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Donnerstag, 6. Oktober 2016

Aufatmen in der Arbeiterklasse: Peer Steinbrück wird nicht arbeitslos

Aufatmen in Deutschland: Peer Steinbrück macht weiter.
Was war das für ein Bangen in Deutschland, eine Zukunftsangst, ein Hoffen auf bessere Zeiten, seit Peer Steinbrück vor kurzem seine letzte Rede im Bundestag gehalten hatte. Was sollte nur werden aus dem Mann, der in seinen großen Tagen als Spitzen-Sozialdemokrat die Hoffnungen aller Entrechteten und ungerecht Behandelten trug? Der der SPD neues Leben einhauchte und sein Gespür für große Momente der Popmusik als deutscher Johnny Cash bewies? Wie Joschka Fischer brotlos, wie Gerhard Schröder in den Fängen des russischen Erbfeindes, wie sein Genosse Walter Steinmeier bangend und bettelnd darum, für treue Dienste eine Anschlussverwendung als Bundespräsident geschenkt zu bekommen, um die Miete bezahlen zu können, so sah man ihn schon. Einen politischer Frührentner, in einem Alter im Ruhestand, in dem Konrad Adenauer noch nicht einmal seine erste Kanzlerschaft angetreten hatte.

Doch von wegen Rente mit 69! Ex-Bundeskanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nicht genug vom aktiven Arbeitsleben. Nach seinem Abschied aus der Politik, in der es ihm gelungen war, eine umfassende Deregulierung der deutschen Banken auf den Weg zu bringen, kämpft der früher so führende Sozialdemokrat weiter in der ersten Reihe: Steinbrück hat einen Posten bei der Internet-Bank Ing-DiBa ergattert und damit alle Sorgen der Wähler, er könne ohne auskömmliche Diäten vom Fleisch fallen, ins Reich der Sagen verwiesen.

Die niederländische Mutter der Bank, in der Finanzkrise einst das erste Institut, dass mit Staatshilfe vorm Kollaps bewahrt werden musste, erwähnt Steinbrück bei der Begründung seines Engagement als „Berater des Vorstands“ der deutschen Tochter nicht.

Lieber spricht er von den „sozialdemokratischen Traditionen“ der ehemaligen Gewerkschaftsbank. Die hatte der damalige Chef der Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden und spätere Bundesverteidigungsminister Georg Leber einst gegründet, um die neueingeführten vermögensbildenden Leistungen der Arbeitnehmer abgreifen zu können. Später spekulierte die Bank mit dem Kauf von Banken, machte mit der degussa-Bank einen Millionenverlust und wurde auf dem Höhepunkt der Bankenhausse Mitte des ersten jahrzehnts des Jahrtausends ganz von der ING übernommen.

Seitdem setzt die ING-Diba verstärkt auf schrille Werbung und die aggressive Vermittlung von Ratenkrediten. Ganz im Sinne des früheren SPD-Finanzministers Hans Matthöfer und des nach seiner aktiven Zeit zu großem Ansehen gekommenen früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt, die Steinbrück als Kronzeugen für die Nettigkeit seines neuen Arbeitgebers anführt. Beide hätten dem Geldistitut „sehr nahe gestanden“, sagt Steinbrück, der für das Groteske stets zu haben ist..

Das entschuldigt dann sogar eine Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent, wie sie die deutsche Sozialdemokratie über Jahre als Raub am deutschen Arbeiter bezeichnet hatte.



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