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Sonntag, 27. Februar 2011

Kunst kommt von Kacheln

An einem Stückchen Wand, mitten in der Stadt, beweist Halles umkulteter Kachel Gott erneut, dass die Vernichtungsoffensive der Stadtverwaltung gegen seine gefliesten Freiheitsfanale ins Leere läuft. Während die Behörden mit unglaublicher Brutalität ganze Häuserzeilen abreißen, um das Jahrhundertprojekt der ersten komplett verfliesten Innenstadt zu verhindern, machen die anonymen Kachelmänner einfach eine Ecke weiter weiter.


Direkt an der zentralen Steintorkreuzung, das demnächst im Auftrag des Verkehrsministers umgebaut werden soll, weil eine enge Verwandte die Politikers sie "unübersichtlich" findet, lässt der bis heute unbekannte Kachelmann neuerdings einen pfiffigen Spatezn von den Dächern pfeifen, dass die Großoffensive der Ordnungsbehörden ihn nicht aufhalten kann. Mit einem Augenzwinkern zwischen den Kulturtempel und eine der ortsüblichen Asia-Küchen geklebt, sorgt der schräge Vogel in Blau für Zuwachs beim großen Kachelverzeichnis. Und bei allen Freunden der Kultur, die in Händels Heimatstadt offensichtlich nur noch hier eine Heimat hat.

Eigene Funde können wie stets direkt an politplatschquatsch@gmail.com geleitet werden, jeder Fund wird von uns auf Wunsch mit einem mundnachgemalten Kunstdruck der inzwischen von Kachel-Gegnern vernichteten Ur-Fliese prämiert.

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