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Montag, 5. Mai 2008

Durst auf die Milch von morgen

Den meisten Chinesen fehlt das Enzym, das Europäern, Afrikanern und Amerikanern hilft, Milchzucker zu verdauen. China trinkt deshalb wenig Milch, sehr wenig. Zumindest war das so, so lange der Fortschritt noch nicht angekommen war zwischen Peking und Chongquing, der Weltmetropole von Nebel und Autobau, einer Art Stuttgart von morgen.

Nach den Statistiken des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums verbraucht Südkorea, ein Land, dessen Einwohner unter demselben Enzymmangel leiden wie die Chinesen, gegenwärtig siebenmal mehr Milch als China. Taiwan, bevölkert von Chinesen ohne Milchzuckerenzym, verbraucht elfmal so viel Milch wie Festlandchina. Japan sogar sechzehnmal soviel. Natürlich sind alle asisatischen Länder immer noch weit, weit weg vom Milchverbrauch des Abendlandes, das verglichen mit Fernost geradezu in dem weißen saft aus der Kuh badet.
Nachdem die Nachfrage nach Molkereiprodukten in China in den vergangenen zehn Jahren um jeweils fast 25 Prozent pro Jahr gestiegen ist, verschlang das Reich der Mitte im Jahr 2006 dennoch bereits 13 Prozent des weltweiten Angebotes an Milch. Jeder im Land schlabbert das weiße Zeug, dass es eine Wucht ist. Gerüchte, der Chinese vertrage das nicht, stimmen offenbar sowenig wie die, der Amerikaner sei niemals aus dem Mond gewesen.

Würde China so viel Milch trinken wie Südkorea, blieben für den Bedarf des Restes der Welt ganze neun Prozent des Weltangebotes. Steigerte China seinen Milchkonsum aber auch nur annähernd auf den Milchdurst Taiwans, benötigte das Land die anderthalbfache Menge der Milch, die derzeit weltweit verfügbar wäre. Wenn gleichzeitig alle anderen Nationen ihren Milchverbrauch auf Null senkten.

Tränke ein Chinese gar so viel Milch wie ein Japaner durchschnittlich tut, würde auch eine Verdoppelung der Welt-Milchproduktion nicht ausreichen, den Bedarf völlig zu decken. Den chinesischen.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

bald fallen in china keine reissäcke mehr um, sondern h-milch-tüten. die frage bleibt, was uns eher den garaus macht: der klimawandel oder der milchdurst der chinesen. oder das eine, weil es dem anderen folgt?