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Freitag, 30. Mai 2008

Hauptsache, die Haie sterben


Wenn ein Mann der Tat zupackt, stellen sich Erfolge schnell ein. Gerade noch mahnte der gescheiterte SPD-Popbeauftragte und derzeitig als Umweltminister geparkte Siegmar Gabriel die Welt vor einem "Rückgang der Artenvielfalt, wenn wir nicht bald etwas tun." Und schon tut sich etwas: Eine neue Zählung ergab, dass sich selbst in der längst bis in die tiefsten Tiefen erforscht geglaubten Ostsee viel mehr Hai-Arten tummeln, als die Wissenschaft bisher angenommen hatte.

"Wir sind selbst überrascht, wie viele Arten es in der Ostsee gibt", sagte die deutsche Meeresbiologin Heike Zidowitz, nebenher Sprecherin der "Shark-Allianz", die den Hai vor dem Aussterben bewahren will. Zwar wussten auch die Tierschützer bis gestern weder wieviele Hai-Arten es in der Ostsee gibt noch wieviele einzelne Tiere zwischen Kaliningrad und Kappeln schwimmen. Aber dass der Hai vom Aussterben bedroht ist, steht allemal fest: "Viele" (Zidowitz) der 31 Haiarten, die nach momentanem Wissensstand in der Ostsee leben, seien "im Bestand gefährdet", heißt es ganz schwammig konkret, denn keiner weiß ja derzeit, ob nicht doch drei, vier oder sieben Haiarten mehr im Meer leben. Ist auch egal, weil mehr Haie natürlich auch bedeuten würden, dass automatisch mehr Haie bedroht sind.

Hauptsache, sie sterben. Schuld daran sind allerdings nicht die Einsätze der US-Marine, die im vergangenen Jahr Tiefensonar zur Absicherung des G8-Gipfels einsetzte und sich damit den dringenden Tierschützer-Verdacht zuzog, tausende Tiere zu töten, sondern die Fischerei. Wo das US-Sonar den Vorwürfen der Tierschützer die Gefolgschaft versagte, indem es Tümmler und Hai leben ließ, leisten Fischer ganze Arbeit. Noch werden trotzdem schneller neue Haiarten entdeckt als die alten Aussterben, aber "hier gibt es überhaupt keine Fangbegrenzungen", klagt Haischützerin Zidowitz ganz im Sinne von Siegmar Gabriel einfach mal ins Blaue.

Dem hätte das vermehrte Auftauchen des als ausgestorben geltenden Wolfes beinahe die Gastgeberrolle auf der Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt vermasselt. Zum Glück sprangen die Medien, die erkannten, wie schwierig beide Themen schlüssig zu bündeln sein würden, dem Rußfilter-Reformer bei. Und hängten den Wolf - im Dienst der guten Sache - tief.

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