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Mittwoch, 7. August 2013

Staatsdoping: Der große Niedergang

Statistik lügt nicht, Statistik sagt die Wahrheit. 1980, als die DDR die deutschen Farben allein bei Olympia allein vertreten musste, eroberte sie 47 Goldmedaillen, 37 silberne und 42 mal Bronze. 126 waren das insgesamt, Platz 2 im Medaillenspiegel hinter dem großen Bruder Sowjetunion.

Viel schlechter war der Westteil vier Jahre später auch nicht, als der Ostblock die Olympischen Spiele boykottierte. 17 Goldmedaillen, 19 mal Silber und 23 mal Bronze addierten sich zu 59 Medaillen für deutsche Athleten. Platz 3 der Nationenwertung hinter den USA und Rumänien.

1988 in Südkorea dann der Höhepunkt, Deutschland Ost mit 37 Goldmedaillen, 35 silbernen und 30 mal Bronze (102 insgesamt) auf Platz 2 der Weltrangliste. Die damals noch BRD genannte andere deutsche Vertretung mit 11 mal Gold, 14 mal Silber und 15 mal Bronze (=40) auf Platz 5.

142 Medaillen für deutsche Sportler, obwohl nun alle Konkurrenten am Start waren – ein Ergebnis, das nach dem Mauerfall zwei Jahre später zur Folge des in der DDR betriebenen Staatsdopings erklärt wurde.

Aber Statistik lügt nicht und deshalb verrät auch die olympische Medaillenstatistik genau, dass nicht nur im Osten massenhaft gedopt wurde, sondern ebenso im Westen.

Denn während sich das Ergebnis der Olympischen Spiele von Barcelona 1992 mit 33 Goldmedaillen, 21 silbernen und 28 mal Bronze (=82 -60 Medaillen zu 1988) noch mit dem Umbruch in der DDR erklären lässt, ist der erneute Rutsch vier Jahre danach so nicht zu begründen. Deutschland Ost und West holten jetzt in Kombination nur noch 65 Medaillen, nicht einmal die Hälfte der Menge, die 1988 noch an deutsche Sportler ging. In Kombination schafften die einstigen Sportnationen Nummer 2 und 5 noch 20 goldene, 18 silberne und 27 Bronzemedaillen. Das reichte nun zu Platz 3 der Nationenwertung.


Der Startschuss eines großen Niederganges. Im Jahr 2000 bei den Spielen in Sydney wurden aus 65 Medaillen 58, 20 Goldene schrumpften zu 13, aus 18 silbernen wurden 17 und aus 27 mal Bronze 26. Die anderen Nationen machten irgendetwas besser, die kombinierten deutschen Sportler Ost und West aber irgendetwas falsch. Zusammen belegten der ehemalige Zweitplatzierte und der ehemalige Fünftplatzierte nun Platz 5.


Und dabei blieb es. In Athen 2004 ging es weiter bergab mit der Sportnation. Aus 58 Medaillen wurden 49, aus Platz 5 wurde Platz 6, vier Jahre danach in Peking schrumpfte die Ausbeute weiter, nun auf nur noch 41 Medaillen – gerade mal eine mehr als der Westteil 16 Jahre zuvor allein erobert hatte.

Doch sind es wirklich nur die erstarkenden Chinesen? Die Briten, die von talentierten Einwanderern profitieren? Die Australier, die von Haus aus sportverrückt sind? 240 Millionen gibt der Bund jedes Jahr für die Sportförderung aus, nicht gerechnet die versteckten Ausgaben für Bundeswehr-Sportkompanien, Polizisten in Leistungsruderboten und Freistellungen für Wettbewerbe. Das sind nahezu 500 Millionen D-Mark – die DDR zahlte seinerzeit 1,2 Milliarden Mark jährlich, DDR-Mark allerdings.

Die Erklärung scheint einfach: Das vom DDR-Staat finanzierte teure Doping-Modell krachte zusammen, die Förderung fiel weg, die Ergebnisse brachen ein. Doch nicht nur die aus dem Osten stammenden Olympiateilnehmer zollten dem Rechnung, wie die wahre Nationenwertung der letzten Olympischen Spiele von London zeigt. 5,5 Goldmedaillen holten die einst so ruhmreichen Staatssportler aus der Ex-DDR jetzt noch, dazu 8 silberne und sechs Bronzemedaillen. Nein, auch der zumindest offiziellen Erklärungen zufolge nie systematisch zugedopte Leistungssport West brachte es nur noch auf jammervolle 5,5 Goldmedaillen, elf silberne und achte mal Bronze. Das ist etwa halb so viel wie 1988 und reicht noch zu Platz 13 in der Länderwertung. Und schlüssig erklärt werden kann es eigentlich nur mit dem Umstand, dass Doping früher auch im Westen gängige Praxis war.

Staatsdoping: Der geheuchelte Schock

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

War Haselhoff auch gedopt?

Oder ist er es des öfteren?

derherold hat gesagt…

Vor sechs, sieben Jahren fiel mir ein Büchlein zum Thema "Sportpolitik" in die Hände.

Dort konnte man lesen, daß 1989/90 unter den (noch) sowjet. Sportfunktionären Panik ausbrauch, weil nun "hohe Leistungsfähigkeit DDR-Sport plus BRD-Kohle" unschlagbar seien.

Sie wurden von ihren Sportwissenschaftlern beruhigt. Die Erfolge des DDR-Sports beruhten auf "Befehl und Gehorsam", die BRD sei verweichlicht. Noch in den 90igern würde das neue Deutschland auf das Niveau der alten BRD zurückfallen.

Da sind wir.

Wenn man jetzt noch berücksichtigt - wunderschön in Jahresbestleistungen im Nachwuchssport zu sehen - daß die geburtenstarken Jahrgänge 1958-68 waren und die Einwanderer in D nicht mit denen aus bspw. GB oder F übereinstimmen, brauche ich keine Doping-Erklärung.

Anonym hat gesagt…

Ach. Da gibt es so viele Erklärungen: Viel mehr Teilnehmerländer seit 1990, nur noch eine deutsche Nation (= weniger Startplätze), größtes Wirtschaftswachstum der jüngeren Geschichte (allerdings nicht in Deutschland) und damit mehr Sportförderung überall sonst, natürlich eine Änderung im Zeitgeist in Bezug auf Leistung ganz allgemein und Sport ganz speziell und zuletzt natürlich eine Abnahme der Bereitschaft für "sein Land zu leiden".

Diese Statistik lügt natürlich, wie alles auf PPQ, weswegen ich ja auch jeden Tag wieder hierherkomme... xD

Eine bessere Statistik würde die bsolute Zahl setzen ins Verhältnis zur Zahl der ingesamt antretenden Sportler (die Zahl der weiblichen Teilnehmer hat sich etwa mehr als verdoppelt)und Nationen (159 zu 204). Vor allem aber müßte man mal errechnen wieviel Prozent des Weltbruttosozialprodukt die Deutschen im für olympisches Wettkampfleistung relevanten Alter von ca. 12 bis 30 Jahren damals und heute repräsentiert haben.

Ohja. Am besten selber machen. Kurzes googlen ohne Kontrolle der Quellen. 1988 Deutschland 7% am Welt-BIP, 2012 5%. 1988 in Deutschland rund 12 Mio. 20- bis 30-Jährige, 2012 rund 8,5 Mio. Gleichzeitig sind in den 80er sehr viel mehr Kinder sonstwo auf der Welt zur Welt gekommen.

Ach. Am Ende ist es einfac gesagt: Deutschland ist eine alternde - um nicht zu schreiben: sterbende - Gesellschaft. Doping hin, Doping her, da müssen die Medaillenzahlen logischerweise sinken.

In einer sozialistisch-gleichen Welt hätte Deutschland noch wesentlich weniger Medaillen und darauf kannman sich schon einmal einstellen.

ppq. so hat gesagt…

nun macht es auch nicht so schwer mit den erklärungen. sie versagen ja alle im detail. der osten erreicht 2012 noch genau 19 % der medaillen von 1988, der westen immerhin noch 61 %, beide aber fielen gegen die konkurrenz absolut ab

plausibelste erklärung: für den osten waren 88 mehr gedopte sportler am start als für den westen, anno 2012 sind fast alle sauber, so das nun mehr medaillen auf den westen (24,5) als auf den osten (19,5) entfallen

das die übrigen erklärungen gut klingen, aber nicht stimmen können, zeigt ja der weltvergleich: die sowjetunion hat in der konversion zu russland + nebenstaaten dieselben probleme (inkl. geburtenrate und untergang des sichtungssystems) gehabt wie die DDR. dennoch: von 132 medaillen anno 1988 ging es rauf auf 163 anno 2012

naheliegende erklärung: dort wird halt weitergedopt

dito ungarn, die erreichten noch 73 % der medaillen von 88.

derherold hat gesagt…

"nun mehr medaillen auf den westen (24,5) als auf den osten (19,5) entfallen"

In welchen Disziplinen ?
Es heißt ja, daß deutsche Olympioniken dort erfolgreich sind, wo sie sitzen oder reiten können.

Die Domäne der DöDöEr waren ja Leichtathletik und Schwimmen, insbes. bei den Damen. Da kann man längst nicht mehr mit Schwarzen und Chinesen mithalten ... weniger Medaillen mehr für Ost, also.

Im Westen gab es Medaillen im Adels-Fünfkampf (Tennis, Reiten, Rudern, Fechten, Schießen), wo die Zone nicht so sehr engagiert war und da ist man immer noch erfolgreich.

Man blicke auf die Winter-Olympiade(n). Dort gibt es keine Konkurrenz aus Afrika/China und da gibt es auch immer noch die alten Herrscherhäuser im Ski-Springen, Biathlon, Bob oder Rodeln. In Ost wie in West.

derherold hat gesagt…

"... weniger Medaillen für Ost" korrekterweise.

Ich hätte Tennis/Hockey schreiben sollen ... nur daß es eben der Adel kein Hockey gespielt hat.

Man denke daran, daß auch heute noch ostdeutsche Sportler bei den o.g. Sportarten (mit Ausnahme von Rudern) staaark unterrepräsentiert sind.

ppq. so hat gesagt…

@herold: das wurde hier auch schon mal thematisiert:" Medaillen sind so nur noch drin, wo es um Finessen geht, um deutsche Tugenden wie Gleichschritt, Tierliebe und modernes Material. An Tag fünf liegen die Athleten aus der Sportnation ohne Sportler dank ihrer erfolgreichen Synchronspringer und Kanupaddler vor Tadshikistan, Simbabwe und Kolumbien auf Platz 19. Aber die Reitwettbewerbe kommen ja noch. Da rechnet sich die Nation was aus."


ist aber - aus einem noch älteren text - ein erfolgsrezept: "Wir sind Olympia! Wir sind Gold! Mit 16 Goldmedaillen haben sich die garantiert nicht gedopten deutschen Sportler drei mehr als zuletzt in Athen geholt. China konnte trotz aller Bemühungen nur 51 goldene sammeln - dabei sind 20% der Weltbevölkerung Chinesen.

Um wenigstens diesen prozentualen Anteil zu schaffen, hätten es schon 76 Goldmedaillen sein müssen, so langte es für das Reich der Mitte trotz Folter, Unterdrückung der Menschenrechte und Abschaltung des Internets, um Ablenkungen zu vermeiden, nur zu 17 Prozent aller 304 vergebenen Goldenen. Verglichen mit Deutschland schneidet China noch miserabler ab: Deutschlands 1,5% der Weltbevölkerung holten 5,3% der Goldmedaillen. Wäre China genausogut, hätte das Reich der Mitte 70 Prozent aller Wettbewerbe gewinnen und 212 Goldmedaillen abstauben müssen."

statistik lügt nicht.

FDominicus hat gesagt…

Mögen andere anders sehen aber "Sportevents" haben für mich im großen und Ganzen die Relevanz von einem Eimer Reis der in China umfällt. Wenn ich dann schon lese "unsere Athleten, bin ich schon überbedient. Und ob wir eine oder hundert Medaillen gewinnen ist mir auch egal. Es gibt nur manche Bereiche über die ich schlicht und einfach erstaunt bin. Ich habe keine Ahnung ob es so etwas wie "deutsche" Sportarten gibt, aber manche Serien sind einfach "unwahrscheinlich".

Und ich habe auch lernen dürfen, daß es ziemlich egal welche Nation irgendwo "doll" dabei ist, die Wahrscheinlichkeit, daß gedopt wurde liegt wohl inzwischen locker über 50 %. Also warum sollte man das was die Deutschen angeht irgendwie besonders überrascht sein?

derherold hat gesagt…

100m-Sprinter mit westafrikanischer Herkunft stellen seit 2000 100% aller Teilnehmer am Endlauf einer Olympiade. Bei Langstrecken kommen >80% aus Ost- oder Nordafrika.

Inder = 0.

Wenn Statistik nicht lügt, werden allein westafrikan. Sprinter gedopt und wenn ja, warum dann nicht beim Langstreckenlauf ? Sind indische Sportmediziner für Doping zu dumm ?

Anonym hat gesagt…

Das sind ganz klar Konsequenzen rassisch bedingter Fähigkeiten und Eignungen, zu einem geringen Prozentsatz auch regionale Sport-Traditionen und finanzielle Kapazitäten zur Talentförderung und Ausbildung.

Aber sieht man sich die Verteilung der Rassen auf die Sportarten an, fällt auf:

Ostasiaten:

Gute Turner
gute Leichtathleten
Mittelmässige Sprinter
Schlechte Schwimmer
Sehr schlechte Schwerathleten


Inder:

Überall Flatline

Schwarzafrikaner:

Schlechte Turner
Schlechte Schwimmer
gute Leichtathleten
gute Sprinter oder Langstreckenläufer
Schlechte Schwimmer

Weisse:

Überall mittelmässig bis gut


(Ist zwar recht unvollständig, indes Tendenzen klar erkennbar)

Ano-Nymus

Die Anmerkung hat gesagt…

Und die brasilianischen Skispringer? Darüber müßte auch mal diskutiert werden.

Erst recht über die zentralafrikanischen Eistänzer.

Anonym hat gesagt…

@Die Anm.

Schmunzel - Na ja, das hinwiederum sind extreme Beispiele für klimatisch bedingte Sportarten bzw. deren Unmöglichkeit. - Kongolesische Eishockey-Weltmeister sind mir auch kaum in Erinnerung. -
Wintesportarten ist eben breitengradabhängig.

Aber da fällt mir noch zu "ethnischen Sportaffinitäten" ein: Was issn mit den Äborridschiniies in Osträäälia, von denen sieht und hört ma auch nix. - Oder die ganzen Musels aus Vorderasien ?? (Ausser n'Paar Ringer und Gewichtheber auch nicht viel. Ganz zu schweigen von den Indios, Mestizen und Zambos aus Südamerika, auch obermager, was da an sportlichen Meriten abgeräunt wird.

Ano-Nymus

Anonym hat gesagt…

Kraftsport xy ungesühnt : Osteuropäische BürgerInnen ( vermutlich Tunnelrussen haben in Berlin Reichsbankgold - ähh cdu Parteigoldtalerspenden ausm Tresorraum geklaut !!! Phantombild : Typischer Kellerrusse , ca. 2.20 sowie ein Bauchansatzwarzensüdosteuropäer ( bestimmt der Pavel Rabottnick aus Serbien ) also : wer sachdienliche Hinweise geben kann melde sich bei der Bollizei ; verschwunden ist nicht so viel ( nur Andenken und Bilder , kein Schwarzgeld wie die Neidpresse behauptet ) .


Bollezeigeneral Sepp .

ppq. so hat gesagt…

alles schon erklärt, aber psssst

ppq. so hat gesagt…

eulenfurz hat das thema noch mal aufgegriffen, aber wie gesagt: Das erklärt nicht, wie Russland, das noch schneller altert, noch weniger Wirtschaftswachstum hatte und über noch weniger Sportförderung verfügt seine Medaillenausbeute siet 1988 um ein Drittel erhöhen konnte - die Ex-Republiken mitgerechnet. Als Erklärung für dieses Phänomen (das auch die zusätzlichen Startplätze nicht erklären, weil es ja Teilnahmenormen gibt) fällt mir nur Doping ein. Die einen lassen es inzwischen, die anderen nicht. dann kommt das hin.