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Samstag, 18. August 2018

Batterien für Billiarden: Sonne in der Sackgasse


Peter Altmaier ist ein mutiger Mann. Wo immer ihn die Kanzlerin braucht, dorthin eilt der voluminöse Experte für alles:Altmaier war schon Kanzleramts- und Verteidigungsminister, Umweltminister, Flüchtlingskoordinator, oberster Geheimdienstaufseher und Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Bundestag. Ein Typ, der erfunden werden  müsste, gäbe es ihn noch nicht: Wie sein ebenso multitalentiertes SPD-Pendant Andrea Nahles besteht Altmaier zu hundert Prozent aus Sekundärtugenden, er ist schmerzfrei, kennt keine Scham und würde für die Frau, die an ihm festhält, so ziemlich alles tun.

Exekutierung der Energiewende


Als oberster Verantwortlicher für die Exekutierung der stockenden "Energiewende" reiste Peter Altmaier nun also an die "Orte des Widerstandes", dorthin, wo Menschen noch das Einsehen fehlt, dass ein 70 Meter hoher und 24 Stunden am Tag tieftönig brummender Stromtrassenmast in Rufweite des eigenen Gartens ein Preis ist, den jedermann gern zahlt, wenn er damit Deutschland desaströse Klimabilanz retten kann.

Das ist bitter nötig, denn dem Ziel der Energiewende, bis 2050 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 80 Prozent zu steigern, den Primärenergieverbrauch im selben Zeitraum verglichen mit dem Jahr 2008 um 50 Prozent zu senken und den Treibhausgasausstoß  sogar um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren, ist die Klimaschutznation Deutschland schon seit Jahren nicht mehr näher, weil es, so die offizielle Erklärung, an Möglichkeiten fehlt, den im Norden "erzeugten" (DPA) Strom zu den großen Verbrauchszentren im Süden zu transportieren.

150 Kilo Aktionsplan


Das 2009 verabschiedete "Energieleitungsausbaugesetz", nach dem neue "Stromtrassen" (DPA) von 1800 Kilometer Länge gebaut werden sollten, hat bis heute erst 800 neue Kilometer gebracht. Auch ein weiteres Stromtrassenbaubeschleunigungsgesetz von 2013, das 5900 Kilometer Leitungen bringen sollte, war nicht erfolgreicher, sondern eher weniger:In fünf Jahren wurden 150 Kilometer Sonnenstromautobahn gebaut. Nun kommt Altmaier, 150 Kilogramm Aktionsplan Stromnetz, auf den dicken Lippen die Drohung, jetzt sei die Stunde Wahrheit angebrochen. Und im Blick das Ziel, alles zu tun, um das Zweite Gesetz der Thermodynamik irgendwann doch zu widerlegen.

Mark Jacobson von der Standford-University hat das allerdings nicht viel Hoffnung. Aus der Sicht des Professors aus Kalifornien hängt der Erfolg des Energieausstieges letztlich nicht an den Stromnetzen, sondern an der Speichertechnik. Problem der sogenannten Erneuerbaren, so Jacobson, sei nicht nur, dass nicht dort Strom produzieren, wo er gebraucht wird.

Sondern auch, dass sie oft dann produzieren, wenn er nicht gebraucht wird. Roger Andrews von Energy Matters hat das nachgerechnet und dabei am Beispiel des US-Bundesstaates Kalifornien vorausgesetzt, dass der gesamte Strombedarf von Bevölkerung, Industrie, Beghörden und Militär über eine Periode von drei Tagen gespeichert werden muss, um Engpässe auszuschließen und die bei Erneuerbaren anfallenden Produktionsspitzen zu glätten.

Batterien für Billiarden


Nach Andrews Zahlen wäre das möglich, allerdings erforderte es die Installation von Batteriekapazitäten mit einem Volumen von 300 GWh, was etwa 100 Milliarden Dollar kosten würde. Ein Schnäppchen, denn Stromangebot und -nachfrage, so Andrews, müssten letztlich nicht nur über einzelne Tage, sondern über ein ganzes Jahr geglättet werden, um Blackouts und Phasen der Unterversorgung auszuschließen.

Dazu notwendig wären dann Speicherkapazitäten von 25 Terrawattstunden, die aufzubauen allein für Kalifornien müsste sich in einer astronomischer Größenordnung von über 8 Billionen Dollar verschulden, wozu der Bundesstaat natürlich niemals in der Lage wäre, vor allem wenn man bedenkt, dass die Batterien nach einigen Jahren immer wieder ersetzt werden müssen.

Deutschland ist fast so groß wie Kalifornien und es hat doppelt so viele Einwohner wie der US-Bundesstaat. Anzunehmen, dass die Kosten für die Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung in einer ähnlichen Größenordnung liegen wie der zweitgrößte Stromverbraucher der USA sie aufbringen müsste.

Es bräuchte komplette 25 deutsche Staatshaushalte, um diese Investition zu finanzieren. Oder einen Peter Altmaier, der die Verschwendung von überflüssigem Strom einfach verbietet.

Kommentare:

Sackgässler hat gesagt…

Diese ganze hysterisch hektische Energiewende in Merkels Piefkeland kam doch nur zustande, weil unsere mehrheitlich geliebte Führerin mit der Allergie für unschöne Bilder dennoch jene des vom Tsunami gefluteten und dann explodierten AKWs Fukushima zu Gesicht bekam.

Und sofort bewunderte der gesamte einfältig vielfältig papageienbunte Hofschranzenstaat beflissen die schicken neuen stromlinienförmigen Glitzerkleider der Kaiserin Muddi und legte mit astronomischen Entschädigungszahlungen an die Betreiber die sichersten Atommeiler Europas still, um erneut auf Windmühlen umzurüsten wie im Mittelalter. Nur eben noch viel himmelhöher jauchzend als die Ahnen, deren Bauwerke wir heute als pittoreske Ausflugs-Sensationen mit Nippeskitschkiosk bestaunen.

Das Credo lautete also: Zurück zu den Wurzeln ... aber mit Hightechkaramba àla BER. Nur das mit dem Zwischenspeichern der Spannung klappt noch nicht so zauberhaft wie erträumt, denn der im Norden produzierte Naturreinsaft lässt sich nicht einfach in südliche Bierfässer abfüllen und je nach Durst abzapfen.

Dank der massenhaft importierten "Fachkräfte" werden wie hirnlos herzigen Schlauberger auch dieses Versorgungspproblem jedoch sicher bald zur vollsten Michelzufriedenheit lösen. Vielleicht versuchen wir dann, die Energie schildbürgergleich in Säcken und Kisten in die unterbelichten Provinz-Oberstübchen zu transportieren.

Weht auf der Zugspitze eigentlich kein Wind?
Scheint dort keine Sonne?

Statt einer neuen protzigen Angeberseilbahn hätte man dort Windmühlen und Solarpanele installieren können. Macht man aber nicht, denn die Bajuwaris wollen ihre lukrative schöne Landschaft nicht verhunzen. Im dummen Friesenwitzeland dagegen ist kein Urlaubsfoto ohne rotierende oder sogar nutzlos stillstehende Energiespargel mehr möglich.

Zum Glück gibt es Photoshop für positive Ferienerinnerungen mit idyllischer Natur vor einem weitem freien Horizont. Am besten greift man aber gleich ins Archiv und spart sich die aufwendige Realitätsvertuschung.

Anonym hat gesagt…

es ist ganz einfach : in der brd leben 82Mio Konsumenten , die verbrauchen X kWh Strom / Jahr ; schaltet man also 13 Reaktoren ab kommt es ....richtig ...zum black out . nee war nur Spaß ; das schlaue Nachrichtenmagazin weiß woher der dann fehlende Strom kommt : OH WUNDER : er kommt aus Frankreich - ganz selbstlos pumpt der Franzose guten AKW - Strom ins deutsche Ökonetz ( wer hätte das gedacht ) . Strom den der Franzmann sonst wegwerfen könnte . Kann man alles wissen .

sagt der Oberstudienrat aus Freiburg : " ich habe Ökostrom" - schon klar - gibt ja auch keinen euro power grid der den Bedarf und das Angebot permanent abgleicht und natürlich fließt durch die armdicken Leitungen aus Frankreich NUR der gute Ökostrom aus der Talsperre - und ja : das glaubt der vollversorgte Oberstudienrat DENN sein Versorger ist die Schneeflöckchen GmbH aus Freiburg die NUR Ökostrom verkauft ( denn die haben ganz liebe Ökokraftwerke NUR für den Herrn Oberstudienrat gekauft ) .

die brd ist eben keine Insel und somit gibt es auch keinen blackout .

Fazit : rotrotgrün ist eine Abteilung des französischen DST . doch doch . ganz unironisch .