Donnerstag, 26. Dezember 2019

Biolandwirtschaft: Düngerloses Klima-Desaster


Vielleicht ist es nicht sinnvoll, alle ölgetriebenen Fahrzeuge durch elektrische zu ersetzen. Vielleicht reicht es nicht mal, das tun, um die Erde zu retten. Vielleicht ist es nicht sinnvoll, Atomkraftwerke, Braunkohlekraftwerke und Gasöfen abzuschalten, weil Windräder und Solaranlagen nicht immer Strom liefern und zehntausende neuer Anlage allein durch ihren Bau erst einmal mehr CO2 erzeugen als sie über Jahre hinweg einsparen. Und vielleicht langt es auch nicht, die gesamte Landwirtschaft auf regionalen Biobetrieb umzustellen, weil der zur Überraschung aller zur Erzeugung derselben Menge Nahrung mehr Fläche braucht.

Die zu bearbeiten und zu beackern den Ausstoß an CO2 nicht etwa senkt, sondern erhöht.


Das zumindest sagt eine neue Studie, die soeben in "Nature Communications" erschienen ist. Das vielerorts mit großer Überraschung quittierte Phänomen ist eigentlich naheliegender Natur: Wo nicht gedüngt wird, wächst die Frucht nicht so schnell und nicht so viel. Der Flächenverbrauch geht bei der Ökolandwirtschaft deshalb ganz automatisch hoch. Forscher an der Cranfield University in Großbritannien haben nun ausgerechnet, wie sich das auswirken würde: Wollte man die aktuelle Menge an Nahrung nur auf diese vermeintlich umweltschonende Art produzieren, müsste man bestehende Wiesen- und Waldflächen reduzieren. Durch die dann angewandte Biowirtschaft würde dann deutlich mehr sogenanntes "Klimagas" (BWHF) entstehen als die derzeit betriebene sogenannte konventionelle Landwirtschaft bei der Herstellung derselben Menge Nahrung verursacht.

Eine ausgemachte Gemeinheit, die alle Pläne zum großen Umbau der Gesellschaft infragestellt. Gerade erst hatten die Grünen einen wegweisenden Beschluss gefasst, nachdem "tierische Lebensmittel" möglichst schnell so verteuert werden sollen, dass sie nicht mehr gegessen werden. Das würde den direkten Ausstoß von "Klimagas" durch Fleischtierzucht um fünf Prozent senken, auch in der Pflanzenzucht würde rund 20 Prozent weniger CO2 verbraucht, wie die derzeit als Notvorstand der SPD tätige Klimawissenschaftlerin Malu Dreyer formulieren würde.

Kontraproduktiv allerdings ist der Umstand, dass die landwirtschaftlichen Erträge einer düngerlosen und chemiefreien Landwirtschaft zugleich um rund 40 Prozent sinken würde. Um die Verluste auszugleichen, müsste die landwirtschaftliche bewirtschaftete Fläche entsprechend ausgeweitet werden. Mit erwartbaren Folgen: Würde nur die Hälfte der benötigten Fläche aus natürlichen Wald- und Wiesenflächen gebildet, in denen Kohlenstoff in Pflanzengewebe, Wurzeln und der Erde gespeichert ist, hätte dies den Forschern an der Cranfield University zufolge ein Anwachsen der gesamten CO2-Emissionen um 21 Prozent zufolge.

Ein Trauerspiel für alle Hoffnungen, dass Ökolandwirtschaft ein baustein sein könnte, aus dem die Menschheit sich ein schönes, klimaneutrales Morgen baut. Für den speziellen Fall von England und Wales, den die Forscher durchgerechnet haben,  würden man für 100 Prozent Biolandwirtschaft im Inland mangels ausreichend vorhandener Flächen zur Ausweitung des Anbaus höhere Importe aus dem Ausland bedeuten - mit der Folge, dass dort sogar bis zu fünf Mal mehr Fläche nur zur landwirtschaftlichen Nutzung erschlossen werden müsste, als britische Bauern benötigen würden, die besonders hohe Erträge aus ihren Feldern holen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

kürzlich : "dann werden wir den Fleischkonsum grundsätzlich verbieten müssen ; wir können die Menschen mit solchen Entscheidungen nicht alleine lassen"

dann aber : eingeschlagene Heckscheibe ; Schlachtabfälle im Audoo .

Widerstand hilft

Anonym hat gesagt…

Das bedeutet unterm Strich, dass Grundrechenarten abträglich für die Klimarettung und vor allem für den Umsatz der Klimaretter sind. An diesem Thema wird bereits gearbeitet.

Bernd W. Meyer hat gesagt…

Das Eine, wie das Andere, interessengeleitet. Leichenverzehr verbietet sich schon aus ethischen Gründen, selbst dann, wenn man ein Defizit an Empathie aufweist.
Fakt ist, daß die Fleischproduktion Land, Energie und Resourcen frißt und der bedeutenste Emittent von CO2, Methan, Lachgas, obendrein.

Nachrangig ist, ob man der neuen Religion Glauben schenkt; Fakt ist, daß all die neuen, zu erwartenden Menschen, nichts zu fressen vorfinden werden, wenn wir weiterhin Fleisch auf dem Teller stapeln und alle bisherigen Verächter dazu verführen.

Fleisch ist das Merkmal der Barbarei; zivilisierte Menschen ersinnen Fleischersatz und führen Fleischfresser als feiste Figuren vor, die als Schmarotzer der Krankenkassen ighrer Sucht nachgehen.
Übrigens. Schwein und Mensch unterscheidet eine genetische Abweichung von 2 Prozent. Damit ist Schweinefleisch nahezu identisch mit Menschenfleisch. Also Kannibalismus.

Die Anmerkung hat gesagt…

>>Übrigens. Schwein und Mensch unterscheidet eine genetische Abweichung von 2 Prozent. Damit ist Schweinefleisch nahezu identisch mit Menschenfleisch. Also Kannibalismus.

Nahezu Kannibalismus, also nicht ganz. Die 2 Prozent reichen aus, aus einem Schwein ein Schwein, und einem Menschen einen Menschen zu machen, wie jeder der einen Satz Augen hat, feststellen kann.

Die 98 wiederum sind gut genug dafür, jede Menge Charakterschweine in Menschengestalt herauszubilden. Das ist das Verbindenende an dem Genpool von Schein und Mensch.