Google+ PPQ: "Spiegel": Als Millionen "Merkel" riefen

Samstag, 4. August 2018

"Spiegel": Als Millionen "Merkel" riefen

Wer erinnert sich nicht daran: Damals im Sommer 2015 forderten Millionen Mneschen von Angela Merkel, die Grenzen zu öffnen.
Hat Angela Merkel die Grenze geöffnet? Oder sie nur nicht geschlossen? Oder sie gar nicht schließen dürfen? Weil sie es nicht konnte? Auch das frühere Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat diese Fragen schon auf vielfältigste Weise beantwortet, um die leidige Diskussion über Grenzkontrollen, Grenzschließungen, Mauerbau und Zurückweisungen endlich zu beenden. Dennoch legt das Magazin nun noch einmal nach und erinnert daran, wie es damals wirklich war, wo Deutschland stand und unter welchem Druck die Kanzlerin. „Millionen Deutsche haben Kanzlerin Angela Merkel 2015 zu einer humanen Flüchtlingspolitik gedrängt“, erinnert Maximilian Popp sich ganz genau. Viele andere haben diese Tage im Spätsommer und Herbst längst vergessen.

Es ist ein heißer Tag in Berlin, dieser 7. Tag im August 2015. Vor dem Kanzleramt in Berlin staut sich eine unübersehbare Menschenmenge. Hunderttausende sind es, vielleicht sogar einige Millionen, herbeigeeilt aus allen Landesteilen, trotz Urlaubszeit. Sie sind gekommen, um die Bundeskanzlerin, die kurz vorm Urlaubsantritt steht, an ihre Pflichten als Christenmensch und Humanistin zu erinnern. Plakate tragen die Menschen, auf denen „lasst sie rein“ steht, auch „Hab ein Herz, Frau Merkel“ und „Wir fordern eine humane Flüchtlingspolitik“.

Angela Merkel hat den Zorn der mitmenschlich gestimmten Menge erregt, als sie einem aus dem Libanon stammenden Flüchtlingsmädchen ehrlich gestanden hatte, dass „nicht alle bleiben können“. Ein Wendepunkt in der Geschichte der Republik, denn als der Hashtag #merkelstreichelt die Runde macht, fühlt sich die gebürtige Hamburgerin falsch verstanden. Sie will helfen,. Glaubt aber, es nicht zu können.

Doch dann sind da diese Millionen mitten in Berlin, Menschen aus allen Klassen, Schichten und Bundesländern. Energisch wie nie fordern sie, dass Deutschland seine Grenzen öffnet oder sie zumindest nicht schließt. Noch ist nichtdie Zeit, dass sich die Bundesregierung ihre Flüchtlingspolitik von einer radikalen Minderheit diktieren lässt.

Noch bestimmt die Mehrheit, wo es langgeht. Angela Merkel schaut aus dem Fenster auf die wogenden Massen, die wie ein Mann für Humanität, Mitgefühl und Empathie stehen. Sie denkt nur noch mit einem kleinen Teil ihres Gehirn an den Skandal, den ihr Justizminister Heiko Maas gerade aussitzen muss. Nur noch mit einem noch kleineren an das Droh-Video des IS, in dem sie eine „Hündin“ genannt und mit dem Tode bedroht worden war. Griechenland hat sie gerade wieder gerettet, den Klimawandel zusammen mit Barack Obama eingedämmt, alles in allem ist auch die Flüchtlingsklage im Griff, ihre Regierung arbeitet jetzt im achten Jahr konzentriert an einem Einwanderungsgesetz.


Aber Merkel spürt, für die nächste Kandidatur, für ihre nächste Amtszeit braucht sie mehr als das, sie braucht ein Projekt, ein Ziel, eine Vision. Die da unten, die nach offenen Grenzen rufen wie einst ihre Landsleute aus der DDR, die bieten ihr eines an. Humane Flüchtlingspolitik. Deutschland, ein Refugium für alle, die es bis an die Landesgrenze schaffen.

Angela Merkel denkt, es müssen Millionen sein, die da unten stehen, Millionen, die sich nach jemandem sehnen, der ihrem Wunsch danach, als gute Menschen anerkannt zu werden, trotz Opa, trotz Uropa und trotz unverdientem Wohlstandsleben, Ausdruck verleiht, indem sie ihnen teilen hilft, teilen und verzichten, Last aufnehmen von dem Mann nebenan. Angela Merkel weiß, dass sie keine Wahl hat. Maximilian Popp steht damals unten, inmitten der Menge, die euphorisch nach Maßnahmen der Regierung rufen, seien es welche zur Öffnung der Grenze oder zu deren Nichtschließung.

Popp weiß deshalb bis heute ganz genau: Nicht die Kanzlerin hat etwas getan, das sie zu verantworten hat. Nein „Millionen Deutsche haben Kanzlerin Angela Merkel 2015 zu einer humanen Flüchtlingspolitik gedrängt“. Diejenigen, erst recht aber die anderen, die bis heute eine Minderheit sind, sollen sich nun bloß nicht beschweren.



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Dünnsinn (letzteres von Torfrock ...) -