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Samstag, 1. September 2012

Die Sonne geht im Osten unter

Kaum kommt die Kanzlerin, um mit den chinesischen Führern mal so richtig Klartext über Menschenrechte zu sprechen, wird China auch in den Großmedien wieder Thema. Diesmal versammeln sich die Edelfedern nicht um Tibet, eigentlich das Lieblingskuschelfeuer, sondern um die erstaunliche Entdeckung, dass es der chinesischen Solarenergie auch gar nicht so gut geht.

Eine Erkenntnis, die auch
schon Geburtstag gefeiert hat, seinerzeit aber nicht so richtig Trend werden konnte, weil die chinesische Solarindustrie hierzulande gebraucht wurde, um zu erklären, weshalb die deutsche Solarenergie trotz Milliardenförderung nicht auf die Strümpfe kam. Der Chinese war schuld, denn er subventionierte seine Sonnenfabriken frech noch ein ganzes bisschen freigiebiger als der Deutsche!

Die deutsche Zukunftswirtschaft  ist deshalb inzwischen auch verschwunden oder von Koreanern aufgekauft worden. Effizienter ist sie nicht geworden - bei einem Anteil von mehr als 50 Prozent der 16 Milliarden Euro Fördermittel, die jedes Jahr in den Bereich der "erneuerbaren Energien" (Jürgen Trittin) fließen, liefert sie gerade mal stolze drei Prozent Beitrag zur Deckung des inländischen  Energiebedarfes.

Der Rest der Rechung ist - zumindest theoretisch - einfach. Für acht Milliarden Euro gibt es drei Prozent Sonnenstrom, für 80 Milliarden gäbe es mithin schon 30 Prozent. Und für 350 Milliarden jährlich würde die Sonne dann gar keine Rechnung mehr schreiben - Deutschland, das derzeit jährlich rund 62 Milliarden für Strom ausgibt, wäre solar vollversorgt. Zum fünffachen der heutigen Kosten.

Dass nicht nur die deutsche Solarindustrie, sondern auch die Konkurrenz in China in der Krise steckt, wie die FAZ schreibt, liegt also vielleicht nur in zweiter Linie an "Überkapazitäten und Margenverfall". Sondern eigentlich wohl genau wie bei den deutschen Wettbewerber daran, dass eine Technologie, die damit wirbt, dieselbe Leistung zu einem Vielfachen des aktuellen Preisen zu anbieten zu können, es immer schwer hat, sich auf dem Markt durchzusetzen. Fragen Sie Sony nach MicroMV, Panasonic nach dem Haarwaschroboter oder Volvo nach dem Plastikfahrrad Itera.

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