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Freitag, 30. September 2016

Houellebecq im Arbeitswiderstand: Wider die reaktionären Raucher



Wo kommt nur dieser Hass her? Kaum hat Michel Houellebecq in seiner Dankesrede für den Schirrmacher-Preis ein aberwitzig reaktionäres Weltbild vor seinen empörten, geschockten und verunsicherten Zuhörern ausgebreitet, schlägt eine Woge der Wut und der Verachtung über dem französischen Dichter zusammen.

"Unwürdig" sei das gesagte der Kunst des reaktionären Rauchers, sein unverantwortliche Text könne Weltschmerz auslösen, seine "düsteren Anspielungen" seien gehalten, schwache Gemüter zu verunsichern, führerbunkermäßig habe der Autor des "Untergang" der "Unterwerfung" vom nahenden, unausweichlichen Tod gesprochen. Wo doch Europa mit Deutschland als hübschester Blühte gerade in diesem jungen Herbst so fröhlich in die Welt lache wie niemals sonst.

Die renommierte "Zeit" verwandelt in ihrer Besprechung der Rede des dürren Zuwanderes aus Algerien das Monströse in uns selbst, das abgrundtief Hässliche in schöne Raserei. Der Dichter, obschon preisgewürdigt, ergebe sich einem "nur noch schwer erträglichen, wirren, nekrophilen Muff vom Endzeit-Clash spiritueller Mächte" und empfehle "uns allen diesen Muff als Gesetz, als letzte Rettung: den Tod als Rettung vor dem Tod".

Altmännergeil ist das, die jungen Mädchen heute, verglichen mit seiner Jugend, "sehr viel weniger aufregend gekleidet", sind ihm Ursache für den schlaffen Penis, nicht das Alter, dieser Erfahrungsberg, der irgendwann körperlich zu drücken beginnt, was immer ein Deutschomane ist. Die "große reaktionäre Geisterbahn", die der Zeit-Autor entdeckt, fährt durch bis zum Friedhof, wo der Abdecker wartet, der den Großdenker aus der Grande Nation zusammen mit "Sarrazin, Safranski, Monika Maron, dem ganzen reaktionären Swingerclub" (Zeit), "zu dem man nur Zutritt hat, wenn man sich bis aufs Ressentiment nackt auszieht" in die Grube zu fahren. Wo Bautzen schon jubelt. Dresden zündelt. Und der ganze Osten bis runter nach Budapest Willkommen klatscht.

Robin Detje, der das argumentativ anführt, genießt den Schauder hochemotional. Er hält Houellebecq nichts entgegen, keinen Fakt, kein Gefühl, keinen eigenen Gedanken. Er verdammt. Er hasst. Er geht Gassi mit der ölden Vorstellung, wer anders denke als er selbst, denke nicht richtig. Kein Gespräch, nicht einmal mehr zwischen denen, die sich Intellektuelle nennen.

Ach wirklich, wie traurig das alles ist.

Zitat Ende.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Detjes Prosa ist dem Namensgeber des Preises, dem Journalismus-Simulanten, blöden Großmaul und beglaubigten Sprachstümper Frank Schirrmacher, aber absolut angemessen.