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Dienstag, 20. Mai 2014

Neu im NSA-Regal: Satirealität


Als der ehemalige Stasi-Offizier Horst Kranheim, Ende der 80er Jahre im Auftrag des MfS Vertreter des größten DDR-Rechenzentrums in Jena bei der Internet Assigned Numbers Authority (IANA), vor einem Jahr hier bei PPQ exklusiv darüber auspackte, wie die Staatssicherheit die US-NSA dabei beobachtete, wie die NSA die Bundesregierung beobachtete, galt das zahlreichen Lesern als Satire, andere hielten es für widerliche Hetzparolen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Zwar hatte Kranheim, der bei der Etablierung des Internets unmittelbar beteiligt, war, ausführlich dargelegt und bewiesen, wie das gesamte sogenannte Internet „von Anfang an darauf angelegt wurde, Menschen dazu zu verleiten, Informationen von sich preiszugeben, um sie geheimdienstlich verwertbar zu machen“ und wie Google, Facebook und Apple von Geheimdienstlern gegründet und finanziert wurden. Allein glauben wollten viele Menschen das nicht, weil "Spiegel", "Stern", "FAZ", "Focus" und alle anderen Qualitätsblätter sich weigerten, über die Offenbarungen des ehemaligen Obersten, der im Ministeriums für Staatssicherheit die Abteilung für funkelektronische Aufklärung unter Markus Wolf (Abteilung II, Spezialfunkaufklärung) geleitet hatte, zu berichten.

Was nirgends steht, kann auch nicht stimmen, hieß es auch im Bundestag, der umgehend beschloss, einen Untersuchungsausschuss einzuberufen, der prüfen sollte, ob Kranheim Hintermänner in Moskau hat. Nun allerdings hat Kranheims früherer MfS-Kollege Klaus Eichner auf einer von der Wau Holland-Stiftung und von Reporter ohne Grenzen in Berlin veranstalteten Podiumsdiskussion bestätigt, dass die USA deutsche Bürger bis hin zur Regierungsspitze bereits Mitte der 80er Jahre abhörte. Der ehemals für das Treiben der NSA und CIA zuständige Chefanalytiker des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) berichtete, dass eine "Quelle" ihm 1985/1986 die sogenannte NSRL-Liste zuspielte, die das ganze Ausmaß der Überwachung der Alliierten durch die NSA dokumentierte. Diese "NSA Requirements" umfassten 4000 Seiten mit Beschreibungen all der Personen und Institutionen, die für die NSA informationsmäßig von Bedeutung waren.

Die Quelle war ein technischer Fernmeldeaufklärer der US-Armee mit relativ niedrigem Dienstgrad - eine Parallele zum Fall Snowden, in dem sich das damalige Leaking getreu des Marx` Wortes von der doppelten Geschichte als Farce wiederholt.

Erfindung wird zur Wirklichkeit, Satire wird zur Realität.

Kommentare:

eulenfurz hat gesagt…

Krautheim oder Kranheim? Oder ist Krautheim der IM-Name Kranheims?

ppq. so hat gesagt…

die wechseln ihre namen wie die hemden