Google+ PPQ: Armut im Maserati

Donnerstag, 18. Februar 2010

Armut im Maserati

Es gibt sie, die Geschichten, die sich niemand ausdenken kann, weil sie ohnehin keiner glauben würde. Das Leben aber kennt solche Rücksichten nicht - es lässt einfach mal einen Maserati namens Quattroporte mit 96 Stundenkilometer durch den Müritzkreis schießen, wo nur 70 km/h erlaubt sind. Dem Besitzer der schicken Maschine gefällt das ausgereichte Knöllchen dann gar nicht, er beschwert sich - und plötzlich wird öffentlich, dass das 114.320 Euro teure Maschinchen der sogenannten "Treberhilfe Berlin" gehört, einer gemeinnützigen GmbH, die sich mit immerhin 280 Mitarbeitern hingebungsvoll und aufopfernd um die allerärmsten der immer ärmen werdenden Armen der Bundeshauptstadt kümmert. Der Sportwagen dient dem Oberhelfer der Hilflosen mit seinem 4,2-Liter-V8-Motor und 400 PS als bescheidener Dienstwagen, einen Dienstwagen-Chauffeuer gibt es natürlich auch dazu, nur das gesetzlich vorgeschriebene Fahrtenbuch nicht.

Muss aber, wer Gutes tut, indem er was richtig Gutes fährt, ein Fahrtenbuch führen wie irgendein gieriger kleiner Malermeister vom Land? Oder wäre das spätrömische Verwaltungsdekadenz? Harald Ehlert, der Chef der Treberhilfe, deren Vorliebe für exklusive Dienstwagen schon vor zwei Jahren bekannt wurde, ohne irgendwelches Aufsehen zu erregen, nennt sich "Sozialkapitalist" und glaubt es nicht. Zwölf Millionen Euro Umsatz und 600000 Euro Gewinn hat er allein 2008 mit der Hilfe für die Hilflosen aus dem 28 Millionen schweren Berliner Haushaltstopf für Obdachlose gezapft. Gegen die Fahrtenbuchpflicht hat er Einspruch eingelegt. Es wird bestimmt genug Geld aus dem Berliner Haushalt fallen, um die Gerichtskosten zu zahlen.

Kommentare:

VolkerStramm hat gesagt…

Noch mehr über die selbstlose Helferindustrie

ppq hat gesagt…

und nur spaßeshalber noch mehrAlice Schwarzer sucht die halbe Million

Anonym hat gesagt…

Wo Bettelstab, maximal ein Esel, die richtige Außenwirkung vermittelt hätten.

Fraggel hat gesagt…

Erschreckend, oder?
Wer selbständig ist und Steuern sparen will gründet eine gemeinnützige Organisation, spendet sich selbst und zahlt sich dann Aufwandsentschädigungen.
(Fortgeschrittene lassen dann andere spenden)
Aber was red ich, wo volle Tröge sind selbstverständlich auch bald Schweine.

VolkerStramm hat gesagt…

Stimmt Fraggel.
Aber wenn sich der Trog leert, dann verlassen die Ratten das sinkende Schiff.
Ich hoffe mit diesem Vergleich die Ratten nicht beleidigt zu haben.

Fraggel hat gesagt…

Hallo Volker,
entschuldige bitte meine Widerrede, aber die genannte Ratte hat nur in ein Loch mit mehr Speck gewechselt... geflohen ist sie nicht :)

freiheitistunteilbar hat gesagt…

Selbstlos ist noch nicht einmal der sozialistisch demokratische Märchenonkel. :)

Die Außenwirkung auf den neidgeplagten deutschen Michel wird verhehrend sein.

Das sozialistische Konstrukt des Gemeinnutzes gibt es nicht, es werden nur Sonderinteressen auf Kosten der Nettosteuerzahler bedient.

Wer Obdachlosen und Arbeitslosen helfen will, der soll dies gefälligst auf eigene Kosten bewerkstelligen, nur dann ist Mildtätigkeit glaubhaft.