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Samstag, 22. November 2014

So viel Nazi-Ideologie steckt im الإسلام

Dschihadisten, Salafisten, Islamisten, Sunniten, Schiiten, Fundamentalisten, Extremisten, Terroristen und Taliban, Gotteskrieger und Al Nusra-Rebellen - seit den Tagen, als niemand in Palästina tanzte, als in New York die Türme fielen, musste der Medienkonsument im Westen jede Menge Fachbegriffe lernen, um noch sauber unterscheiden zu können, was früher einfach "Moslem" hieß, ehe es zum "Muslim" umgewidmet wurde.

Ziel des Unternehmens ist die Trennung von Islam und Islamismus, von Glauben und Handeln, von friedlicher Mehrheit der Korangläubigen und einer ganz kleinen Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich unvernünftiger, verbrecherisch-dummer Extremisten, die die von Mohammed verkündete Lehre missbrauchen, um Zwietracht und Tod unter den Völkern zu sähen. Eine große Aufgabe, an der große Geister gescheitert sind. Die "Welt" versucht es trotzdem noch einmal mit einem Aufsatz über "Morallosigkeit im Namen einer höheren Moral", der einen "direkten Traditionstransfer vom Gedankengut der deutschen Nationalsozialisten hin zu Strömungen des islamischen Fundamentalismus" aufdeckt.

Doch was mutig scheint, gleicht in aller epischen Länge dem Versuch, eben jenen Nationalsozialismus als missbrauchte Lehre darzustellen. Beste Absichten hat er gehabt! Aber ganz falsch umgesetzt ist er worden, von jener kleinen, gwissenlosen Clique um Hitler! Was in diesem Zusammenhang absurd klingt, folgt im Zusammenhang mit dem Islam der allgegenwärtigen Appeasement-Logik. Auch "Welt"-Autor Clemens Wergin geht in seiner Analyse konsequent von Wunschvorstellungen aus: Wie der Nazismus sei der Islamismus, aus dem al-Qaida, al-Nusra, IS und andere islamische Terrorgruppen ihren Ideenvorrat beziehen, eine zutiefst antiwestliche Ideologie. "Ihr Hauptfeind ist der Liberalismus, also die Kombination aus Individualismus, Demokratie, Freiheit und freier Marktwirtschaft, die maßgeblichen Grundpfeiler westlicher Gesellschaften." Und wie den Nazis gülten auch den Islamisten Amerikaner und Juden als die Verkörperung dieser verhassten Werte, die deshalb bekämpft werden müssen, schreibt er.

Ein Possenspiel. Denn es ist ja nicht der Islamismus, der in Saudi-Arabien Köpfe rollen lässt, es ist nicht der Islamismus, der alle Juden aus dem Jemen vertrieben hat. Es nicht der Islamismus, der Mädchen in Afghanistan Bildung verweigert und es ist nicht der Islamismus, der Andersgläubigen in Tunesien das Betreten von Moscheen verbietet. Nein, es ist der Islam, derselbe Islam, der Lady Gaga nicht in Indonesien singen lässt, der Christen und Kopten in Ägypten verfolgt, der Atheisten leiden lässt und kuwaitische Blogger wegen einiger Tweets ins Gefängnis bringt. Der Hauptfeind des Islam ist der Liberalismus, also die Kombination aus Individualismus, Demokratie, Freiheit und freier Marktwirtschaft, die maßgeblichen Grundpfeiler westlicher Gesellschaften, denn der  Islam selbst ist eine "zutiefst antiwestliche Ideologie" (Wergin).

Auch experimentell ist das nachweisbar. PPQ ist es gelungen, Wergins instruktiven Text in einem aufwendigen Sektionsverfahren ins Arabische zu übersetzen. Dort schreibt sich Islam الإسلام, Islamismus hingegen الإسلام

Indem der gesamte Text anschließend aus dem Arabischen wieder zurückübersetzt wurde, ergibt sich ein neuer, tieferer Sinn, wie jeder Leser nachfolgend ersehen kann.
  
Wie Jeffrey Herf in seinem Buch "Nazi Propaganda for the Arab World" nachgewiesen hat, gibt es einen direkten Traditionstransfer der deutschen Nazi-Ideologie hin zum islamischen Fundamentalismus. Sowohl die schiitisch-islamische Hisbollah als auch die sunnitisch-islamische Hamas beziehen sich in ihren Gründungsdokumenten auf die aus dem russischen Kaiserreich stammende antisemitische Geschichtsfälschung "Die Protokolle der Weisen von Zion", die auch bei den deutschen Nazis hoch im Kurs stand.

In seiner Entstehungsgeschichte kann der Islam durchaus als islamische Ausprägung des "indigenen" europäischen Faschismus gesehen werden. In den 1920er-Jahren marschierten etwa die "Grünhemden" durch Kairo und imitierten damit den Marsch auf Rom von Mussolinis Schwarzhemden.

Man sollte zwar nicht den Fehler machen, Muslimbrüder, Islam und IS in eins zu setzen. Seit den ägyptischen Anfängen haben sich die Muslimbrüder in sehr unterschiedliche Richtungen bewegt und zum Teil der Gewalt abgeschworen und sich auch auf den politischen Prozess eingelassen.

Aber das antiwestliche Denken gehört weiter zum Kern dieser Bewegung. Und mit dem extremistischen Weg, den die IS-Fraktion eingeschlagen hat, spannt sich der Bogen wieder zurück zu den schlimmsten europäischen Traditionen, aus denen die Islam-Bewegung einst ihre Inspiration geschöpft hatte.

Zweitens: Die Gewalt und ihre Rechtfertigung. Ein Merkmal des islamischen Terrorismus ist es, dass er sich von jeglichen moralischen oder zivilisatorischen Fesseln befreit sieht. Das war bei den Terroristen von al-Qaida schon so, die das Töten von Zivilisten als Kern ihrer Mission ansahen und nichts von der im Gewohnheits- und Völkerrecht üblichen Unterscheidung in (unschuldige) Zivilisten und feindliche Kämpfer hielten. IS hat diese höhnische Aufkündigung zivilisatorischer Grundstandards nun noch auf eine neue Ebene gehoben.

Alle Mitglieder westlicher Gesellschaften sind demnach irgendwie schuldig und gehören bekämpft. Eine Ideologie des "totalen Krieges", die an Hitlers Ausrottungskrieg gegen Juden und osteuropäische Völker erinnert, auch wenn die Terror-Islam-Gläubigen zum Glück nicht über die Mittel verfügen, um ihre Vernichtungsfantasien in großem Maßstab in die Tat umzusetzen.

Dort, wo sie dazu in der Lage sind, verfallen sie aber in einen Blut- und Machtrausch, der an die massenhaften Gewaltexzesse von Nazi-Einheiten in Osteuropa erinnern, die auch jenseits der fabrikartig organisierten Vernichtungslager begangen wurden. Es handelt sich bei den Tätern oft um Modernisierungsverlierer ihrer Gesellschaften, die eine narzistische Kränkung in hemmungslosen Gewaltausbrüchen ausagieren.
 Zwar hat es das in der Menscheitsgeschichte immer wieder gegeben, dass wütende junge Männer sich auf den Schlachtfeldern des Krieges zu grausamsten Gewaltexzessen haben hinreißen lassen. Meistens wurden solche Exzesse jedoch von politischen Führern nicht als die Regel, sondern als unglückliche und unrühmliche Ausnahmen dargestellt.
Das ist bei den hochideologisierten Bewegungen von Nazismus und Islam anders. Sie predigen Morallosigkeit im Namen höherer Ziele und einer höheren Moral und brüsten sich ihrer Taten. So wie Heinrich Himmler es in seiner "Posener Rede" vor SS-Gauleitern aus ganz Osteuropa tat, als er sie für ihre "Anständigkeit" lobte.
Zwar beziehen sich Nazi-Ideologie und Islam auf gänzlich unterschiedliche Quellen zu ihrer Rechtfertigung, die einen rekurrieren auf die Rassenlehre, die anderen auf Koran und Prophetenüberlieferungen (Hadithen). Aber wer sich einmal das IS-Propagandamagazin "Dabiq" angesehen hat, etwa die Rechtfertigung der Rechtgläubigen, gefangen genommene Jesiden in die Sexsklaverei zu verkaufen, der sieht, dass hier ebenfalls das Geschäft der "Umwertung aller Werte" betrieben wird. Die Auflösung jeglicher überlieferter Zivilisationsnormen zugunsten einer islamischen Version der totalen Machtausübung über Leib und Leben der Unterworfenen. Das Kopfabschneiden ist zum Symbol und zur Triumphgeste dieses Machtanspruches geworden.
 Drittens: Rassenlehre und islamischer Essentialismus. Was mit am verstörendsten ist an der Mordlust der IS-Kämpfer, ist nicht allein die Hinrichtungsart, die sie zu ihrem Markenzeichen gemacht haben, sondern auch die Auswahl ihrer westlichen Opfer. Peter Kassig, Alan Henning und David Haines waren selbstlose Helfer, die versuchten, das Leid der mehrheitlich muslimischen syrischen Bevölkerung zu lindern.

Und die Journalisten James Foley oder David Satloff setzten ihr Leben dafür ein, der Welt über die grausamen Verbrechen des Assad-Regimes zu berichten. Aber für den Islamischen Staat, der sich konsequenterweise nicht "Islamistischer Staat" nennt, war nicht wichtig, was sie taten, sondern was sie sind: verhasste Westler, die sich selbst durch ihre Anteilnahme für die syrischen Leiden und – im Falle von Kassig und Foley – auch durch die Konversion zum Islam nicht von dieser "Ursünde" befreien konnten.

Das erinnert an den rassischen Antisemitismus, wie er seit 1870 in Deutschland entstanden und von den Nazis dann zu seinem konsequenten Ende geführt worden war. Anders als der "traditionelle" Antisemit glaubte der Nazi nicht mehr, dass der Jude sich durch Konversion zum Christentum von seiner "Schuld" befreien konnte. Selbst wenn die Eltern oder die Großeltern schon konvertiert und assimiliert waren, gab es in den Augen der Nazis nichts, was sie hätte vor dem Todesurteil bewahren können.
Hier berühren sich also nazistische Rassenlehre und das, was man als "islamischen Essentialismus" bezeichnen kann. Nichts, nicht einmal der Übertritt zum Islam, kann einen Westler offenbar von seiner Einstufung als westlicher Erbfeind befreien. Hoffnung auf Rettung gibt es nur, wenn der Islamische Staat sich durch Lösegeldzahlungen einen größeren Nutzen für seinen eschatologischen Krieg verspricht als durch die abschreckende Wirkung von Enthauptungsvideos.
 Nazis wie Islam-Terroristen brechen also mit der sowohl im Abendland wie auch im Morgenland tradierten Moralphilosophie, wonach individuelle Taten und nicht die vom Individuum nicht zu beeinflussende eigene Herkunft das Maß sind, wonach eine Person moralisch zu beurteilen sei.

Diese Unterscheidungen mögen spitzfindig sein, schließlich macht es für die Opfer keinen großen Unterschied, warum sie getötet werden. Die ideologische Natur des Islam hat aber durchaus politische Implikationen. Seit einigen Tagen kursieren etwa in Washington Vorschläge, ob man in der verfahrenen Lage in Syrien nicht zunächst eine Reihe von lokalen Waffenstillständen anstreben soll, um dann nach einer Abkühlungsphase politische Lösungen zu finden.

Washington-Post-Kolumnist David Ignatius hatte diese Debatte angestoßen, die auf einen Bericht des hinter den Kulissen wirkenden "Centre for Humanitarian Dialog" in Genf zurückgeht. Es erscheint schwer genug, solch eine Beruhigung der Lage zwischen dem Assad-Regime und den so genannten "moderaten Rebellen" herbeizuführen. Mit den Ideologen von IS und al-Nusra, die keinerlei kleinsten gemeinsamen Nenner mit ihren Feinden anerkennen, dürfte solch ein Plan von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.


Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ganz am Anfang bin ich auch mal drauf reingefallen, bis mir aufgefallen ist, dass die zeitgenössische Propaganda eigentlich nichts weiter ist als DDR 2.0.

Der Sozialismus ist eine tolle Sache. Was dagegen spricht, wird entweder verboten zu erwähnen oder (wenn das nicht geht) wird rhetorisch diminuiert.
Die 30er waren geprägt durch den Aufbau des Sozialismus, Magnitogorsk, alles andere (schlappe 20 Millionen Morde) im Nebensatz unter "radikalistische Kinderkrankheiten" entsorgt. Aber die Berufsverbote im Westen, die sind gaaanz dolle verbrecherisch.

So oft wie man "Islamismus" hört, umso unkonkreter wird das, je näher die Ereignisse. Da hinten weit in der Türkei und noch weiter, das sind Islamisten.
Aber was ist mit den Muslimas und Muslimen, die in Deutschland ihre Gastgeber halb oder ganz tot schlagen?
Sind das die wenigen pösene isten oder die überwiegende Mehrheit friedlicher Muslime?

Anonym hat gesagt…

Der Text in Die Welt liest sich so, als sei der Islam vor dem Auftreten des europäischen bürgerlichen Extremismus ein Art Ringelpietz mit anfassen gewesen.

Wie man ausblenden kann, dass der Islam seine religiös begründeten Schlächtereien begann (auch an Juden), als Europa noch aus dünn besiedelten Monarchien bestand, ist eins der großen Rätsel des deutscnen Qualitätsjournalismus.

ppq. so hat gesagt…

es ist eine notlüge, das sollten wir bedenken und entsprechend würdigen

man muss zwischen guten islam und bösen islamismus unterscheiden, teile und herrsche

Die Anmerkung hat gesagt…

Das mit der Versteigerung gehört aber zu diesem guten Islamistismus. Oder etwa nicht?

quer hat gesagt…

Was dem einen sein Islam (aller Formen), ist dem andern sein Sozialismus (aller (!!) Farben).
Es ist das Böse schlechthin. Immer gegen die Menschen in ihrer Daseinsberechtigung als solcher gerichtet.

Beiden ist gemeinsam, daß sie nicht den existierenden Menschen akzeptieren, sondern einen neuen machen wollen. Nicht die Schöpfung interessiert, sie wollen selbst Schöpfer sein. Und sie begreifen sich so. Sie beanspruchen schlicht, göttlich zu sein.

Anonym hat gesagt…

Ebenso dumme wie böse Verschwörungstheoretiker behaupten, Daß ISIS ein Anagramm für israeli-secret-intelligence-service wäre...

Anonym hat gesagt…

Oho! Gewaltexzesse von Nazi-Einheiten in Osteuropa? Katyn etwa?
Das mit der industriellen Vernichtung ist auch nicht völlig unumstritten - die einen sagen so, die anderen so. Die anderen haben allerdings den guten Onkel weisungsgebundenen Staatsanwalt auf ihrer Seite.
-Kommentar wurde entfernt-