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Eine transistorbasierte EU-KI neuester Bauart. |
Der Verbrenner darf doch weiterfahren. Das Heizungsgesetz wird rückabgewickelt. Die EU reformiert den CO₂-Handel. Und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat jetzt auch das Energieeffizienzgesetz so umgebaut, dass möglicherweise doch noch investitionswillige Unternehmen nicht gezwungen werden, bei der Umsetzung der Europäischen Energieeffizienzrichtlinie neue Rechenzentren um sogenannte "Mindesteffizienzanforderungen" herumzubauen.
Großmütig, räumt die Bundesregierung den Unternehmen eine längere Übergangsfrist ein. Nicht nach zwei, sondern erst nach vier Jahren sollen sie komplett auf einen Antrieb aus erneuerbarem Strom umsteigen müssen. Und die anfallende Abwärme muss nur noch in Fernwärmenetze eingespeist werden, wenn am Standort welche existieren.
Digitale Souveränitäter
Ob die Erleichterungen dafür sorgen, dass die erhofften Milliardeninvestitionen digitale Souveränität und wirtschaftliches Wachstum endlich doch noch in Gang kommen, ist nicht ausgemacht. Trotz der neuen Regeln bleiben die Strompreise hoch, die Bürokratie ist weiterhin erstickend und vielerorts im Land haben sich Bürgerinnen und Bürger bereits von Populisten scharfmachen lassen, gegen die digitale Zukunft ins Feld zu ziehen.
Doch die Kette der zuletzt abgeschwächten, ausgehebelten und verschobenen strengen Vorgaben zeigt das Ausmaß an Beunruhigung und Panik, das in Berlin und Brüssel herrscht. Europa, im letzten Jahrzehnt im internationalen Wettbewerb ohnehin schon nach hinten durchgereicht, droht, den Anschluss an die Moderne endgültig zu verlieren.
Aufregung in den Chefetagen
Woher die öffentlich nirgendwo bekundete stille Aufregung in den Chefetagen der deutschen und der multinationalen europäischen Regierung rührt, zeigt ein düsteres Szenario, das eine Gruppe europäischer KI-Experten hat unter dem Namen "Europe 2031" vorgelegt hat. Das Papier ist ein Dokument eines epischen Scheiterns, das einen Kontinent beschreibt, der wie die berühmte Trickfilmfigur längst über die letzte Kante zur Schlucht spaziert ist und jetzt nur noch Luft tritt.
Mehr als das, zu diesem Schluss kommt der Horrorroman auf 68 Seiten, wenn Kommissionschefin Ursula von der Leyen ihre KI-Strategien in die Welt bläst oder Katherina Reiche sich für eine "deutliche Entlastung von mehr als drei Milliarden Euro für besonders energieintensive Betriebe" durch ihre neuen "praxisnahen Regeln für Rechenzentren" lobt.
Ein verlorenes Spiel
Das Spiel, so prognostizieren die acht Experten, ist verloren. "Europe 2031" zeigt schonungslos, wie die EU die KI-Revolution verpasste und bis 2031 weiter verpassen wird. Ökonomisch, technologisch und geopolitisch werde sie sich in fünf Jahren an den Rand gedrängt wiederfinden. Kein "Kraftzentrum" der Welt mehr, sondern eine Ladentheke für die virtuellen Produkte der anderen.
Das Entsetzen, das kürzlich ausbrach, als Anthropic AI auch den Europäern den Zugang zu seinen "Fable"- und "Mythos"-Modell abschnitt, wird nicht die letzte dunkle Stunde blieben. Es warten deren noch viele auf dem Weg in eine Zukunft, die die EU mutwillig abgelehnt hat, weil ihr Verwaltung und Umverteilung schon immer wichtiger waren als Wirtschaft, Wettbewerb und Wachstum.
Eine Dystopie wie ein Kinderbuch
Für die einfachen Gemüter in den Regierungszentralen haben die Autoren sich beim Verfassen ihrer Dystopie ausdrücklich Mühe gegeben. Ihre Erzählung verzichtet auf kompliziertes Fachkauderwelsch, sie nähert sich der Schicksalsfrage nach schlimmen Stunde, als alles vor die Hunde ging, durch die Gestalt der fiktiven EU-Beamtin Caroline Dubois, die in Brüssel dient, und dem ins Silicon Valley geflüchteten deutschen AI-Innovator Christian Vogt.
"What getting AI wrong means for us", soll geklärt werden, heißt es. Also "was Fehler im Umgang mit KI für uns bedeuten". Das "uns" ist natürlich das politische "Wir", mit dem sich die EU-Eliten bei jedem ihrer großen Auftritte aller verfügbaren Volksmassen bemächtigen. "Uns" schließt aber auch die Forscher ein, die sich davor fürchten, was kommt, "wenn wir jetzt nicht handeln".
Europa verliert die Zukunft
Europa verliere dann "die Fähigkeit, seine Zukunft selbst zu gestalten", Europa werde wirtschaftlich und politisch an den Rand gedrängt, "mit Werten, die wir nicht verteidigen können, Sozialsystemen, die wir nicht mehr finanzieren können, Risiken, denen wir nicht begegnen können, und einer Union, die nicht mehr bestehen kann".
Das Wort "Wohlstand" kommt hier nicht vor. Im Duden der europäischen "Wir"-Welt steht es ganz hinten. Sichtlich schreiben hier Spezialisten, die sich als Lobbyisten einer Branche sehen, die es geben könnte, würden die demokratisch gewählten Weichensteller nur endlich aufwachen. Und, wieder einmal wie immer, die Notwendigkeit der "ambitioniertesten politischen Agenda in der Geschichte Nachkriegseuropas" ausrufen.
Der falsche Siegeszug
Die Not ist groß. Lange hatte sich die EU mit dem Gedanken über ihre Unfähigkeit, Innovationen zu entwickeln, vom chinesischen Chatbot DeepSeek Modell R1 trösten lassen. Das Teil war günstig, leistungsstark und aus Teilen zusammengebaut, deren Herkunft bis heute ungeklärt geblieben ist. Brüssel nahm das als Beweis, dass Europa nicht die Fehler der Amerikaner machen müsse, viel Geld zu investieren, um bei der Künstlichen Intelligenz mitzuhalten. Man würde die großen Imperien aus dem silicon Valley einfach überholen, ohne sie vorher einholen zu müssen.
"Klein und clever", das war die Devise des KI-Acts, vor allem aber streng überwacht und staatliche finanziert. Caroline Dubois aber, die gerade aus dem Silicon Valley zurückkehrt, ist demonstrativ alarmiert: In Übersee hat sie erfahren, dass dort wirklich daran geglaubt wird, dass die Allgemeine KI, die alles können wird, schon in zwei bis drei Jahren Realität sein werde. Den Europäer bliebe damit nicht einmal genug Zeit, ihre großen Giga-KI-Fabriken an die Fernwärmenetze anzuschließen, denn bis dahin wären die nicht einmal genehmigt.
Das größte Hindernis
Die amerikanische Dynamik macht der jungen Forscherin Angst. Ihr schwant fast, dass ausgerechnet die umfassende europäische Regulierungsstrategie das größte Hindernis bei der Umsetzung der europäischen Souveränitätsstrategie sein könnte. Europa 2031 wäre dann ein Kontinent am Tropf fremder Technologie. Also eigentlich wie heute, nur noch schlimmer. Derzeit lassen sich die Großkonzerne wenigstens noch drangsalieren, wo sie schon nicht zu ersetzen sind. Eine AGI aber ließe sich deutlich schwerer abkassieren
Dieses Szenario des Abgleitens der EU in die Bedeutungslosigkeit durch eine KI-Politik, die jeden Kontakt mit der Realität vermeidet, malen die Autoren plakativ an die Wand. KI schreibt heute schon den Großteil der Software in den führenden KI-Laboren. KI betreibt eigene Forschung und definiert Cybersicherheit neu. Sie droht, auf Arbeitsmärkte und Kriegsführung überzugreifen. Und sie wird, das ist absehbar, das globale Machtgleichgewicht so grundlegend verändern wie das Maschinengewehr und der Panzer.
In Jahren, nicht Jahrzehnten
"Als zuletzt eine Technologie das Leben so grundlegend veränderte wie die KI es nun tut, nannten wir es eine Industrielle Revolution", schreiben die Warner von der Arq Foundation, dem Delta Institute, dem Visionaries Club und dem MIT. Und diese Veränderung werde "in Jahren, nicht in Jahrzehnten, eintreten".
Sie sind beunruhigt, denn "der Großteil Europas hat das Tempo und das Ausmaß des bevorstehenden Wandels noch nicht begriffen, und diejenigen, die es begriffen haben, äußern sich nicht laut genug." Immer noch hofften viele, "dass sich die KI-Problematik irgendwie erledigt oder dass Klugheit die notwendigen Kompromisse ersetzen kann, um in einer sich rasant verändernden Welt relevant zu bleiben". Viele kluge und gut informierte Menschen im Silicon Valley hätten den Kontinent deshalb bereits abgeschrieben. Sie "sind überzeugt, sein Niedergang sei besiegelt und unumkehrbar."
"Giga" schrumpft bedenklich
Der Augenschein spricht dafür. Seit dem Pariser KI-Gipfel im Februar 2025, auf dem Ursula von der Leyen wie immer euphorisch einen 200 Milliarden schweren "InvestAI-Fonds" ankündigte, ist nichts passiert. Außer, dass sich die Preise für Halbleiter, die die geplanten "AI Gigafactories" benötigen würden, verdreifacht haben. "Giga" schrumpft, auch wenn es keiner öffentlich sagt. Die 200 Milliarden reichen heute so weit wie Alphabets Etat für KI-Investitionen im August.
Die als Strohfeuer entfachte Kommissionseuphorie ist verpufft. Der 200-Milliarden-Fonds hat sich als Luftnummer entpuppt. Die traurige Wahrheit ist, dass Regulierung von Innovationen Innovationen nicht ersetzen kann. Und staatliche Fördermittel, vergeben in langwierigen, länderübergreifenden Ausschreibungsverfahren, bei denen Regierungen um jeden Cent feilschen, die massiven Investitionen anderenorts nicht ausgleichen können.
Es mangelt an allem
Seit sich herausgestellt hat, dass Rechenleistung wirklich die Voraussetzung für Künstliche Intelligenz ist, kommt EU-Europa nicht mehr hinterher. Der Kontinent kämpft Europa mit Energieknappheit, Bürokratie und fehlendem Kapital. Das bisschen, was schon da ist, wird verkauft. Der Rest stellt sich als schlecht heraus.
Brutal legen die Ergebnisse der Fehleinschätzungen, die von Paris über Brüssel bis Berlin als Mantra gebetet wurden, den Grundmangel offen: KI automatisiert Arbeit und führt zu hohen Produktivitätsgewinne. Dort, wo die Produktivität ohnehin schon lange hinter die USA und China zurückgefallen ist, verliert sie noch mehr an Wettbewerbsfähigkeit.
Der Tiefpunkt
Europa ist 2031, wie heute schon bei den Fragen von Krieg und Frieden, nur noch Zuschauer. Die Union wird noch schwächer sein, sie wird ihre üppigen Sozialsysteme auch mit den geplanten Tricks nicht mehr finanzieren können und damit auch Illusion verlieren, eines Tages würde alle auf den europäischen Weg einschwenken, wenn man nur konsequent an seinen "Werten" festhalte.
Europas Geschäftsmodelle brechen zusammen. Die Steuerbasis erodiert schneller noch als heute. Die noch können, zahlen noch mehr. Doch es reicht nicht. Soziale Unruhen nehmen zu. Caroline Dubois wird im Papier zu einer Tagung in die Staaten begleitetet. Sie ist unschwer als Menetekel zu erkennen. Sie kommt mit der Bostchaft zurück, dass Europa hat die KI-Revolution nicht verpasst hat, weil es zu dumm war – sondern weil die falschen Leute aus falschen Gründen die falschen Prioritäten gesetzt haben.
Niemand wird es gewesen sein
Verantwortung für dieses Versäumnis wird - aus der Causa Merkel ist das bekannt - niemand übernehmen. Europa wird sich abfinden mit einem Status als durchreguliertes Museum, dem es an Taxifahrern fehlt, weil selbstfahrende Autos noch in der Genehmingungsschleife hängen.
Am Endpunkt des Szenarios im Jahr 2031 hat die verpasste KI-Revolution zu dauerhafter ökonomischer und politischer Marginalisierung geführt. Washington kontrolliert den Zugang zur KI und teilt die besten Modelle nur noch mit ausgewählten Partnern. Vielleicht wird einer der großen US-Konzerne die alten deutschen Autobauer übernehmen und Roboterfabriken daraus machen.


8 Kommentare:
Man kann das Rennen um 'Compute', also reine Rechenleistung für AI, vielleicht mit dem Rennen um die Atombombe in den 40ern vergleichen. Bis die abgebrochenen Studenten von Soziologie, Lehrfach und Philosophie in der EU das schnallen, ist das Rennen schon längst vorbei. Rechenleistung ist im Moment die wichtigste globale Ressource, und der Ausbau wird mit harten Bandagen vorangetrieben.
“Seit sich herausgestellt hat, dass Rechenleistung wirklich die Voraussetzung für Künstliche Intelligenz ist, kommt EU-Europa nicht mehr hinterher.“
Hm. Um nicht hinterherzukommen, müsste man erst mal versuchen den Gegner zu erreichen.
Diese Voraussetzung fehlt.
Beispiel Groß-Gerau. Dort wollte ein US-Konzern schlappe 2,5 Mrd. in ein Rechenzentrum investieren. Doch die Amis haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die unheilige Allianz aus SPD, Grünen, FDP, Freien Wählern und Linken hat dem US-Imperialismus den Stinkefinger gezeigt.
https://www.it-daily.net/shortnews/supercomputer-china-an-der-spitze
Weltrangliste der Supercomputer: China setzt sich an die Spitze
Der schnellste öffentlich ausgewiesene Supercomputer der Welt steht erstmals seit 2017 wieder in China.
Das System LineShine aus der südchinesischen Metropole Shenzhen verdrängte den US-Rechner El Capitan vom ersten Platz der neuen TOP500-Liste.
Supercomputer werden unter anderem für Klimamodelle, Materialforschung, Industrieanwendungen und Künstliche Intelligenz genutzt.
Auf Platz fünf liegt der Jupiter Booster des Forschungszentrums Jülich in Deutschland.
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Atombomben haben sie vergessen. die kann man auch mit einem Supercomputer berechnen. Vielleicht fällt das aber unter Materialforschung.
WELT-Chefreporter Axel Bojanowski berichtet seit 1997 als Wissenschaftsjournalist hauptsächlich über Klimaforschung und Klimapolitik.
https://www.welt.de/wissenschaft/klimabilanz/plus6a3be5e92dd44d7b2527aa02/kolumne-klimabilanz-wie-die-hitzewelle-wirklich-mit-dem-klimawandel-zusammenhaengt.html
Resümee:
Unter ähnlichen Wetterbedingungen wäre es auch ohne menschliche Erwärmung extrem heiß geworden ...
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Ähäm, da hatte ich doch heute den Schellack-Klassiker drauf:
Paul Godwin mit seinen Jazz-Symphonikern: Du bist als Kind zu heiß gebadet worden (Mit Refraingesang)
Dabei ist Groß-Gerau laut Heinz Erhardt eine "glänzende Geldgegend".
Für "Klimamodelle"? Für jeden noch so fürtrefflichen Rechner gilt: "Bullshit in, bullshit out."
Bei Godwin fällt mir zuerst immer Mike Godwin ein.
Sag mir wo du stehst!
>Auf Platz fünf liegt der Jupiter Booster des Forschungszentrums Jülich in Deutschland.
Ja wo stehen wir denn?
AI Overview
Der JUPITER-Supercomputer am Forschungszentrum Jülich verbraucht im Volllastbetrieb etwa 18 Megawatt.
Dagegen:
Ein US-Investor wollte in Groß-Gerau ein XXL-Rechenzentrum mit gigantischen 174 Megawatt Leistung bauen.
Nach Adam Riese knapp 10 JUPITERs.
Da stehen wir bzw. so stehen wir da.
Musk plant Terawatt an elektrischer Leistung.
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