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Donnerstag, 17. November 2011

NSU: Spiegel auf der rechten Spur

Wären doch nur alle so aufmerksam gewesen wie die Kriminalabteilung des Aufklärungsmagazins „Der Spiegel“! Nie und nimmer hätte den Behörden und der Öffentlichkeit entgehen können, dass es sich bei der Döner-Mordserie, die Deutschland über zehn Jahre in Atem hielt, um das Werk einer rechtsterroristischen Rebellenarmee aus drei durchgeknallten Thüringern handelt.

Leider aber hat auch den Spiegel vom 21. August 2011 niemand gelesen. Dabei war die Sache mit der Täterschaft damals schon klar: „Aufklärung scheitert an Justiz“, schrieben die Experten über einen Bericht, nach dem die Nürnberger Soko "Bosporus" gerade eben noch „kurz davor“ gestanden hatte, die neun sogenannten Döner-Morde aufzuklären: „Ein Informant aus der mafiösen Organisation türkischer Nationalisten, die für die Taten verantwortlich sein sollen, war nach Spiegel-Informationen nun bereit, die Ermittler zur Tatwaffe, einer Ceska Typ 83, zu führen. Die Pistole befindet sich angeblich in einer Villa in der Schweiz in der Nähe des Bodensees“, hieß es. Der Informant sei wegen eines gefälschten Führerscheins und einiger Vorstrafen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden und habe über diese Strafe verhandeln wollen. Nicht aber die Staatsanwaltschaft, die eine Bewährungstrafe ablehnte und nur die geforderte Summe von 40.000 Euro zahlen wollte. Daraufhin habe der Mann den Kontakt zur Soko abgebrochen.

Hätten da nicht schon alle Alarmglocken beim sächsischen und Thüringer Verfassungsschutz läuten müssen? Türken, die Türken töten? Das gibt es doch gar nicht! Ein Informant, der über seine anstehende Gefängnisstrafe verhandelt will und dann den Kontakt abbricht? Sitzt der denn nun jetzt ein oder ist er abgetaucht? Lebt er etwa dort, wo die NSU zu Hause war? Unerkannt im Untergrund?

Und wieso weiß der „Spiegel“ heute nicht mehr, dass er das vor drei Monaten noch genau wusste? Warum weiß er es heute ganz anders genau? Und warum sollen alle anderen es schon vor drei Monaten nicht genau so gewusst haben, wie es der „Spiegel“ damals wusste. Sondern so, wie es der „Spiegel“ heute weiß?


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