Google+ PPQ: Fremde Federn: Kopftuch für den Frauenfußball

Samstag, 28. April 2012

Fremde Federn: Kopftuch für den Frauenfußball

"Wer den Konformitätsdruck in der DDR erlebt hat", heißt es in einem lesenswerten Text bei Zettel, "dürfte besonders sensibel für Konformitätsdruck auch in einer freien Gesellschaft sein. Auch wenn er hier nicht von oben kommt, sondern sozusagen von der Seite; nämlich von denjenigen in der Öffentlichkeit, im Kulturbetrieb zumal, die es bereits für Zeichen einer rechtsextremen Gesinnung halten, wenn jemand sich für die deutsche Kultur einsetzt."

Auch der Rest des Textes, der sich mit einem Artikel der Schriftstellerin Monika Maron in der Welt beschäftigt, ist lesenwert - mindestens ebenso lesenwert wie Marons öffentliche Erörterung der Frage, ob der Islam nun zu Deutschland gehört.

Maron antwortet, wie sie früher auch in der DDR geantwortet hätte. Nicht so, wie das erwartet wird. Vorsichtig gesagt: Sie wäre wohl auch gegen eine Kopftuchgenehmigung für Spielerinnen in der Damenfußball-Bundesliga.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Monika sollte mal das Alte Testment lesen.

Mir wurde es dabei übel, nur Tot und Verderben.
Sie sieht den Balken im eigenen Auge nicht.

Und die Kreuzzüge des Abendlandes gegen Afghanistan und Irak schon vergessen?

Na gut, dann habe wir jetzt auch deutsche KreuzritterInnen.

Friedrich Kuhlau hat gesagt…

@Anonym:

Bei einigen Büchern des AT wird mir ebenso übel, wie beim Lesen vieler Suren des Koran.

Der Unterschied zwischen dem heutigen Christentum und dem heutigen Islam ist,

1. dass das AT von Christen längst (eigentlich schon seit der Aufklärung, also ungefähr einem Vierteljahrtausend!) nicht als ausreichende Handlungsanweisung für ein gottgefälliges Leben angesehen wird, sondern nur im Licht des Neuen Testaments zu interpretieren ist. Und dort finden sich die Übelkeiten des AT genau nicht!

2. dass ich in der Praxis zwar schon von Moslems gehört habe, die sich und ihre ungläubige Umgebung in Erwartung von 72 Jungfrauen in die Luft sprengen, Metrostationen abfackeln, oder Autos vor christlichen Kirchen zum Ende der Messe explodieren lassen - in die Gegenrichtung ist mir das aber nicht bekannt. Oder wissen Sie da was?

3. Die Menge der übelkeitserregenden Texte im Vergleich zu den harmlosen im Koran ungleich höher ist, als im AT, das über weite Teile eben die ungeschminkte Schilderung einer blutigen Stammesgeschichte ist - aber zwischen den Sätzen: "In der Naziziet wurden Juden vergast" und "Juden gehören vergast" besteht schließlich auch ein erheblicher Unterschied. Und genau die Passagen, in denen zur Ausrottung oder wenigstens (!) Unterwerfung der "Ungläubigen" aufgefordert wird und dies als gottgefälliges Werk dargestellt wird, sind es, die den Koran schon vom AT (wo das nur gelegentlich mal vorkommt, iM Buch Josuah zB) fundamental unterscheiden, und noch viel fundamentaler vom NT, wo man das völlig vergeblich sucht (hier werden Sanktionen nur fürs Jenseits angedroht, und daran kann man eben glauben oder nicht!)

Und was sind die angeblichen "Kreuzzüge" gegen Afghanistan und Irak? Wer Bush's "Crusade for Democracy" völlig hirnlos mit "Kreuzzug" übersetzt, läßt es vermutlich auch "Katzen und Hunde" regnen, und darauf muss er weiß Gott (oder "by Jove", wie der Engländer sagt, was auch nicht mit "beim Jupiter" übersetzt werden kann, außer die Sache spielt in der Antike!) nicht stolz sein!