdogan direkter Profiteur des Ölhandels mit dem IS.

Ein Umstand, der in Russland mit theatralischer Empörung notiert wird, lief in Deutschland vor knapp zwei Jahren als "Bizarre Geschäfte". Und seitdem gar nicht mehr.
 
Erst der "Spiegel" änderte das, mit einem mutigen Titelbild und einem instruktiven Text, der Wladimir Putin zur Verdachtsberichterstattung gegen Erdogan nutzt, dabei aber darauf achtet, das seit dem letzten Beschluss zum Abzug der Bundeswehr aus dem Reich des Istanbuler Despoten gerade erst wieder enger gewordene Verhältnis zur Türkei nicht zu beschädigen.

Es geht um Krieg, Frieden, visafreies Reisen und eine neue, glaubwürdige Beitrittsperspektive für die Türkei, die als erster Staat gilt, der nach dem II. Weltkrieg in ein Nachbarland einmarschiert ist und Teile von dessen Staatsgebiet bis heute besetzt hält. Ein Vorgang, der in der EU weitgehend unbekannt ist, weil er als unglaublich unangenehm gilt.

Im Schutz des schützenden Schweigens der europäischen Medien zur Verstrickung der Türkei in den nordzyptiotischen Separatismus ist es dem "Strategen des Terrors" (Spiegel) Erdogan gelungen, den IS über Ölgeschäfte und Waffenlieferungen so zu stärken, dass die nach Europa strömenden Flüchtlingen die EU zwingen, die alte Freundschaft mit dem "türkischen Alptraum" (Die Zeit, 2014) neu zu beleben.

Nun hat Erdogan die EU in der Hand, die darf um den Preis der Unterstützung bei der Grenzsicherung nicht auf den Versuch Putins eingehen, die europäische Gemeinschaft und das Land am Bosporus zu spalten und zu entzweien. Deutschlands Oldtimerflotte aus Tornado-Kampfflugzeugen braucht die Türkei als Basis für den Kriegseinsatz über Syrien. Deshalb gilt es jetzt für alle Großredaktionen, der Bitte aus dem Kanzleramt zu folgen, und möglichst nicht oder aber nur ganz klein über die Hinweise auf die türkische Unterstützung für den IS zu berichten.

Umso lobenswerter, dass der "Spiegel" ausschert, um Ross und Reiter unmissverständlich nennt: Putin hat gesagt. Erdogan wies es vehement zurück.





Kommentare:

Gerry hat gesagt…

Die EU-Pfeffersäcke, welche meinen, in der Politik liese sich alles mit dem Geldbeutel regeln, geben dem Chaoten Erdogan einen Hebel in die Hand, den er ab jetzt wohl öfters einsetzen wird. Die Überlegung, ob Erdogan diese Mrd tatsächlich für die Flüchtlingsfrage einsetzt, so wie es die EU Intention ist, kann man sich wahrscheinlich schenken.

Russland fährt in Syrien auf der Siegerspur, Frankreich versucht da aufzuspringen, Deutschland will auch noch ein bisschen. Die Türkei als US-Knecht hatte alle Chancen, sich für die eurasiche Seite zu entscheiden, war aber wohl letztendlich zu schwach gewesen, sich den amerikanischen Sabotageaktionen zu widersetzen.

Ob das jetzt nun clevere Strategie Putins war - es existiert jedenfalls ein Riss in der NATO.

Die Anmerkung hat gesagt…

Zuerst mal bringt Erdogan seine Krieger hierher. Der Kreig zieht später nach.

Anonym hat gesagt…

>es existiert jedenfalls ein Riss in der NATO

Seien wir ehrlich, Erdogan geht allen bloß noch auf den Sack.

Der Skeptiker hat gesagt…

Klasse PPQ, immer wieder erbaulich, wie Du die Sache auf den Punkt bringst. Aktuell, fundiert, pointiert - Du bist meine erste Quelle im www. Gruß nach Halle!

Der Skeptiker

Anonym hat gesagt…

Putin macht den Türken wirtschaftlich platt .

wolpertinger hat gesagt…

Die Amis wollen die Turkmenen unbedingt in der EU haben.Die größte Aminutte aller Zeiten weiß das,und hilft dem Neger auch sehr dabei.Also wird es wohl auch so kommen.