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Dienstag, 13. Mai 2008

Klimaneutral wie ein Buschbrand

Weil führende deutsche Politiker ihre Amtsgeschäfte nicht „mit Rikscha oder Sänfte ausüben können“ (Regierungssprecher Thomas Steg), müssen sie den Kampf gegen den weltweiten Klimawandel weitgehend verbal führen. Mit ihren Autos den aktuellen EU-Zielwert von 140 g CO2/km einhalten können ja derweil andere, die deutsche Spitzenpolitik fährt ihre großkalibrigen Maschinen lieber dampfend aus, so lange es noch geht. Einmal erwischt beim Klimakillen, lassen sich die Täter allerdings etwas einfallen: Nachdem die DUH "in mühevollen Recherchen, die wegen der Kooperations-Unwilligkeit vieler Ministerien und Staatskanzleien über acht Wochen in Anspruch nahmen" (DUH), herausbekommen hatte, was für CO2-Schleudern die große Klimaschutz-Koalition zur Fortbewegung benutzt, "hat es in den vergangenen Tagen den systematischen Versuch gegeben, die Ergebnisse der DUH-Recher­che in Frage zu stellen" (DUH).

In einzelnen Fällen hätten die Minister oder Ministerinnen ihre Fahrzeuge nach der Abfrage des aktuell genutzten Dienstfahrzeugs ausgetauscht. So habe die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, ihre Limousine seit der ersten DUH-Erhebung im Februar 2007 zweimal gewechselt – "ausgehend von einem Mercedes-Benz S350 mit einem Treibhausgas-Ausstoß von 247 g CO2 /km stieg Frau Schavan zunächst um in einen Mercedes-Benz S450 (272 g CO2 /km), später dann wechselte sie zu einem Mercedes-Benz S350 CDI (225 g CO2 /km)."(DUH)

Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt fährt neuerdings etwa so klimaneutral wie ein Buschbrand in Brasilien.Ihren alten Dienstwagen, einen Mercedes-Benz S 500 (286 g CO2 /km), hat sie gegen einen Mercedes-Benz 420 CDI (247 g CO2 /km) getauscht - auch dieses Fahrzeug liefert noch zuverlässig eine 76-prozentige Überschreitung des CO2-Zielwertes der EU und ist damit eines der klimaschädlichsten Ministerfahrzeuge des Bundeskabinetts. Schlechter schneiden nur die Bundesminister Tiefensee und Zypries mit jeweils 249 g CO2 /km ab.

Richtig klimasparsam zeigt sich Sigmar Gabriel, der einen als Umweltminister einen umweltfreundlich getarnten Mercedes-Benz E 200 NGT nutzt. Der Wagen hat einen so genannten Dual-Mode Benzin-Motor, der zusätzlich mit Erdgas betrieben werden kann. Das Fassungsvermögen des zusätzlichen Erdgastanks beträgt allerdings ganze 18 kg, die Reichweite im Gasbetrieb ist dadurch sehr überschaubar. Und der Preis ist heiß: Mit der zusätzlichen Gasanlage wiegt der NGT 150 Kilo mehr als der E 200 K, 150 Kilo, die wie Sigmar Gabriels persönliches Übergewicht spritfressend mittransportiert werden müssen. Zu jeder Klimaschutzkonferenz, zu jedem Umweltgruppentreffen, zu jedem Gespräch über härtere Maßnahmen gegen Klimasünder.

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