Google+ PPQ: Helmut hält dicht

Freitag, 19. Februar 2010

Helmut hält dicht

Er schweigt bis heute wie ein Grab, weil das Ehrensache ist. Jahrelang hat Altbundeskanzler Helmut Kohl illegale Spenden von bis heute unbekannten Spendern angenommen, um sich die Christlich Demokratische Union gefügig zu machen. Allen Aufforderungen aber, öffentlich zu machen, ob die CDU unter seinem Vorsitz von Moskau, Peking, Washington oder Pjöngjang finanziert wurde, hat der 79-Jährige bis heute tapfer widerstanden. "Ich stehe über dem Gesetz" ließ er sinngemäß wissen, welche Konsequenzen er aus dem Versagen der Moral im Dritten Reich und an der deutsch-deutschen Grenze gezogen hat.

Die Menschenwürde wiegt in jeder Staatsform mehr als geschriebenes Recht, demokratische Parlamente und Drohungen von beamteten Staatsanwälten. Bis heute ist so völlig unklar, wer die Strippen zog, mit denen Kohl zuerst die "geistig-moralisch Wende" und später den Mauerfall einfädelte. Dafür wird dem greisen Einheitsdenkmal nun endlich der „Roland-Berger-Preis für Menschenwürde“ verehrt. Kohl habe die Würde aller unbekannten Spender geschützt. Damit habe der Altkanzler vielen Menschen und Behörden ein Beispiel für Zivilcourage jenseits geschriebenen Rechts gegeben. So hätten die Rechtspflegeorgane auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichtet, die Staatsanwaltschaft habe keine Erzwingungshaft beantragt und der von Übereinfrigen einberufene Untersuchungsausschuß in der Parteispendenaffäre habe sich statt mit Fakten und Namen am Ende mit dem Kohlschen Charisma zufrieden gegeben.

Bundespräsident Horst Köhler selbst wird am 26. April herbeieilen, um seinem Parteifreund die Auszeichnung nebst dem Preisgeld von einer Million Euro in Würdigung seiner Tätigkeit als Datenschützer zu überreichen.

Helmut Kohl hat im Gegenzug versprochen, alle Namen, Daten und Summen nicht auf CD zu brennen, sondern dereinst mit ins Grab zu nehmen.

1 Kommentar:

Friederich hat gesagt…

Ja, das kann man nur verstehen, wenn man noch weiß, daß ein Mann ein gegebenes Versprechen eben nicht brechen darf, auch wenn es für ihn mit Nachteilen verbunden ist. Ich rechne das Herrn Dr. Kohl hoch an, auch wenn ich nicht unter den Spendern war. Da können sich andere Politiker, die heute nicht mehr wissen, was sie gestern versprochen haben, oder die gleich Dinge versprechen, die erst dann nicht eintreffen, wenn sie schon tot sind (2°C bis irgendwann) durchaus mal ein Beispiel nehmen.