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Sonntag, 18. April 2010

Menowin Traurig: Hallenser der Herzen

Er ist ein grundsympathischer junger Mann mit einer ohrenbetäubend schönen Stimme, neben der vermeintliche Rockklassiker wie Bob Dylan oder Bon Scott fade wirken. Zudem aber ist Menowin Fröhlich beinahe ein Mitteldeutscher: Seine im Unterschied zum Vater nie verstoßene Mutter ist die Schwester der Vorsitzenden des in Halle quasi legendären Fröhlich-Clans, eines Familienverbandes, der dank vielfältiger Geschäftsverbindungen im Gebrauchtwagenhandel und Im- wie Export von Bedarfsgütern sonstiger Art vor allem in den randständigen Gebieten Büschdorf und Reideburg großen "Reschpekt" genießt, wie Menowins Superstarbewerber Mehrzad Marashi formulieren würde.

Und doch wurde aus Menowin Fröhlich am Ende eines langen Fernsehabend Menowin Traurig: Ein großes deutsches Boulevardblatt hatte den Fast-Hallenser in einer beispiellosen Hetzkampagne zum Freiwild erklärt. "Dieser Typ darf nicht Superstar werden", goebbelste das Blatt im Stile seiner frühen Attacken gegen andere progressive Menschen wie etwa Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof. Noch ehe Menowin seine epochal beleuchtete Interpretation des von Dieter Bohlen eigenhändig zu einem völlig neuen Lied umkomponierten R. Kelly-Songs "I Believe I Can Fly" vorgetragen hatte, war der Traum zu Ende. Der Hass auf Sinti wie die Familie Fröhlich, tief drinnen steckt er noch im deutschen Volk. Die verblendeten Massen folgten den platten Parolen der Scharfmacher, obwohl die Fröhlichs seit 1408 als anerkannt willkommene Minderheit in Deutschland heimisch sind und hier seitdem vielen Menschen mit neugeflochteten Körben, gechliffenen Scheren und gebrauchten Fahrzeugen aus der Not geholfen haben.

Doch diesmal war der Hass stärker als die Völkerfreundschaft. Obgleich Menowin Fröhlich das nun einfallsreich "Don´t Believe" genannte Bohlen-Werk mit viel quäkenderer Stimme gesungen hatte als sein kuranyibärtiger Konkurrent, kam der ganz in Grün gekleidete Mehrzad beim Publikum draußen an den Volksempfängern besser an. Eine in weiten Teilen manipulierte Abstimmung: Während die aus Mitteldeutschland ins internationale DSDS-Sendezentrum gereisten Menowin-Fans, allesamt üppig ausgestattet vom halleschen Siebdruck-Studio SM-Design, die Halle binnen kurzem mit viel Gebrüll dominierten, tippten Fans des pummeligen Mega-Talents draußen im Land nach Recherchen von PPQ-Reportern häufig "Endziffer" in ihre Abstimmungs-SMS, statt wie von RTL gefordert eine "02" als Endziffer einzugeben.

Diese Stimmen seien dem Herzbuben aus Büschdorf natürlich verloren gegangen, analysierte ein Call-Centeragent noch während der laufenden After-Show-Party . Die Zuschauer hätten mit der "Bild"-Zeitung gegen Dieter Bohlen abgestimmt, fand das renommierte Pop-Magazin "FAZ" heraus. Menowin Fröhlich allerdigs bleibe der Hallenser der Herzen, hieß es am Morgen nach der Abstimmung über den nächsten Superstar. Historiker zeigten sich am Rande der Sendung erstaunt, dass ausgerechnet im Jugendfernsehen eine Spur des vor Jahren spurlos verschwundenen Hütchens des ehemaligen Stasi-Befehlshabers Erich Mielke aufgetaucht sei. Noch sei unklar, ob es sich bei der von Sieger Mehrzad oder bei dem von Menowin Fröhlich getragenen Kopfbedeckung um den legendären Mielke-Hut handele. Sicher könne man aber schon sagen, hieß es bei Mode-Experten, dass das lange belächelte Mielke-Hütchen vor einem gesellschaftlichen Comeback stehe. "Der Doppelauftritt der beiden Superstars mit Mielke-Hütchen", sagte ein Beobachter, "war schon ein verdammt megastarkes Statement".

Kommentare:

derherold hat gesagt…

Meno sollte jetzt erst einmal Pause machen.

Zeitungen und Kritiker haben selbstverständlich Recht: Mit einer solch dubiosen Vergangenheit kann man kein Vorbild und deshalb auch kein Superstar sein.

Damit kann man hierzulande bestenfalls Außeminister und Vize-Kanzler werden.

Anonym hat gesagt…

...laut wikipedia heißt Meno aber eigentlich "Hasso Fröhlich".

Gundermann hat gesagt…

nee, HASSOW, dickenow, silvio, ronny und antek sind die onkel des guten menowin ...

Anonym hat gesagt…

Ich habe aber nicht das Blatt gelesen!

Mann soll jetzt nicht irgend eine Fremdenfeindlichkeit vorschieben.
Er hat es nicht verdient, wenn man ein Superstar werden will muss man alles geben.

ppq hat gesagt…

ich war bisher der ansicht, dass es die bild bei falco, keith richards („Ich habe die Asche meines Vaters geschnupft!“) und anderen nicht besonders gestört hat, dass die auf pulver rockten. letztes jahr etwa war richards für das blatt noch ein superstar, es gab keinen aufruf, dieser kokser darf nicht nach berlin kommen oder so. von falco hatten sie sogar mal eine bildvolkssonderedition irgendeines weltbewegend nichtigen albums, wenn ich mich richtig entsinne.
da fordern wir nur gleiches recht für alle!

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

Menowin? Doch nicht etwa der berühmte Geiger?....Dass der jetzt auch singt....Hut ab - und das in dem Alter.

Tausche 1 x Vulkanaschewolke gegen 1 x Menowin. Aber ohne Anhang. Import-Export-Läden haben wir hier schon genug.

Die Vulkanasche soll ja sagenhafte Auswirkungen auf die Kartoffelernte haben. Das nur am Rande. Das könnte die strukturschwachen Gebiete wieder auf Vordermann bringen. Die Auswirkung der Asche auf den Menschen muss noch untersucht werden. Vielleicht kann man sich das auch durch die Nase ziehen. Das könnte ne Goldgrube werden.

Anonym hat gesagt…

So eine mit Bon Scott zu vergelichen ist ja wohl das letzte ....der geht eh wieder da hin wo er hingehört !!!!!!