Sonntag, 1. Februar 2026

Hitler im Bikini: Die sexualisierte EU

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Elon Musks Chatbot Grok erlaubte es zeitweise sogar, Charlie Chaplin in seiner Rolle als Hitler zu sexualisieren.


Er zieht Menschen aus, ungefragt. Er sexualisiert Pixel, die er sich selbst zusammenrechnet. Und auf Wunsch lässt Elon Musks KI-Chatbot Grok Nutzer sogar Bikinibilder von Leuten anfertigen, die so oder so ähnlich sonst nur am Strand oder im Freibad zu sehen sind.  

Für eine Gesellschaft, die nach einigen Jahrzehnten voll mit unbekümmerten Hedonismus und schrankenloser Freizügigkeit zurück in der strengen Prüderie der 50er Jahre, ist die Vorstellung, eine Rechenprogramm könne nackte Haut virtuellen Exhibitionismus neu erschaffen, als schlimmerer Tabubruch als die Absage der Hippie-Generation an gesellschaftliche Normen. 

Das Gegenteil von Freizügigkeit 

50 Jahre nach 1968 hat sich das Ideal von Love, Peace und Freedom in sein Gegenteil verwandelt. Argwohn gegenüber Andersdenkenden, Frieden durch Wehrwilligkeit und die unbedingte Bereitschaft zur Unterwerfung unter den Willen der Obrigkeit haben die Vorstellung einer Welt mit sexueller Befreiung und freier Liebe abgelöst. Aus dem radikalen Abschied von Gehorsam, Leistungsdruck und Kleidungsnormen, den die 68er predigten und die Techno-Kids der 90er wiederbelebten, ist die Sehnsucht nach einem Staat geworden, der sagt, wo es langgeht. Und die bestraft, die in die falsche Richtung unterwegs sind.

Grundrechtswidrige Bikinis können sie alle.

Als der Chatbot Grok damit auffiel, dass er wie andere KI-Programme auch in der Lage ist, Menschen unbekleidet darzustellen, alarmierte diese ungeheuerliche Entdeckung umgehend die EU-Kommission. Deren Kommissare fechten seit Monaten einen Krieg mit Elon Musk aus, die Fehde entzündete sich ursprünglich an dessen Weigerung, sich europäischen Kontrollvorschriften zu unterwerfen. 

Musks Endgegner wurde aussortiert 

Der damalige EU-Kommissar Thierry Breton lud Musk zu einer Vernehmung vor. Der reichste Mann  der Welt aber erschien nicht, ohne sich zu entschuldigen. Obwohl der Franzose Breton später aussortiert wurde, um die Wogen zu glätten, nutzt seine frühere Vorgesetzte Ursula von der Leyen jede Gelegenheit, um X zu kujonieren, Strafen anzukündigen und zu verhängen.

Auf die Nacktbilder, die der X-Chatbot erschafft, reagierte die EU nicht anders als die katholische Kirche auf die Aktmalerei von Michelangelo, Sandro Botticelli und Egon Schiele. Nacktheit, selbst züchtig von Badebekleidung bedeckt, empört die Kommissare und auch die die bisher so blasse Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sieht einen passenden Anlass, ein "härteres Vorgehen" anzukündigen. Züchtige Frauen in Bikinis, in den liberalen Zeiten der "exhibistionistischen Gesellschaft" (Der Spiegel) Standardinventar jedes gut gehenden Nachrichtenmagazins, gelten als "KI-generierte sexualisierte Bilder". Gegen die nur das Einschreiten des Gesetzgebers helfen kann.

Prompt statt Pinsel 

Ein neues Mittelalter scheint auf, in dem Nacktheit allein schon als sexualisierte Gewalt gilt. Der unbekleidete Mensch, noch vor 17 Jahren als Kaufanreiz gern genutzt, alarmiert die Behörden. Nackt zu sein ist nicht mehr schön, ist nicht Ausdruck von Ästhetik und Inspirationsquelle für Künstler. Wird statt eines Pinsels ein Prompt verwendet, verwandeln sich die Nackedeis in von dargestellten Schönheitsidealen in erotische Übergriffe auf die neue Schamhaftigkeit eines Gemeinwesens, das auf dem besten Wege ist, sich zwischen Tabus aller Art einzumauern.

Das Internet ist voller Pornoseiten. Eine Plattform wie OnlyFans finanziert den deutschen Spitzensport. Frei empfangbar über jeden Satellitenreceiver sind allerlei Mopssender Marke "Ruf mich an". Jugendschutz funktioniert in der EU wie alles andere auch nicht. Allerdings stört das wenig, weil sich kein politischer Blumentopf  mit dem Kampf gegen Babestation, Fundorado und Visit X gewinnen lässt.

Elektrische Nacktheit 

Die virtuelle Grok-Erotik, das elektronische Erbe der seit der Antike aus Kunst und Kultur nicht wegzudenkenden Nacktheit, ist ein ganz anderes Kaliber. Jedes kleine Kind mit großer Neugier ist heute in der Lage, im Netz eine Seite zu finden, auf der nach dem Wegklicken des Banners "I'm 18 or older" echte Menschen kopulieren. Die große Sorge der Politik aber gilt allein den aus Pixeln zusammengelöteten Bikini-Bildern, die ein Algorhitmus auf Anweisung erschafft.

Ein Rückfall in eine dunkle, düstere Vergangenheit, in der unbekleidete menschliche Körper mal mehr und mal weniger als Verbotstatbestand galt. Künstler im alte Griechenland gingen scheinbar noch unbefangen mit der Darstellung der natürlichen Verhältnisse um. Die antiken Meister schufen Skulpturen von Menschen in voller Pracht, mit straffen Muskeln, gespannten Sehnen und gemeißelten Gesichtern.

Unbekleideter Marmor in der Antike 

Zu sehen war unbekleideter Marmor, nicht nackter Mensch, Brüste und Geschlechtsteile aus Stein, letztere gern ganz klein. Gezeigt werden durfte alles, aber selbst Michelangelos, ein Genie bei der Abbildung von Wirklichkeit, formte stets unterdimensionierte Geschlechtsorgan, um nicht in Verdacht zu geraten, seinen David oder seinen Neptun auf der Florentiner Piazza della Signoria sexualisieren zu wollen.

Im Barock wurden Genitalien auf alten Bildern dann gleich übermalt, auf neuen schützten dicke Kleiderschichten vor zu tiefen Blicken. Im Laufe der Geschichte wechselte alles einmal durch, große und kleine Brüste, versteckte und offen gezeigte, Bäuche und Penisse, mal mehr und mal weniger frei gezeigt. Durften Körper an sich nicht nackt sein, waren es die Engel. Heute unvorstellbar, dass Künstler dem Vorwurf, erotische Botschaften zu malen, dadurch aus dem Weg gingen, dass sich in die Darstellung nackte Kinder retteten. 

Das Verrückte als Normalität 

Das Verrückte als Normalität, jeweils gesehen aus dem Zeitalter einer anderen Verrücktheit. Die Geschichte der Nacktheit in der westlichen Kultur hatte einen Zustand der Gelassenheit erreicht, als die gemischte Sauna akzeptiert wurde, wagemutige Autorinnen der Frauenzeitschrift "Amica" im Selbstversuch ihren Chancen auf dem Sexmarkt testeten und 100 Frauen freiwillig an einer Performance der italo-amerikanischen Künstlerin Vanessa Beecroft in der Berliner Nationalgalerie teilnahmen – und zwar komplett nackt, abgesehen von ihren durchsichtigen Strumpfhosen. 

Eine Art Kunst, wie sie 20 Jhare später unvorstelbar geworden ist. Die Verprüderung des Westens hat ein Ausmaß an Empfindlichkeit produziert, das nicht mehr nur den echten Menschen vor unerwünschter Beobachtung im unbekleideten Zustand schützt, sondern auch faktisch inexistente Ergebnisse von KI-Berechnungen. Seit Nutzer Anfang Januar nach einem Musk-Post mit der Aufforderung, ein Bikini-Bild von sich selbst zu erstellen zu Tausenden begannen, den Chatbot Halbnackte zu produzieren, gelten die erschaffenen Bikini-Bilder als Erebnisse einer unerwünschten "Entkelidung", die "fremde Personen sexualisiere". 

Eine vermeintliche "Entkleidung" 

Dass vieler der vermeintlich Betroffenen ebenso wenig real sind wie die vermeintliche "Entkleidung", hindert die Aufsichtsbehörden nicht an einer aufgeregten Reaktion: Ein "Verfahren gegen den Dienst von US-Milliardär Elon Musk" wurde eingeleitet, basierend  auf einer schätzung des  "Center for Countering Digital Hate", nach der Grok etwa "drei Millionen sexualisierte Bilder in weniger als zwei Wochen generiert" habe – "darunter 23.000 von Kindern".

Sind es echte Kinder, die von der KI in sexuell anzüglichen Posen dargestellt wurden? Oder handelt es sich um Pixelkinder im Badeanzug, da Gesicht so wenig echt wie Bauch, Beine, Po und Bikin? es spielt keine Rolle. Nachdem X seinen Algorithmus komplett zur Begutachtung durch jedermann ins Netz gestellt hat, droht das bereits beendete Großverfahren der EU wegen mangelnder Transparenz bei Werbung und einem unzureichenden Datenzugang für Forscher in die Binsen zu gehen.

Das Brüsseler Melk-Kartell 

Im Dezember hatte die EU-Kommission - einmal mehr Gesetzgeber, Ermittler, Anklagebehörde und Gericht - ein Bußgeld in Höhe von 120 Millionen Euro gegen X verhängt. Damals ging Ursula vond er Leyen vor allem darum, den Amerikaner eine Harke zu zeigen und zu beweisen, wie unerschrocken seinen bitzarren Digital Services Act durchsetzt, obwohl es so viel zu verlieren hat.

Die Veröffentlichung des Algorithmus, die erste, die ein großes soziales Netzwerk gewagt hat, wurde von Brüssel nicht kommentiert, obwohl die Mütter und Väter der strengen EU-Regeln sich dieses ungeahnte Ausmaß an Transparenz gut als Erfolg ihrer der rigorosen Regulierung hätten gutschreiben können. Auch die deutschen Medien, für die der Besitzer der Kurnachrichtenplattform ein Lieblingsfeind ist, ignorierten die Veröffentlichung vollständig. 

Schweigen und Schreien 

Von "Spiegel" bis "Zeit" und "SZ" bis ARD - so laut die selbsternannten Leitmedien über die Manipulationen wetterten, mit denen Musk angeblich dafür gesorgt hatte, dass die AfD in Deutschland bei Umfragen vor der CDU liegt, so leise wurde es, als der Vorwurf ätte geprüft werden können. Lieber schwenkten alle zu den "sexualisierten KI-Bilder", bei denen auch nicht groß uterscheiden wird, ob es nachberechnete Bikinis an realen Personen oder komplett künstliche erzeugte Darstellungen von halbnackten Avataren sind. 

Es handele sich um "sexualisierte Gewalt", dieses Urteil steht und es ist zu befpürchten, dass es demnächst auf die klassische, moderne und zeitgenössische Malerei ausgeweitet werden wird. Wenn es illegal ist, dass KI-Chatbot Nutzerinnen und Nuzern erlaubt, per geschreibener oder gesprochener Anweisung Bilder von Personen zu erstellen, die im Bikini zu sehen sind, dann stößt auch Kunst an ihre Grenzen: Grok, ChatGPT und Gemini sind Werkzeuge, die nicht schlauer sind als ein Hammer, ein Meißel oder ein Pinsel samt Palette.

Ein Pinsel für Unbegabte 

Sie tun, was ihnen gesagt wird und sie demokratisieren die Erstellung von Bildern. Grok und Co helfen Menschen, die nicht über angeborene Fähigkeit verfügen, eine Bleistiftskizze wie Ferdinand Hodlers "Studie zur Wahrheit" oder ein Aktgemälde wie die reitende "Lady Godiva" von John Maler Collier anzufertigen, ein Handwerkszeug verschaffen, das ihr fehlendes Talent ersetzt. 

Die Ergebnisse nach dem Gesetz über digitale Dienste für illegal zu erklären, selbst wenn es nicht um "nicht einvernehmliche sexuelle Deepfakes von Frauen und Kindern" geht, sondern um reine Fantasieprodukte eines Computerhirns, hat nichts mit dem Kampf gegen "geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun. 

Wie Groks Bilder "schwerwiegende negative Folgen für das körperliche und geistige Wohlbefinden" haben können, wenn sie überwiegend keine real existierenden Personen zeigen und die real existierenden Personen, die sie zeigen, züchtige Bikinis tragen, kann nur eine Erklärung haben. Die EU-Kommission hofft, dass sich ein Verstoß nachweisen lässt, der ihr ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent eines Jahresumsatzes von X in die Kassen spült.