Google+ PPQ: Lehrstunde für Lafontaine

Freitag, 20. Juli 2007

Lehrstunde für Lafontaine

Oskar Lafontaine schwärmt seit seiner Reinkarnation als Kommunist von einem Land, in dem ein starker Staat Garant der Freiheit seiner Bürger ist, indem er nach Kräften reguliert, was immer zu regulieren ist. Wäre Lafo, wie ihn die "Linke" launig nennt, Kanzler, betriebe der Bund zwar nicht selbst Bäckereien und Cola-Fabriken, Betreiber solcher aber müssten sich in Lafos Abteilung Marktkontrolle ihre Preise und Gewinne genehmigen lassen.

Ein Staatsmodell, dass so weit nicht weg ist vom derzeit benutzten, denn bei Telefon, Gas und Strom besteht bereits eine solche staatliche Genehmigungspflicht, derzeit jedoch noch mit dem eingeschränkten Wettbewerb durch die Besitzverhältnisse bei den jeweiligen Netzen begründet. Lafontaine wäre nur etwas konsequenter: Bei ihm würden Strom und Gas aus bundeseigenen Anschlüssen kommen, der Bund wäre der größte Vermieter und auch alle übrigen Belange der allgmeinen Daseinsvorsorge betriebe wie damals in der DDR Vater Staat.

In Simbabwe ist Robert Mugabe auf diesem Weg schon ein Stück über die Theorie hinaus. Nachdem das Land durch die Enteignung der weißen Landbesitzer in eine Staats- und Wirtschaftskrise schlitterte, verordnete der greise Diktator seinen Untertanen jetzt "Weihnachten im Juli", wie das Regierungsblatt "The Sunday Mail" jubelte.
Hunderte von staatlichen Kontrolleuren wurden Anfang des Monats in Supermärkte, Tankstellen und Busbahnhöfe geschickt, um die durch die 9000-Prozent-Inflation in zehnstellige Bereiche gestiegenen Preise einfach mit dem Kugelschreiber klein zu streichen. Damit wollte die Regierung die galoppierende Inflation beenden.

Das Verfahren, in etwa vergleichbar mit dem Versuch, ein Auto zu bremsen, indem man die Tachometernadel festhält, löste große Freude aus. Direkt hinter den Preisstreichern folgten deren Freunde und Bekannte, die gleich zuschlugen: Großbildfernseher für weniger als 30 Euro, Computer für 45, Handys für zehn. Als die normale Bevölkerung kam, um nun endlich auch mal wieder einzukaufen, waren die Regale leer.

Wie die Regierung argwöhnt, weil die Ladenbesitzer Waren beiseite geschafft haben. 3.500 Geschäftsleute, die sich der Operation "Dzikiza" ("Preisabschlag") zu widersetzt hatten wurden vorübergehend festgenommen. "Wir befinden uns im Krieg mit der Geschäftswelt", sagte Nathan Shamuyarira, Sprecher der Regierungspartei Zanu-PF der "Financial Times". Auch das half wenig, denn auch drei Wochen nach dem Beginn der Aktion füllt kaum ein Ladenbesitzer seine Regale wieder auf. Grundnahrungsmittel wie Brot, Zucker und Speiseöl sind nur noch auf dem Schwarzmarkt zu haben. Die Preise dort, nur der gescheiterte deutsche Kanzlerkandidat, Wirtschafsminister und Arbeiterführer Lafontaine staunt darüber, sind höher als zuvor.

Die Aktion sei nötig gewesen, weil die Geschäftswelt mit "Gewinnsucht die Souveränität Simbabwes zu untergraben suchte", rechtfertigte Präsident Robert Mugabe den erzwungenen Preissturz, der nun unbefristet festgeschrieben werden soll. Eigentlich sollten vor allem Grundnahrungsmittel verbilligt werden. Doch Kontrolleure, Polizisten und Parteifunktionäre nutzten die Chance, um sich Telefone, Möbel und sogar Autos billig unter den Nagel zu reißen.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

so ist das, wenn man planwirtschaft für die bessere lösung hält.