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Samstag, 18. August 2012

Sieg für den Sandsack


Es ist der erwartet leichte Gegner, der da zur ersten Pokalrunde ins hallesche Kurt-Wabbel-Stadion kommt. Der MSV Duisburg hat in dieser Saison noch nicht gewonnen und bisher erst ein Tor geschossen. Als Tabellenletzter der 2. Liga steht der Verein aus dem Ruhrpott gerade sechs Platz vor den Hallensern, die Platz sechs in der 3. Liga belegen.

Entsprechend kommt dann auch von Anfang an nichts von den ganz in Trauerschwarz aufgelaufenen Schützlingen von Ex-Werder-Torwart Oliver Reck. Die erste Chance hat Halles Verteidiger Nico Kanitz, der mit einem Fernschuss fast das lange Eck trifft, auch die zweite geht aufs MSV-Tor, als Nils Pichinot eine Flanke von Benes nicht erwischt.

Das ganze Elend dieses Tages ist hier schon im Grundsatz angelegt. Halle spielt, Duisburg spielt quer, Halle greift an, Duisburg greift zu allen Mitteln, um die Begegnung langsam zu machen. Es ist wie Sandsackboxen. Dauernd fällt ein Schwarzer, dauern schreit einer getroffen auf. Und dauernd wird das belohnt, wenn Schiedsrichter Robert Hartmann Freistoß für den MSV gibt.

Es dauert bis zur 14. Minute, ehe es auch mal gefährlich vor Horvat-Vertreter Jürgen Rittenauer wird. Adli Lachheb, interessanterweise ein Ex-Hallenser, köpft beinahe ins Tor.


Die sicherste Abwehr Deutschlands in der vergangenen Saison wackelt nun komischerweise. Die Roten bekommen den Ball nicht weg, ein Schwarzer nimmt sich das Bein von Jan Benes und stürzt sich drüber. Schiedsrichter Robert Hartmann zögert keine Sekunde: Elfmeter.

So geht das derzeit hier in Halle: Kein Glück und dann auch noch Pech dazu. Denn so weit weg wie Jürgen Rittenauer von dem hoch in die Mitte geschossenen Ball bleibt, so widerstandslos geht er ins Netz.

Das Drama nimmt nun den erwarteten Verlauf. Noch mehr Schwarze, die sich auf dem Rasen wälzen, auch ohne von einem Roten berührt worden zu sein. Noch mehr Einwürfe, die bis zur Ausführung eine Minute brauchen. Noch mehr Zeitspiel vom MSV-Torwart. Noch mehr Nachsicht von Robert Hartmann, der sich geduldig anschaut, wie der MSV versucht, sich in die nächste Runde zu kratzen und zu beißen.

Nach einer knappen halben Stunde immerhin die erste richtige Chance der Schwarzen. Jovanovic köpft aus 13 Metern - Rittenauer lenkt den Ball um den Pfosten.


Von nun an spielt überhaupt nur noch eine Mannschaft, abgesehen von einem Verlegenheitsschuss von Adli Lachheb, der am Querbalken des HFC-Tores landet. In den zehn Minuten vor der Pause tritt der HFC eine Ecke nach der anderen, aber entweder die Bälle finden keinen abnehmer, oder Marco hartmann wartet zu lange mit dem Abschluss oder MSV-Stürmer Jovanovic rettet für seinen Torwart auf der Linie.

Erfahrene HFC-Zuschauer wissen, das wird heute nichts mehr. Fünfeinhalb Spiele sind absolviert, die Torausbeute der Köhler-Elf liegt bei vier. Eigentlich hätte die HFC-Hälfte jeweils nach oben geklappt werden können. Dabei bleibt es auch in der zweiten Halbzeit, obwohl der MSV, gegen den der HFC im Pokalwettbewerb vor zwei Jahren ausschied, weiterhin nur hinten wartet, ob den Hallensern noch etwas einfällt.

Schiedsrichter Hartmann zieht jetzt ein ums andere Mal die gelbe Karte für einen Schwarzen, die aber bleiben beim Verschleppen, Verzögern und dem Vermeiden jeden Versuchs, hier mitzuspielen. Trainer Sven Köhler wechselt erst Nils Pichinot aus und Andis Shala ein. Dann kommt für den defensiven Marco Hartmann, bis dahin neben Lindehahn, Ruprecht, Mast, Mouaya und Wagefeld einmal mehr bester Hallenser, der offensivere Telmo Texeira.

Aber bei Temperaturen um die 35 Grad schwinden jetzt die Kräfte. Es geht meist nur noch hoch nach vorn, wenn Flanken von außen kommen, finden sie keinen Abnehmer. Einmal schafft es Mast - aber eben auch nur fast. Der MSV-Torwart macht die Beine gerade noch rechtzeitig zu. Andis Shala, von diesem einen Moment einmal mehr eher katatonisch unterwegs, bekommt eine Flanke genau auf den Kopf serviert. Eigentlich müsste der letzte Saison als Torfabrik eingekaufte Stürmer nur in die lange Ecke köpfen. Allerdings ist er zu früh losgesprungen und schon wieder auf dem Weg nach unten, als er den Ball trifft, der deshalb weit über das Tor segelt.

Dass Trainer Sven Köhler seinen Stürmern nicht viel weiter traut als ein F-Jugend-Spieler einwerfen kann, zeigen die letzten Minuten. Regisseur Müller spielt nun in der Abwehr, Abwehrchef Ruprecht rückt nach vorn. Statt Stürmer Angelo Hauk wird Mittelfeldmann Erich Sautner eingewechselt, als Toni Lindenhahn signalisiert, dass es nicht mehr weitergeht.

Trotzdem wäre noch alles drin gewesen, zumindest in einer gerechten Welt. Denn in den Nachspielzeit lenkt ein Duisburger den Ball an der Grundlinie mit der Hand vom Tor weg. Doch Schiedsrichter Robert Hartmann bleibt seiner Linie treu - er sieht ein völlig anderes Spiel, er lässt weiterspielen, wo etwas zu pfeifen wäre, und pfeift ab, wo nichts gewesen ist. Nach dem letzten Pfiff feiern die halleschen Fans ihre Elf trotz des erneuten Erstrundeaus´, für die Mannschaft der Gäste haben sie nur höhnische "Absteiger, Absteiger"-Rufe.

Klar ist allerdings, so unverdient dieses Aus gegen Duisburg war: Passiert im Sturm des HFC nicht in den kommenden Wochen ein mittelgroßes Wunder, spielen auch die Rot-Weißen zu Weihnachten gegen den Abstieg.

Statistik zum Spiel:
HFC:
27 Flanken
21 Torschüsse
12 Ecken
1 Gelbe Karte

MSV:
6 Flanken
8 Torschüsse
2 Ecken
6 Gelbe Karten

Spielauswertung beim MSV

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

fussball iss manchmal so zäh. kein schöner sport. schau mal turmspringen oder ... 100 meter sprint. kein langatmiges gehacke und verschleppen. auf die plätze. fertig. schuss. man rennt los. und der erste im ziel hat gewonnen, ganz ohne palaver.