Google+ PPQ: Gute Gagen für gute Menschen

Freitag, 9. Mai 2008

Gute Gagen für gute Menschen

Sie treten ein für eine bessere Welt, sie singen für mehr Gerechtigkeit und gegen den Hunger. Sie sind Stars, aber sie wissen auch mit grauem Haar noch, dass das Herz links schlägt. Deshalb engagieren sich Neil Young und Thom Yorke, Bono und Sting alleweil für einen guten Zweck - gegen Globalisierung, gegen Klimawandel, gegen Pelze, gegen Tropenholz undsoweiter.

Unersättlich sind die Künstler jedoch, sobald die Verstärker abgeschaltet sind. Urplötzlich werden aus den Männern mit dem Sinn für Verteilungsgerechtigkeit sonnenbebrillte Typen, die sich benehmen, als wären sie Manager einer Seifen-, Speicherchip- oder Brotfabrik: Während der Hunger weltweit grassiert, die Getreidepreise galoppieren und jedes dritte oder vierte oder fünfte Kind in Deutschland Gefahr läuft, schon durch die nächste Tariferhöhung im öffentlichen Dienst plötzlich rein statistisch betrachtet als arm zu zählen, verlangt die Riege der Superstars heute Gagen, die doppelt so hoch liegen wie vor zwei Jahren.

"In dieser Preisklasse haben sich die Gagen in den letzten drei Jahren verdoppelt",
rechnet Roskilde-Sprecher Esben Danielsen vo, warum die Ticketts für das Großfestival in Dänemark in diesem Jahr mit umgerechnet 240 Euro zehn Prozent mehr als im Vorjahr kostet. Die Verpflichtung von Headlinern wie Neil Young, Radiohead und Jay-Z sei anders nicht zu finanzieren. Eine Ursache für die exlodierenden Gagen seien die drastisch gesunkenen Einnahmen aus CD-Verkäufen, die die von steigenden Weizen- und Porschepreisen geplagten Künstler mit Konzerten und auf Festivals kompensieren wollen.

Zudem spielt die Nachfrage mit: "Jede Kleinstadt versucht doch, The Police in ihr Stadion zu bekommen", sagt Danielsen. Unterhalb der ganz großen Namen bleibt da nicht viel Geld zur Auszahlung ind er Kasse. Ähnlich wie bei den Stadtwerken im SPD-regierten München, wo die Chefetage 80.000 Euro Bonus kassiert und die einfachen Mitarbeiter 50 Euro bekommen, spielen auf den großen Bühnen der Welt die einen um Millionen, die anderen für eine Currywurst. Auch beim gemeinnützigen Festival in Roskilde ist das so: "Von den 180 Namen auf unseren sieben Bühnen teilen sich ganze 30 praktisch den Honorartopf", gesteht Esben Danielsenm, "für die übrigen 150 Acts bleibe "lächerlich wenig oder fast gar nichts".

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

180.000 dollar plus spesenersatz für eine kurze rede von al gore, die eigentlich nur summarisch seinen film zusammenfasst, sind auch nicht schlecht. aber wenn es ums wahre, schöne und gute geht ...