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Dienstag, 20. Februar 2018

CDU: Der Besuch der alten Dame

Selbe Brille, selbes Vermögen, Begeisterung auszulösen: Kramp-Karrenbauer und Peter Tauber.
Die Fankurve feiert enthemmt. Was für ein Schachzug! Die Kanzlerin, geschickte Machtfrau gerade wenn es eng wird, ersetzt einen 44-Jährigen durch eine 55-Jährige! Und signalisiert dadurch den unbedingten Willen, frischen, neuen Kräften Platz zum Wachsen zu geben! Geht’s denn noch besser?

Vorgänger Peter Tauber hat die Richtung vorgegeben. "Die CDU muss jünger, weiblicher, bunter werden", forderte der Architekt des letzten Wahlsieges Angela Merkels. Die hörte gut zu. Und wählte mit dem ihr eigenen Humor Annegret Kramp-Karrenbauer: Zwölf Jahre älter, gleiches Brillenmodell wie Tauber, aber leicht längeres kurzes Haar, ohne Hipserbart, dafür jedoch gleich beim ersten Auftritt sichtlich durchdrungen von Dankbarkeit für die große Chance.

Nein, eins muss man der Noch-Kanzlerin und ihren unbeirrbaren Propagandakompanien lassen: Während ringsum alles in Scherben fällt, was die in Hamburg geborene Ostdeutsche für alle Ewigkeiten aufgebaut glaubte, setzen Merkel und ihre Medien „in aller Ruhe ein klares Zeichen für die Fortsetzung ihres eigenen Kurses“, wie es der alte Kommentäter Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau beschreibt. Ungeachtet einer Realität, die dem Kanzleramt und den angeschlossenen Großraumbüros je heftiger um die Ohren fliegen wird, je länger sie ignoriert bleibt, glaubt die eine „für ihre Nachfolge im Kanzleramt“ zu sorgen. Und die anderen glauben, dass sie das zurecht glaubt.


Kramp-Karrenbauer, der Modernisierungversuch der CDU, der an die Inthronisation des seinerzeit drei Jahre jüngeren Egon Krenz im Herbst 1989 in der DDR erinnert, ist dabei nicht nur für Altersdiskriminierer sofort als Rohrkrepierer zu erkennen. Schon der Lebenslauf der Hoffnungsträgerin, die neben Altmaier und Maas der dritte Saarländer in der künftigen Belle Etage der Republik und später einmal der zweite Saarländer als deutscher Regierungschefin sein wird, verspricht noch mehr vom Gleichen, aus dem die SPD sich mit Hilfe der gelernten Parteifunktionärin Andrea Nahles gerade so frischzellenkurmäßig erneuert. Auf ein Studium der Politikwissenschaften folgte auch bei Kramp-Karrenbauer gleich ein Job bei der Partei, dann einer als persönliche Referentin eines Abgeordneten und schließlich mit Mitte 30 der Sprung in eine eigene politische Karriere.

Angesichts von soviel Lebens- und Alltagserfahrung bekommt sich ein Heribert Prantl kaum noch ein. „Genialer Schachzug“, freut er sich, „Klare Überzeugungen und starke Nerven“, lobt sein Blatt an der Neuen, die vor sage und schreibe 20 Jahren schon einmal im Bundestag saß. Frischer als dieser "Besuch der alten Dame" (Friedrich Dürrenmatt) geht fast nicht in einer vor allem an der Spitze rasant alternden Republik.

Und so jubelt der "Tagesspiegel" über einen "Coup", die "Zeit", im Zuge der Gleichschaltung Einebnung der deutschen Medienlandschaft Lieferant und Abnehmer des "Tagesspiegel", sieht die "Generalsekretärin den Streit in der Partei erst einmal beruhigen", die "Tagesschau" lobt "Gespür und Ellenbogen" der nach 37 Jahren in der CDU, 33 Jaren in CDU-Vorstandsämtern, 17 Jahren im Vorstand der Frauen-Union und sieben Jahren im CDU-Vorstand quasi personifizierten jungen Wilden.

"Die Kanzlerin regelt ihr Erbe", schreibt der "Spiegel", der auch schon geglaubt hat, Gabriel mache das einfach mal mit dem Schulz aus, und später glasklar anlysierte, dass der Schulz das mit den Ämtern nun mit der Nahles klarmache, so das bald halt alles weitergehen könne wie immer.





Kommentare:

Carl Gustaf hat gesagt…

Angela, Beate und Annegret, weiblicher war eine CDU nimmer.

Siegmund Freud würde bei Merkel wohl nun endgültig einen Vaterkomplex für möglich halten.

Sauer hat gesagt…

Jetzt, da der Karren im Dreck festgefahren ist, hilft auch eine Karrenbauerin nicht mehr. Die von ihr eventuell gebauten Karren werden ebenfalls im Dreck landen, denn steuern haben sie nicht gelernt. Männer mit Schäuble müssen her, um die Karren freizuschaufeln, aber die sitzen im Bundestagspräsidium und machen sich einen schönen Lenz. Sollen halt die Weiber schauen, wie sie wieder flott kommen, wer nicht steuern kann, landet halt im Straßengraben. Daraus zöge sie kein Tauber heraus, wenn er noch könnte, sondern nur ein Starker. Doch welcher Starke vergeudet schon seine Kräfte für zwei durchgeknallte Schreckschrauben? Gibt’s irgendwo einen hartgesottenen Freiwilligen, dem vor gar nichts graust?

Anonym hat gesagt…

Treffende Analogie, passende Metaphern, nur wo’s unschön und „hinkend“ wird, ist der Umstand, dass die Karrenindendreckfahrer.Innen nicht allein in ihrem Gefährt sassen/sitzen, sondern das komplette „Staatsschiff“ dran hängt und auch mit im Dreck gelandet ist.

Quotenweiberdiktatur hat gesagt…

Nachdem unsere durch Filz allmächtigen Autobauer mit ihren Hightech-Dieselmodellen so erbärmlich scheiterten, dass sie ihr Heil nur noch in Betrug sahen, und auch die merkelsche Taubernuss versagte, wird mit der Karrenbäuerin nun ein komplett neues Mobilitätszeitalter eingeläutet.

Sehr zur Heimwehbeschwichtigung unserer Millionen eher traditionell orientierten Neubüger, die das idyllische umweltschonende Bild mit Esel davor ja noch leuchtend in Erinnerung haben.

Deutsche Esel zum einspannen gibt es in der schwarmintelligenten Muddimonarchie zudem reichlich. Dämliches zweibeiniges Nutzvieh eben, wie es im Schildbürgerbuche steht. Und in ihrer einfältigen Vielfalt auch noch stolz drauf, für jeden faulen oder gar kriminellen Importnichtsnutz den Jochochsen spielen zu dürfen.

Darum weiter so!

Wir schaffen das, ein einst prosperierendes Land zu ruinieren.

Darum CDU!

derherold hat gesagt…

Hat jemand den Film mit Anthony Quinn gesehen ?

Anonym hat gesagt…

@ derherold: La Strada? Der Glöckner von Notre-Dame? Weiße Schatten?

Anonym hat gesagt…

„….auch noch stolz drauf, für jede….“.

Und wie stolz die darauf sind. –

Sollte ihnen zwar klar sein, dass das ∞-e Guthaben auf ihrem Ewige-Schuld-Konto schon aus trivialen arithmetischen Überlegungen zu seinem Abbau ∞ viele Jahre und ∞ große Anstrengungen impliziert, so stürzen sie sich dennoch frohgemut und mit heißer Inbrunst in jede noch so absurde Blasrohrkriech-Aktivität, je subalterner, je devoter, desto besser, lassen jede noch so infame Erniedrigung Schmähung, jede noch so perfiden Betrug, Abzocke, Ausbeutung, ja Vernichtung, je gemeiner, desto besser, maso-freudig über sich ergehen.