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Sonntag, 21. Februar 2010

Göttlicher Sozialismus in Halle

Noch tobt in Deutschland der Krieg der Worte. Die Gralshüter im Wortbergwerk arbeiten sich im Augenblick noch an Buchstabengeröll wie "spätrömische Dekadenz" und "sozialistische Verhältnisse" ab; Begrifflichkeiten, welche die deutsche Gesellschaft an den Rand eines Bürgerkriegs treiben könnten.

Jetzt scheint aber sowohl semantisch als auch gesellschaftspolitisch der Stein der Weisen, das alles ausgleichende Element gefunden zu sein - und zwar in der Fast-Kulturhauptstadt Halle, nördliche Ecke Lerchenfeldstraße im Hartz-4-Laufstall Glaucha.

"Göttlicher Sozialismus" und zwar mit geregelten Öffnungszeiten, das ist es, wonach die angeschlagene, nach Sinn suchende Gesellschaft von Plastikflaschenbiertrinkern, Eigenheimbauern und Frösche-über-die-Straße-Trägern so lange gesucht hat und nun in einer theologischen Synthese vereinigen konnte.

Es war die Vollendung jenes vor gut 150 Jahren begonnenen Prozesses der Theorie-Vergöttlichung in Gestalt des Bartes des Propheten. Karl Marx, die Fellfresse des Proletariats, machte ihn zum Element der göttlichen Selbststilisierung. Jetzt, anderthalb Jahrhunderte später, werden auch alle anderen Aspekte metaphysischer wie realer Weltprobleme im Prozess der Negation der Negation aufgehoben. Kein Antagonismus mehr, nirgends.

Der "Göttliche Sozialismus" jetzt hier in Halle auf dem Apostelamt Juda, jeden Sonntag ab 9.30 Uhr - kauft Leute, kauft!

Kommentare:

ppq hat gesagt…

was macht gott am 1. sonntag des monats? isst er da auswärts?

Gundermann hat gesagt…

da isser bei marxens ...