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Mittwoch, 12. Mai 2010

Fremde Federn: Warum eigentlich den Euro retten?

Wer sich immer noch fragt, warum da eigentlich vor wem und weswegen seit Wochen eine Währung gerettet werden muss, obwohl doch weder in Läden noch am Bankschalter eine Gfeahr zu drohen scheint, bekommt bei Egon Kreutzer eine allgemein verständliche Antwort. "Europhrenie" beschreibt sehr alltagstauglich, mit welch abenteuerlichen semantischen Figuren die Politik versucht, ihre "hilflos sich im Kreise drehende Ratlosigkeit" (Kreutzer) angesichts der Tatsache zu verschleiern, dass elf Jahre nach Einführung des Euro die Rechnung auf dem Tisch liegt: Die Leute, die den Anpassungsdruck unterschätzen wollten, dem ein Weichwährungsland ausgesetzt wird, wenn man ihm eine harte Währung überstülpt, krähen nun, sie hätten von nichts wissen, nichts ahnen und überhaupt nichts tun können, obwohl sie alle seit dem Beitritt Ostdeutschlands zum D-Mark-Gebiet wussten, wie sich eine Währungsunion auswirkt, wenn sie nicht durch einen Solidarausgleich abgefedert wird.

Den Euro retten, wie er jetzt gerettet werden soll, heißt, die früheren weichwährungsländer per Finanzausgleich solange alimentieren konnte, bis sie allein gehen können. Dass die Alt-BRD die Ex-DDR zwei Jahrzehnte füttern konnte, ohne das Ziel zu erreichen, heißt nicht, dass es die wohlhabenden Euro-Länder schaffen, den ehemaligen Weichwährungsstaaten so lange Blut zu spenden.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

Die "fremde Feder" trifft imho einige Punkte, z.B. Zinssatz/Kurs, CDS, lähmende Verschuldung, Hilflosigkeit.

Aber da sind ein paar Kleinigkeiten.
Das "rigorose Sparprogramm GR" wird es nicht geben; die Realgüterknechtschaft hat einen Haken: Selbst wenn der jü ... nee, da sagt man nicht mehr... der neoliberale Spekulant UNSERE Wasserwerke, Straßen, Eisenbahnen hat, so kann er nur Anspruch auf das erheben, was tatsächlich erwirtschaftet wird. Warum ein Staat zwar nicht die Kreditzinsen aber die (bspw.) "Straßenmaut" zahlen können soll, ist obskur.

Zudem: Es gibt so etwas, das nennt sich ENTEIGNUNG. Wie will hedgefonds number five seinen Zins eintreiben ? Mit einer smarten Atombombe ?

Das Beispiel DEUTSCHLAND zeigt die Kurzsichtigkeit oder mangelnde Tiefe der Betrachtung oder politisch korrekte Einschränkung.
Bis zum Krieg lag die Verschuldung des DR bei rd. 40% ... inkl. Mefo-Wechsel, mit denen man sich "bei sich selbst" verschuldet hatte; die Auslandsschulden bei angloamerikanischen Banken wurden durchaus bedient (pi mal Daumen in gleicher Höhe wie die Gelder des Marshall-Planes) und der "Aufstieg Deutschlands" erfolgte aufgrund der vielfältigen Ressourcen des Landes.

Kann man Ähnliches für Griechenland erwarten ? Ist die heutige "Weltsituation" vergleichbar mit der (West-)Deutschlands 1945 ?

ppq hat gesagt…

nee, sicher nicht. es ist schonmal eindeutig zuwenig kaputt, selbst in griechenland

derherold hat gesagt…

Was ist der Unterschied zwischen der Europäischen Kommission und dem Politbüro des ZK der KPdSU (b) ?

Das Politbüro war weniger größenwahnsinnig.

Selbst wenn "alles kaputt" wäre, wer sollte dann in Europa den "Wiederaufbau" durchführen ?
Der Volkssturm ? Wird dann später in den Geschichtsbüchern der "Trümmergreis" gepriesen ?

Wenn "Plan XVIII" heißt, div. europ. Ländern so zu verschulden, daß ihre jungen Leute in die alternden reichen Länder auswandern, überlaßt man dann die Alten Griechenlands, Rumänien, Lettlands den Wölfen ?

VolkerStramm hat gesagt…

Die Retter scheinen zu schwächeln. Gerade mal 326.000.000€ für die Rettung einer Werft - richtige Kleingeister sind das!