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Samstag, 14. Juli 2018

Leitmedien: Altpapier mit entsetzlicher Klimabilanz

Immer am Mittwochmorgen ist es in einer Druckerei in Ahrensburg bei Hamburg soweit. Jörg Lörinczy greift in das Band, auf dem in der nächsten Stunde 60.000 Exemplare der Wochenzeitung "Die Zeit" vorbeirattern werden, und nimmt sich einen der ersten Andrucke der Zeitung. 

Ein Blatt, das der Aufklärung verpflichtet ist, dem Kampf gegen Fake News, Populismus und Klimawandel. Rund 500.000 Exemplare druckt Lörinczy jede Woche, 26 Millionen im Jahr. Jedes einzelne Exemplar wiegt inklusive Werbebeilagen rund 1,2 Kilogramm, im Jahr werden mehr als 30.000 Tonnen Papier allein von der ökologisch aufgeklärten und zum Kampf gegen Trump und andere Klimaleugner entschlossenen "Zeit" verbraucht. Selbst einen recht hohen Anteil an Recyclingware eingerechnet arbeitet das Hamburger Blatt damit kräftig mit beim weltweiten Anheizen der Klimakatastrophe, vor der die fleißigen "Zeit"-Reporter und -Kolumnisten so oft und so engagiert warnen.

Millionen Tonnen für den Untergang


Sie sind nicht die einzigen. Auch zahllose andere Zeitungen und Magazine versuchen, mit der Feder in der Hand gegen den Untergang der Zivilisation wie wir sie kennen anzuschreiben. Um die Botschaft zum Empfänger zu bringen, werden allerdings jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Papier verbraucht - für das Klima unserer erde eine mörderische Angelegenheit, denn die Produktion einer Tonne Papier benötigt genau so viel Energie wie die Herstellung einer Tonne Stahl, hinterlässt aber trotz hoher Recyclingquote irgendwo auch immer ein Loch in einem Wald. Tausend Kilogramm CO2 braucht die Herstellung einer Tonne Papier, auf zwei Millionen Tonnen kommen Leitmedien in Deutschland jedes Jahr - das entspricht dem kompletten CO2-Ausstoß von Island.

Damit ist die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte industrielle Energieverbraucher, angetrieben auch von Leitmedien, die am gedruckten Wort festhalten. Hinzu kommen die Transporte von Rohstoffen und Fertigprodukten und - wie bei der "Zeit" - ein Hang dazu, das eigene Fertigprodukt in ökologisch verbrecherische Plastiktüten zu verpacken.

Verheerend für die Erde


Besonders verheerend für die Erde, die wir von unseren Enkeln nur geborgt haben: Die gewaltige Altpapierlawine, die Tages- und Wochenzeitungen in einer unendlichen Folge in Gang gesetzt haben, ist meist nur tagesgültig, schon am nächsten Tag sind die Nachrichten "von gestern" und damit nicht mehr zu gebrauchen. Anja Müller, Vorsitzende der Umweltschutzorganisation „Luftholen ohne Lesen“ (LoL) hat jetzt eine enthüllende Untersuchung zu dieser dunklen Seite der freiheitlichen Presse veröffentlicht: „Für die Herstellung werden Bäume gefällt, Papier hergestellt und hierher geschafft", verweist sie auf das Gebäude einer großen Burda-Druckerei nebenan. Danach werde das Papier bedruckt und als Luxusware an Menschen aufgeliefert, die zumeist mindestens der Mittelschicht angehören, die gelieferte Zeitung oder das gelieferte Magazin . "Das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen und alles andere als nachhaltig.“

In den Berechnungen, mit denen die Medienbranche ihre Nachhaltigkeit beweisen möchte, tauchten solche Posten überhaupt nicht auf, kritisiert sie. Man treibe deshalb regelrechten Betrug. Auch die renommierte "Zeit" mache mit - der eigene Ressorcenverbrauch kommt in großen Analysen zur Umweltfeindlichkeit der westlichen Lebensart gar nicht vor. Müller wirft der Branche vor, sich „mehr für ihre eigenen Profite als für unseren Planeten zu interessieren“. Dass die Auflage deutscher Zeitungen seit Jahren schrumpft, tröstet die Aktivistin kaum.

Bis ans Ende der Welt


Jeder Tag, an dem schwergewichtige Produkte wie die "Zeit" oder die SZ, die FAZ oder der "Spiegel" erschienen, würde sie auch per Lufttransport bis in die entlegendsten Orte der Welt geflogen, als könnten deutsche Urlauber dort nicht auch mal ein paar Tage überleben, ohne den Anti-Trump-Kampf von Karl Doemens, Jakob Augstein, Georg Restle, Stefan Kornelius und ‎Klaus Brinkbäumer lesend zu begleiten. Auf dieser Basis errechnete LoL nun für den Lufttransport in die vier wichtigsten Exportländer einen Klimagasausstoß zwischen 5,3 und 6,3 Kilogramm CO2 pro ein Kilo Zeitung. Das entspreche einem jährlichen Klimagasausstoß von fast 100.000 Tonnen. Was vergleichsweise so viel sei, wie aus dem Auspuff von einer 50.000 Benzinautos jährlich freigesetzt werde.

Besonders perfide: Weil es sich um internationalen Flugverkehr handelt, taucht der Flugfrachtposten in der deutschen Klimabilanz nicht auf.

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