Dienstag, 14. Mai 2024

Gaza-Tote im Kleingedruckten: Sie leben

Hohe Zahlen verkaufen gut, stellen sie sich als Fake News heraus, muss das nicht an die große Glocke gehängt werden.

Als die Zahlen noch für waffentauglich gehalten wurden, hatten sie allerhöchstes Schlagzeilenpotenzial. Die sogenannten "Uno-Angaben", handgemachte Übersetzungen der von der Terrororganisation Hamas gemeldeten Todesopfer, kamen zu höchsten Ehren. Der "Spiegel" und das RND, die "Tagesschau", "Heute" und alle an die Nachrichtenagentur DPA angeschlossenen Abspielanstalten wollten ein Stück vom großen Kuchen des Grauens. Der Jude mordete wieder. Er übertrieb es mit der Selbstverteidigung. Er war schlimmer als immer und Berlin mahnte mehrfach. Geschichte hin, Verpflichtung her. Eines Tages würde ihm Außenministerin Annalena Baerbock dieses Treiben nicht mehr durchgehen lassen können.

Verteidigung im Vakuum

Die Vereinten Nationen, eine Weltorganisation, die immer schon besorgt und misstrauisch auf eine der beiden Konfliktparteien im Nahen Osten schaut, konnte nicht mehr hinsehen. Weltverwaltungsleiter António Guterres, von dem zum Bürgerkrieg in Äthiopien in vier Jahren nur zwei Äußerungen von Besorgnis überliefert sind, sah schon nach einem Monat der israelischen Verteidigungsaktion den Bogen überspannt. Dies hier sei "eine Krise der Menschheit", die quasi im "Vakuum" (Guterres) ablaufe und eine "beispiellose" Zahl an Opfern fordere. Eine "sich entfaltende Katastrophe", sagte Guterres, "Gaza wird zu einem Friedhof für Kinder."

António Guterres ist 75 Jahre alt. In seine Dienstzeit als aktiver Politiker fallen nicht nur der Tigray-Krieg, sondern auch die Völkermorde in Ruanda, die verschiedenen Afghanistan-Kriege, das Schlachten in Darfur und der Ukraine-Krieg. Überall gab und gibt es Friedhöfe für Kinder. Aber da ließen sich nirgendwo Juden als Täter dingfest machen.

Israel unter strenger Beobachtung

Nur für Israels Untaten führt die Uno seit Jahren eine penible eigene Opferzählung durch, die nicht ganz aktuell, aber sogar mobilgerätetauglich ist. Wenn der UN-Generalsekretär also von Verhungernden spricht, die verdursten müssen, wenn es nicht zu einer "sofortigen humanitären Waffenruhe im Gazastreifen" komme, dann wird er bei deutschen Leitmedien nur allzu gern gehört. Dort, wo Killerkommandos aus "Hamas-Kämpfer" (n-tv) gerühmt werden und das "Gesundheitsministerium" (ZDF) der Terrororganisation Hamas als brauchbare Quelle für noch die absurdeste Horrorstory gilt, gingen die von der Uno geadelten Opferzahlen wie geschnitten Brot. 

Von "mehr als 30.000" Toten wusste der "Spiegel" im Februar zu berichten, die Frankfurter Rundschau folgte Anfang März mit "rund 30.000", im April zählte der "Tagesspiegel" dann irgendetwas "über 30.000", während der Vatikan schon "rund 35.000" beklagte. Zwar hatte sich die Versorgungslage bei den Leichensäcken offenbar entspannt, denn nach einer ersten Welle von besorgten Berichten über einen Leichensackmangel ging das Thema noch vor Weihnachten vollkommen verloren.

Wiedergeboren von den Vereinten Nationen

Medien haben eine besondere Vorliebe.
Dafür aber musste nicht gerundet werden, es wurde einzeln abgezählt: Von 34.904 Tote weiß das unbestechliche Statista-Portal, weil auch die Uno von genau so vielen wusste. Doch anders als bei den Ehec-Toten, die auf dem Höhepunkt der Sprossenpest von 2011 "nie wieder gesund" wurden, haben die Vereinten Nationen jetzt ein Wunder bewirkt: Aus 34.844 Todesopfern, darunter 22.088 Männer, 4.959 Frauen und 7.797 Kinder, die bei der Uno am 8. Mai in den Büchern standen, wurden 24.686 Personen, darunter 10.006 Männer, 4.959 Frauen und 7.797 Kinder, sowie, offenbar, 1.924 Diverse.

An die große Glock gehängt hat UN-Generalsekretär António Guterres die neuen Zahlen nicht. Der frühere Chef der Sozialistischen Internationale weiß, dass Kampforganisationen wie Oxfam auf möglichst hohe Zahlen angewiesen sind und Medien am liebsten Kinder sterben sehen. Die Halbierung der Zahl der getöteten Männer erfolgt im Kleingedruckten, die Verbreitung der guten Nachricht erfolgt über Special Interest-Adressen, so dass unnötiges Aufsehen vermieden wird. Nur die "Jungle World" zeigt hierzulande Interesse daran, die Fake News der Hamas, die monatelang so bereitwillig über alle Kanäle verbreitet wurden, richtigzustellen.

Im Nebel des Krieges

Der Uno-Todesticker ist nicht ganz aktuell.

Die Uno macht den "Nebel des Krieges" für die leichte Abweichung um ein Drittel verantwortlich. Oxfam, die Armenorganisation, die dem israelischen Militär im Januar vorgeworfen hatte, es töte "täglich durchschnittlich 250 Palästinenser" und damit übersteige "die tägliche Zahl der Todesopfer die bei jedem anderen großen Konflikt der letzten Jahre", hat noch nicht dagegen protestiert, dass die Uno nun statt 54.000 Opfer nicht einmal die Hälfte nennt. Die deutschen Leitmedien verzichten darauf, ihr Publikum mit Richtigstellungen zu irritieren, die Zweifel an Baerbocks "Eskalationspirale" und Georg Restles "Gewaltspirale" wecken könnten.


5 Kommentare:

Hase, Du bleibst hier... hat gesagt…

Das einzige Geschäftsmodell, das in Gaza funktioniert, ist die Hamas- Märtyrerrente. Bezahlt mit Steuergeld aus der gesamten westlichen Welt, getarnt als Flüchtlingshilfe.

Anonym hat gesagt…

Das steht alles in den achso gefälschten Protokollen!
Seite 25, zweiter Abschnitt von oben:
'... und wir werden sich die Medien zum Affen machen lassen.'

Halte ich zumindest für möglich.

Carl Gustaf hat gesagt…

Die Zahl der Nachfolger der ursprünglich vertriebenen einheimischen arabischen Bevölkerung (die Bezeichnung Palästinenser war bekanntermaßen eine Erfindung des KGB) hat sich seit der Nakba ca. versieben- oder verachtfacht (so genau weiß das niemand). Man sollte erst einmal auf dieses Phänomen eingehen, bevor man lauthals vom Genozid schreit.

Anonym hat gesagt…

Bei Arnolt(sic) Bronnen "Aisopos": "Es ist ein Greuel vor Gott, Parteilichkeit zu zeigen".
Mir können die von Isaak und die von Ismael BEIDE auf den Buckel klettern.

Anonym hat gesagt…

"noch die absurdeste Horrorstory" - da würde ich empfehlen, einmal nach "Moshe Peer" zu gurgeln.