Google+ PPQ: Beispielhaft in der CO2-Fabrik

Mittwoch, 14. November 2012

Beispielhaft in der CO2-Fabrik

Hier wohnen die Guten, die Leute, die sich hauptamtlich Sorgen darum machen, was aus unserer Umwelt wird. Schauplatz Dessau, Umweltbundesamt: Gerade erst konnte hier durch Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth selbst aufgedeckt werden, welche unheimliche Gefahr für kommende Generationen in den nicht austauschbaren Akkus von iPad und iPhone lauert
. Der oberste Umweltschützer der Republik schlug tapfer vor, die beliebten Apple-Produkte wegen erwiesener Umweltfeindlichkeit zu verbieten. Die fest eingebauten Batterien verhinderten, dass sich jeder Smartphone-Nutzer noch eine zweite oder gar dritte Batterie zulege. „Denkbar wäre auch, das material- und rohstoffeffizienteste Gerät seiner Klasse zum Maßstab für alle Geräte zu machen. Das fördert technische Innovation, schont die Umwelt und senkt Kosten“, forderte Flasbarth.

Desssen Amt allerdings selbst sofort nach Einführung der neuen Regelung eingeebnet und verboten werden würde. Denn der Neubau des Umweltbundesamtes in Dessau, vor sieben Jahren als architektonisch grandioses und ökologisch geniales Modell für das Bauen der Zukunft gefeiert und mit Preisen für "nachhaltiges Bauen" geehrt, hat sich mittlerweile als höchst umweltfeindliche CO2-Fabrik entpuppt. „Die Ergebnisse sind ernüchternd“, stellte der Bundesrechnungshof jetzt fest. Im Gegensatz zu den Lobeshymnen, die der damalige Bundesumweltminister und kommende Vizekanzler Jürgen Trittin auf den nach fünfzehn Jahren Planung und Bauzeit endlich fertiggestellten „ökologischen Vorzeigebau, mit dem wir uns in einer Stadt mit großer Architekturtradition sehen lassen können“ (Trittin) gesungen hatte, entpuppt sich das Modellprojekt als Massengrab für umweltfreundliche Illusionen.

Die Betriebskosten des Baus, an dem nach der Einweihung mehrfach millionenteure Nachbesserungen hatten vorgenommen werden müssen, liegen um die Hälfte höher als bei herkömmlichen Verwaltungsgebäuden. Sie betragen nicht knapp 400.000 Euro pro Jahr, sondern liegen stolze 400.000 Euro über den ursprünglichen Planungen.

Dabei wurde schon beim Bau der Büroräume für die 780 Umweltbundesschützer nicht gespart. Für das Amt, das vor allem mit Pressemitteilungen gegen die Erderwärmung kämpft, wurden Holz und Lehm verbaut, ein umfassendes Energiekonzept sorgt theoretisch dafür, dass nur ein Mindestmaß an Energie für Licht, Wärme und Kälte verbraucht wird. Es gibt Erdwärmetauscher, Fotovoltaik, Wärmerückgewinnung und einen eingebauten eigenen Plätscherbach, das ganze große Werk ließ sich der Steuerzahler 74,3 Millionen Euro kosten - jetzt sind es die Wartungskosten für die innovativen umweltfreundlichen Energiesparanlagen, die die Unterhaltskosten explodieren lassen.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Umweltschutz, so argumentiert das Bundesumweltamt selbst, darf nämlich ruhig etwas kosten. Das dient der Natur und damit auch der Wirtschaft: Würde nur jeder zweite deutsche Haushalt sich ein Beispiel an den Mitarbeitern der CO2-Fabrik nehmen und mit eigenem Erdwärmetauscher, mit Fotovoltaik, Wärmerückgewinnung und privaten Plätscherbächen etwas für die Betriebs- und Nebenkosten tun, hätte das Handwerk goldenen Boden, Geld käme unter die Leute und die für das nächste Jahr befürchtete Rezession wäre verhindert.

1 Kommentar:

Cordt hat gesagt…

Figuren wie Flasbarth (der so sparsam ist, daß er sogar an Buchstaben in seinem Familiennamen spart; konnte ich mir nicht verkneifen) sind durch die Regierung Schröder in Amt und ..., ins Amt gekommen, jedoch nicht durch die folgenden Regierungen Merkel ausgetauscht worden. Frau Merkel hatte ja auch nie eine geistig-moralische Wende ausgerufen, wie dereinst Kohl. Das muß man ihr lassen: Da ist sie schon ehrlich.