Google+ PPQ: Elmar Brok gibt auf: Wenn die nicht wollen, will ich auch nicht

Dienstag, 22. Januar 2019

Elmar Brok gibt auf: Wenn die nicht wollen, will ich auch nicht


Das Jahr 2019, es fing mit einen tiefen, bösen Donnergrollen an. Europa war erschüttert, seismische Wellen liefen von Lissabon nach Warschau, von Sofia nach Stockholm. Elmar Brok, der als letzte Zeitgenosse von Leonid Breshnew bis heute im EU-Parlament sitzt, hatte von seiner Partei den Stuhl vor die Tür gestellt bekommen.

Kein sicherer Listenplatz für den Dinosaurier im Brüsseler Menschenpark. Dabei hatte der 72-Jährige zuvor deutlich gemacht, dass er gern noch einmal fünf Jahre dranhängen würde. Warum denn nicht? Konrad Adenauer begann seine bundespolitische Karriere in genau dem Alter, in dem Brok sich nach vier Jahrzehnten als „legal korrumpierter" (Hans Herbert von Arnim) Kostgänger der Bertelmann-Gruppe und EU-Abgeordneter befindet.

Immer muss jemand anderes etwas


Zudem: Mit Brexit und Populismus, abfallenden Kernstaaten und einer kriselnden Peripherie, mit Russland vor der Tür und Trump im Weißen Haus werden Typen wie Brok gebraucht: Immer schnell mit einem flotten Spruch zur Hand, wer nun aber wirklich irgendetwas muss. Und das so elegant formuliert, dass aus jeder Silbe die Erfahrung unendlicher Jahre in der ersten politischen Reihe strahlt: „Es muss so sein, dass Europa helfen muss, dass die Terroristen zurückgedrängt werden. Das heißt, militärische Lieferungen müssen da sein, neben humanitären Lieferungen."

Dann der Schock. Der Liebesentzug einer Partei, für die der langgedienteste aller EU-Parlamentarier so manche Schlacht geschlagen und zusammengezählt mehrere Monate allein in politischen Talkshows verbracht hat? Brok selbst schaltete vordergründig auf Kommentarroutine, ein Schlachtroß, das im Muss-Modus galoppiert. Doch es ist die Abschiedsrunde des "EU-trunkenen Dampfplauderers", "Schwätzers" und "Unsympathen 1.Klasse", denn tief beleidigt und enttäuscht hat Brok seiner Partei nun bestellen lassen, dass "nicht um sein Mandat kämpfen" wolle. Wenn die CDU ihn nicht auf einen sicheren Listenplatz setze, dann ziehe er den Schluss: "Ich kandidiere nicht".


Liebesentzug für Partei und Volk


Europa wird damit nach der EU-Wahl - in Broks Worten stets "Europa-Wahl" - nicht mehr dasselbe sein wie zuvor. Der von seinen Verächtern als "borniert, bräsig und arrogant" beschriebene Weltrekordhalter in europäischem Parlamentarismus, scheidet im Zorn über seine Partei, acht Jahre nach Erreichen des deutschen Renteneintrittsalters und symbolträchtig in einem Moment, in dem die Lücke, die der "mit Abstand der bekannteste deutsche Politiker im Europaparlament" ("Welt") hinterlassen wird, ihn ohne Schaden für 500 Millionen Europäer ersetzen kann.

Letzte Worte von Brok in einer Westzeitung: «Europa ist stärker denn je»




Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

https://www.politico.eu/article/elmar-brok-mep-generates-cash-european-parliament-visitors/

Veteran MEP Brok generated cash from Parliament visitors

German lawmaker charged fee that netted additional funds, documents show.


Veteran EU lawmaker Elmar Brok charged constituents €150 per head to cover the costs of visiting him at the European Parliament — while also claiming many of the same costs back from the legislature.

The system netted a total surplus of nearly €18,000 from four group visits in 2016 and 2017, according to copies of documents from the German Christian Democrat's office obtained by POLITICO. The €150 charge was still being applied to Brok's visitors last year, according to a program outlining a visit from his constituency in June 2018.

Anonym hat gesagt…

Koks und Nutten gibts auch in Brüxxel nicht für lau