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Mittwoch, 14. Dezember 2016

Scholz&Friends: Herzerwärmende Freundlichkeit

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert. Bei der Hamburger Werbeagentur Scholz&Friends können die Sektkorken inzwischen schon gelockert werden: Seit ein engagierter Mitarbeiter der reklame-Spezialisten von der Alster eine Initiative startete, um eine handgemachte Sammlung an konservativen, liberalen und irgendwie rechten Internetportalen vom Werbemarkt abzuschneiden, tobt sich ein digitaler Mob auf der Facebook-Seite der Agentur aus, der sich den Tag damit vertreibt, die hervorragenden Leitungen der Experten dort in Abrede zu stellen.

So viel Gutes Scholz&Friends der Welt bisher mit Kampagnen für Zellstofftaschentücher, Opel-Modelle und die evangelische Kirche gegeben hat, so viel Böses prasselt jetzt auf die Agentur ein. Leute, die nicht einmal ahnen, wie hart die beiden Hamburger Großagenturen Scholz und Friends und Jung von Matt um die lukrative Wiederwahl-Kampagne der Kanzlerin im kommenden Jahr kämpfen, lassen sich hier über "Meinungsfreiheit", "Zensur" und "Denunziantentum" aus. Gnadenlos wird das Bemühen der Agentur, sich bedingungslos hinter ihren Mitarbeiter und dessen Anschwärzer-Methoden zu stellen, mit Ein-Stern-Bewertungen vergolten. Die Waffe des kleinen Mannes, der den Versuch des Chefstrategen von Scholz&Friends, der Kanzlerin zu zeigen, wie der "Kampf gegen rechts" geführt werden muss, zu einem fürchterlichen Rohrkrepierer macht.

Das ist eindeutig "Kindergarten-Armdrücken", wie es Achse-Autor Wolfram Ackner nennt. Aber es ist das, was bleibt, wenn eine Seite die Diskussion verweigert und nur noch über ihre Machtmittel kommuniziert. Kind, hör´ jetzt, oder es gibt kein Abendbrot.

Herzerwärmend, wie die Menschen, die sich hier zu Wort melden, versuchen, ihrem Unmut Luft zu machen. Natürlich, einige pöbeln, andere schimpfen. Überwiegend aber wird höflich, freundlich und fundiert argumentiert und kritisiert. Scholz&Friends, selbsternannte Experten für digitale Kommunikation, haben ihre Facebook-Seite mittlerweile aufgegeben. Kein Wort kommt da mehr. Der Rest aber ist ein Lesevergnügen.


Update: Wirkungstreffer bei Scholz&Friends, die jetzt versuchen, die Pasta wieder in die Tube zu drücken

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nur weil ich mit ScheiBe auf andere werfe, bedeutet das nicht, dass andere mit ScheiBe auf mich werfen dürfen. Das möchte ich mal klarstellen, und immerhin bin ich ein sehr guter Digitalstratege, fragen Sie meinen Chef. Der kann Ihnen das bestätigen.
Und meine privaten Hetzkampagnen, für die ich meine beruflichen Branchenkenntnisse und Verbindungen nutze, haben mit meinem Beruf, meiner Branche und meinen verbindungen gar nichts zu tun. Also lassen Sie meine Firma da raus!!1

MfG
der Typ von ScholzampFriends, Sie wissen schon, ja der

ppq hat gesagt…

der mann ist so stratege wie... mir fällt gar kein vergleich ein. der hat nicht damit gerechnet, dass ihm das vor die füße fällt. hat er nicht. der stratege. gott hat humor

Am_Rande hat gesagt…

Vielleicht ein Stratege wie ... John Sedgwick, Kommandierender General im Amerikanischen Bürgerkrieg.

Berühmte letzte Worte:

"They couldn't hit an elephant at this distance."

;-)

Gernot hat gesagt…

Da ist nicht höflich und freundlich zu argumentieren. Wer den politischen Gegner außerhalb des politischen Diskurses mit Gewalt, Rufmord, Arbeitsplatzverlust, Sportverbot, Meinungsäußerungsverbot, Boykott oder ähnlichen Maßnahmen zu schädigen versucht, handelt im neuen, gebräuchlichen Wortsinne "faschistisch".

Selbst ein Stalinist und ein überzeugter Nationalsozialist müssen das Recht haben, Bäcker, Straßenbahnschaffner, Stahlgießer oder Schornsteinfeger zu sein und auf öffentlichen Parkbänken zu sitzen, insbesondere, wenn sie ihre berufliche Position niemals für ihre Ziele missbraucht haben - falls das überhaupt möglich ist. Dasselbe gilt übrigens für Kampfhundbesitzer, Waffennarren, Pädophile, aus der Haft entlassene Mörder, ehemalige Drogenhändler oder Fluchthelfer/Schieber, ja sogar für abgehalfterte Politiker.
Zumindest wäre das in einem freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat so.

Wer anderer Meinung ist, sollte mal klammheimlich überlegen, ob er nicht eines Tages selber zu einer gesellschaftlich exkludierten Gruppe gehören könnte.

Anonym hat gesagt…

Gibt es noch nicht eine zentrale Datenbank ("Der Schandpfahl" wäre ein netter Name) wo alle Unternehmen, die Rechte diskriminieren bzw. linke Projekte fördern verzeichnet sind, damit jemand, der Geld ausgeben will, ein linksgerwirktes Unternehmen nicht mit seinem Geld belästigen muß.
Ich denke dies wäre ein großartiges Projekt ...

Meint
Krzws.

Anonym hat gesagt…

@ Gernot: Für "die" sind "wir" das unnennbar Böse, Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht.
Was man unter "Waffennarren" so versteht, ist mir bekannt. Selber aber verstehe ich darunter Eloi-Schwachköpfe, die Waffen per se als bebäh ansehen.

Carl Gustaf hat gesagt…

Passend dazu heute Norbert Bolz in der NZZ: Welterklärer im Krisenmodus (http://www.nzz.ch/feuilleton/haben-die-eliten-versagt-welterklaerer-im-krisenmodus-ld.134311)

derherold hat gesagt…

Es ist ja interessant, wer mit wem Koalitionen eingeht. :-)

Die alte Rechte gab Anfang der 30er der neuen Rechten (NSDAP) Unterstützung. Seit geraumer Zeit, insbesondere seit der Jahrtausendwende, sehen wir, daß die alte Rechte (Banken, Konzerne, Medienoligarchen) sich mit der (nicht mehr ganz so) neuen Linken im Schweinekoben suhlt.

Jetzt müssen kluge Menschen nur noch analysieren, was die Ziele der alten Rechten sind. Anders formuliert: Warum dürfen sich unfähige BildungspolitikerInnen an geistig behinderten Kindern vergreifen, warum ist der Springer-Konzern (aka faschistische Springer-Presse) das neue Verlautbarungsorgan der kommunistischen Plattform ?

ppq hat gesagt…

der gesellschaftliche fortschritt marschiert. dann überholt er sich. und auf einmal ist er der ganz vorn, der bremst

Anonym hat gesagt…

Welche Lust, sich vorzustellen, dexx Genoss_n Hensel schlurft auch bald mit dem Straßenfeger oder der Motz durch die U-Bahn.
"Hoffen wir es, es gibt solche Beispiele!" Villiers de L'Isle Adam - Die Marter der Hoffnung.