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Dienstag, 18. Februar 2020

Benziner for Future bei Tesla: Benzin bleibt!

Demonstrativ mit Plastikbagsund Plastikkanister richteten sich die Benzinerfans auf eine lange Besetzung ein.
Das hatten sich die amerikanischen Turbokapitalisten so schön ausgedacht: Deutschland, elektromobil ein Entwicklungsland, das hohe Strompreise mit der strategischen Verknappung einstiger ingenieurtechnischer Brillanz verbindet, würde auf eine Tesla-Fabrik förmlich fliegen, in der künftig polnische Mietarbeiter aus chilenischem Lithium und fair vergorenem Tat-Stahl umweltneutrale Fahrzeuge schmieden würden, die direkt am Ort des Fahrvollzuges kein einziges Stäubchen aus keinem einzigen Auspuff schleudern würden. Den Deutschen gefällt das, das gute Gefühl gut zu sein. Tesla wurde mit Fanfaren begrüßt und gefeiert. Alle Unkenrufe verstummten. Das Kernland aller kommenden Katastrophen, Zuhause höchster Steuern und niedrigster Netzabdeckung ist eben doch ein guter Investitionsstandort.

Doch noch alle lassen sich so leicht aufs Glatteis der Demagogie eines Elon Musk führen. Kaum hatte der US-Konzern, dem die brandenburgische Behörden eine Genehmigung zum Beginn des Baus seiner Fabrik schneller erteilt hatten hat als normalerweise das erste Umweltverträglichkeitsgutachten für eine Hundehütte in der Belziger Innenstadt benötigt, standen die Vertreter des alten automobilen Deutschland auf gegen den Umweltfrevel zur Förderung ausländischer Profitinteressen.

Aktivistinnen - mutmaßlich Sympathisanten der Bewegung Fridays for Hubraum - hielten stundenlang Bäume auf dem künftigen Tesla-Gelände in Berlin-Grünheide besetzt. Sie entfalteten Transparente mit Sprüchen wie "Benziner bleibt" und "Kein Platz für Dieseldiebe". Bei Twitter schrieb ein Teilnehmer, der sich und seine Besetzertruppe "Benziner for future" nennt, "Bäume entern gegen Tesla!"

Eine Kampfansage des alten Verkehrs an den neuen, der nicht nur die Arbeitsplätze zehntausender Mitarbeiter deutscher Automobilhersteller bedroht, sondern auch Tankstellenkassierer, Werkstattpersonal und weite Teile der Touristikindustrie, die nach einer Kritik des früheren Microsoft-Chefs Bill Gates am hundertausend Euro teuren Porsche Taycan fürchtet, große Teile ihrer derzeitigen Klientel zu verlieren, wenn Urlaubsreisen künftig überwiegen aus An- und Abreise bestehen.

Die „Benziner for future“ wollen es nicht soweit kommen lassen. Der Wald sei Lebensraum für schützenswerte Arten und dürfe nicht gefällt werden für eine Firma, die  gern mit einem grünen Image blende, "dabei bauen sie am Ende den gleichen Mist wie die meisten anderen kapitalistischen Unternehmen“, heißt es im Bekennerschreiben der Benzinerfans, die zwischen zwei Bäumen eine umweltfreundliche Plattform errichtet hatten, auf der ein kleines klimaneutrales Zelt aufgebaut war.
Augenscheinlich war die autonome Kleingruppe  darauf eingerichtet, länger zu bleiben, doch weil die Baumschützerinnen gegen das Betretungsverbot des Geländes verstoßen hatten, wurde die Polizei vom Ordnungsamt um Amtshilfe gebeten. Beamte forderten die PS-Aktivistinnen auf, die Bäume zu verlassen. Daraufhin beendeten die Besetzer*inn*en die Aktion.


Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die nach einem Bericht des "Tagesspiegel" inzwischen zu den Grünen gewechselt ist, äußerte sich aufgrund der bundesweiten Bedeutung des Falles umgehend ebenfalls bei Twitter. Sie sei zuversichtlich, "dass der Eingriff in den Naturhaushalt vollständig und gut ausgeglichen kann", schrieb die - nach Tagesspiegel-Angaben - frühere SPD-Politikerin. Offenbar will die Bundesregierung bei der Umsetzung von Energieausstieg und Mobilitätswende keine Kompromisse mit ewiggestrigen Diesel- und Benzinanhängern eingehen. Der Kurs sei klar, schrieb Schulze ohne nähere Angaben zu machen: "Energiewende und Naturschutz müssen zusammen gelingen können!“

Inzwischen hat der Dieselautofahrerverband „TDI“ den Bau der falschen Öko-Fabrik wenigstens per Gericht stoppen können. Es besteht Hoffnung, dass sich das Projekt dadurch um Monate wenn nicht Jahre verzögern könnte. Beginnt erst die Brutperiode, darf bis in den Herbst keine Baufreiheit mehr geschaffen werden. Tesla könnte dann erst im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten beginnen. Deutschland könnte der Welt in Brandenburg zeigen, dass umweltzerstörende Elektromobilität der falsche Ausweg aus der Wachstumsökonomie ist. Tesla müsste begreifen, das dieses Land, das nicht nur mit der Erfindung von Diesel- und Ottomotor schon so viel Schuld auf sich geladen hat, jetzt einen Schlussstrich zieht. Und eben nicht zur Verfügung steht, die Grundlagen für einen neuen Elektrowahnsinn zu legen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Man sollte diesen Leuten mal alles wegnehmen, was von Weißen erfunden und von bösen Kapitalistenkonzernen erzeugt wurde. Dann würden sie mit ihrem selbstgebastelten Traumfänger nackig im Freien stehen.

Anonym hat gesagt…

https://www.youtube.com/watch?v=OkecJBrekVk&feature=youtu.be


NDR-Mitarbeiter bedroht Bürger

Jodel hat gesagt…

Köstlich, einfach köstlich. Genau wie der Käser Joe vor ein paar Wochen feststellen musste, beißt die von allen verhätschelte und mit Steuergeldern aufgepäppelte Umweltbrut auch voll Genuss in die fütternden Hände. Auch supergrüne Vorzeigeprojekte werden inzwischen von der Wohlstand-nein-Danke Fraktion mit allen Mitteln bekämpft. Die Geister die sie riefen werden sie nun nicht mehr los.
Ich wäre ja auch für den Vorschlag von Anonym1. Aber wahrscheinlich werden die Vollzeit-Verhinderer wieder nur mit Wattebällchen beworfen. Soll Tesla halt nach Polen gehen. Die zugesagten Subventionen werden unsere Politiker im Zweifelsfall sicher auch dorthin überweisen. Es gilt ja schließlich den Weltuntergang zu verhindern. Da darf man wegen ein paar Kilometern nicht kleinlich sein.

Wenn man nicht selbst mit drin stecken würde, könnte man sich am Schauspiel unseres Niedergangs ergötzen. Den Unterhaltungswert kann sich niemand bestreiten.

Anonym hat gesagt…


Wenn man nicht selbst mit drin stecken würde --- Eben, eben. Das ist nach Heinz Erhardt das hüpfende Komma. Und, viel mehr, als in öffentlichen Verkehrsmitteln Leser des Speichels oder der Saudeutschen Zeitverschwendung mit obszönen Gebärden (Faust I: Das ist das Wappen, das ich führe!) und DEUTSCHEN Blicken zu belästigen, ist nicht drin. Obendrein fühlt sich das Hammelpack dabei bestätigt, meistens.

Anonym hat gesagt…

Die Ökos sind mir ja sonst so genehm, wie ein Furunkel am Ursch (= operation royale) - aber hier sind sie mir einfach lieb und wert.

Anonym hat gesagt…

Hat sich seit heute vorläufig erledigt!

Gut erfunden, aber dennoch leider nur erfunden: Nach Florus wurde den Juristen im Troß des Quinctilius Varus die Zunge herausgeschnitten, und das Maul zugenäht: Jetzt kannst du nicht mehr zischen, du Schlange!