Google+ PPQ: Der Verlierer ist immer der Förster

Freitag, 19. Februar 2010

Der Verlierer ist immer der Förster

Die Financial Times hat aus den Reallohn-Zahlen des "Sozioökonomischen Panel" des wegen seiner gelegentlich fast treffsicheren Prognosen hier schon häufig über den grünen Klee gelobten DIW nicht nur einfach eine schöne Liste gemacht, sondern gleich eine ganze unwiderstehliche Bildstrecke. Der Postbote von oben, die Friseuse von vorn, der Nachwuchskoch beim Sternebraten - wer würde da nicht wissen wollen, wie es weitergeht. Hauptklickgewinner ist so die FTD, Hauptverlierer der Einkommensentwicklung der letzten 18 Jahre sind Ärzte, Sportlehrer und, ja, Förster. Viele werden sich jetzt sagen, ach, wäre ich doch lieber Grafiker, Marketingmann oder Makler geworden.

Die Verlierer:

Ärzte: -50%
Sportlehrer: -39%
Förster: -38%
Werbefachleute: -38%
Informatiker: -34%
Zahnärzte: -32%
Künstler: -28%
Psychologen: -27%
Wissenschaftler: -21%
Lehrer: -21%
Berufskraftfahrer: -21%
Physiotherapeuten: -20%
Restaurantfachkräfte und Kellner: -20%
Elektroingenieure: -19%
Wach- und Sicherheitsdienste: -19%
Sozialarbeiter: -18%


Die Gewinner:

Grafiker: +85%
Marketing- und Absatzfachleute: +63%
Makler: +62%
Landwirte: +37%
Architekten: +36%
Reiseverkehrskaufleute: +32%
Gastronomen: +30%
Controller und Organisatoren: +29%
Bankfachleute: +29%
Köche: +29%
Friseure: +23%
Postboten: +22%
Medizinisch-Technische Assistenten: +20%
KFZ-Mechaniker: +20%

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn es jemanden gibt, der diesem menschenverachtenden Raubtierkapitalismus ein widerliches Gesicht geben kann, dann ist es die Berufsgruppe Grafiker. Nie waren sie propagandistisch so wertvoll wie heute.

ppq hat gesagt…

ich glaube, die nennen sich derzeit gerade "infografiker". aufgabe ist, durch bunte tintetorten den eindruck zu erwecken, man könne was erfahren

nwr hat gesagt…

Viele Köche verderben die Statistik: Bei den "Landwirten" fliegen die armen Bauern seit Jahrzehnten raus und verscherbeln ihr Land an die Kolchosenbesitzer und Agrarindustriellen, die immer reicher werden. Dann habe ich als Statistiker innerhalb von 20 Jahren zwar nur noch die Hälfte der Personen in der Berufsgruppe, dafür aber mehr Reiche.

Und ob der Zahnarzt wegen der Statistik nun Friseur werden möchte?

derherold hat gesagt…

Friseure, die gerne als 400 Euro-kräfte "fulltime" beschäftigt werden, haben also ihr Einkommen erhöht ?
Architekten, von denen nur jeder Dritte(?) nach dem Studium auch als solcher arbeiten kann ?
(Immobilien-)Makler sind im wesentlichen Selbständige, von denen die Hälfte noch "anderweitig" Beschäftigung nachgeht: Die einzige Erklärung, die ich für die Darstellung habe ist, daß (angestellte) Gewerbe-Makler großer Firmen in den 80igern kaum vorhanden waren.

VolkerStramm hat gesagt…

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Absatzfachleut bin ich schon. Nun muss ich das nur noch mit den +63% hinkriegen.

ppq hat gesagt…

ich habe mir das leider nicht ausgdeacht. wenn ich auf solchen unsinn käme (ohne bezugsgröße ein liste mit % aufmalen), würde ich mir längst irgendwo die sonne auf die birne knallen lassen statt durch matschpfützen auf die baustelle zu stampfen

VolkerStramm hat gesagt…

Hast Recht (recht?) PPQ.
Ich weiß nicht ob es ein nächstes Leben gibt. Aber wenn - dann werde ich Studienmacher.

Wenn der Ingenieur oder Kaufmann Sch. baut, hat er richtig ein Problem am Hacken.
Aber Studienmacher ...