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Dienstag, 11. Februar 2014

Amtlicher Medienfahrplan für ein ausgewogenes Olympia-Erlebnis

Das Bundesblogampelamt im mecklenburgischen Warin hat ihn bereits vor sieben Monaten vertraulich herausgegeben, erarbeitet wurde er von einer Expertinnenkommission auf der Grundlage der Erfahrungen aus den verlustreichen Olympia-Kämpfen in Peking und London. Jetzt ist der amtliche deutsche Medienfahrplan für die einheitliche und gerechte Olympiaberichterstattung (AdMegOF) durch die Indiskretion eines subalternen Beamten der staatlichen Sprachregelbehörde dpa öffentlich geworden - die Internetseite Jusprogfilter hat das zweiseite Papier mit Handlungsanweisungen, Formulierungsvorgaben und Ablaufstrategien veröffentlicht. Versehen ist das Konzept mit dem ausdrücklichen Hinweis, es könne und müsse "jederzeit auch auf andere sportliche Großereignisse" angewendet werden, "sofern sie in Zielgebieten deutscher Innenpolitik" liegen. PPQ dokumentiert die 19 Punkte "Für ein ausgewogenes Olympiaerlebnis", wie die offizielle Bezeichnung lautet.


1) Reaktion auf Vergabe: Überraschend an…, Beobachter berichten von Mauscheleien. Deutsche Bewerberstädte hatten sich schon zuvor, zum Teil nach erfolgreichen Volksabstimmungen, zurückgezogen.

2) Hintergrundberichte: Millionenwahnsinn schon bei der Bewerbung, Prestigeprojekt für eine einheimische Elite, Einwohner werden nichts davon haben, selbst IOC bemängelt jetzt fehlende Kostenkontrolle bei Olympia-Bewerbungen

3) sacken lassen, dann: Sportstätten werden nicht rechtzeitig fertig, IOC (wahlweise Fifa, Uefa) verwarnt Gastgeber, keine Hoffnung, dass Olympia überhaupt stattfinden kann

4) Amnesty liefert zu: Menschenrechte auf Baustellen missachtet, Bauarbeiter müssen Zwangsarbeit leisten, die meisten bekommen kein Gehalt. Wird Deutschland einspringen?

5) Green Peace liefert zu: Umweltschutzprobleme auf Olympiagelände, Wasserversorgung bricht zusammen, Pestizide in der Luft, genmais im Frühstück. Großflächige Enteignung der Ärmsten der Armen, danach rücksichtslose Bebauung, Elendsviertel werden gnadenlos abgerissen, nur die Reichen profitieren

6) Milliardenverschwendung rund um Olympiavorbereitung im Gastgeberland, Bestechung grassiert, staatliche Behörden züchten per Doping gezielt künftige Olympiasieger

7) Gigantismus ärgert immer mehr Einheimische, Staat knebelt aber die Meinungsfreiheit. Mietpreisexplosion trifft die Armen, Großsponsoren bereichern sich

8) Tote auf Baustellen, Umweltschützer protestieren im Internet, Kosten explodieren, Gigantismus nimmt überhand, Gastgeber baut Skischanze in einen See, Olympiastadion mitten in eine Baustelle

9) Sportstätten auch vier Wochen vor Beginn nicht fertig, alles wird ins Wasser fallen, Wetter ist grauenhaft, zu kalt und zu warm. Wird Deutschland einspringen müssen, um die Spiele (alternativ: WM, EM) zu retten?

10) Terror denkbar, Terrordrohungen wären möglich, Sicherheit zu keiner Zeit sicher, Sportler in Angst, Sicherheitsmaßnahmen sorgen für klaustrophobisches Klima

11) Eröffnungsshow voller Pathos, viele Pannen, Show verschweigt dunkle Seiten der Geschichte, System benutzt Sport aber rücksichtslos, um sich selbst in ein besseres Licht zu setzen - Hitlervergleich nutzen!

12) peinliche Pannen werden weiter vertuscht, Beton ist vielerorts noch nicht trocken, Schnee (WM: Rasen) vielerorts total nass

13) Wasser (Luft-, Schnee- oder Sand-)Probleme. Naturschützer protestieren, Regime reagiert nicht, Dissidenten jetzt im Frühsportstreik

14) Olympische Flamme brennt, wärmt aber nicht. Wettkämpfe beginnen, können aber nicht überdecken, dass der Protest überwiegt und die Freude nur auf Anweisung gespielt ist

15) erstes Gold für Gastgeber, später als gedacht, der Druck, den das Regime auf seine Sportler ausübt, lässt diese offenbar oft verkrampfen

16) Versorgungsprobleme im Olympischen Dorf (WM-Mannschaftsunterkünfte) – Sportler fühlen sich abgeschottet, es gibt kein deutsches Bier, amerikanischen Joghurt, schweizer Käse (o.ä.)

17) deutsche Athlethen noch immer ohne Medaille – durch die diktatorische Atmosphäre und die gedopte Konkurrenz versagen vielen die Nerven

18) erstes Gold für Deutschland – nun, es geht doch! Trotzdem in Interviews hartnäckig nachfragen, wie miserabel die Bedingungen sind und dem Goldmedaillengewinner beim Gespräch im Deutschen Haus Gelegenheit geben, die toten Bauarbeiter zu erwähnen

19) drittes Gold für Deutschland – tolle Spiele, tolle Stimmung, Deutschland auf Siegeskurs! Schon Platz 3 in der Medaillenwertung!

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