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| Sie wirken auf das ungeübte Auge idyllisch, sind aber die wahren Wasserfresser in der EU: 188 Billionen Liter Wasser fließen aus deutschen Flüssen jährlich ins Meer, wo sie sofort versalzen. |
Es ist das blaue Gold, eine wertvolle Ressource, an deren beständige Verfügbarkeit sich die Menschen in Europa über Jahrtausende gewöhnt haben. Wasser ist immer die, in hochentwickelten Industrienationen wie Deutschland abgesehen von den Zeiten der Dürre sogar häufig über das Maß hinaus, das sich Bürgerinnen und Bürger wünschen.
In manchen Regionen reagieren die Behörden in Krisensituationen mit Verboten, Wasser aus dem eigenen Brunnen zu entnehmen oder mit Trinkwasser den Garten zu bewässern. Mit der Energieeffizienzrichtlinie hat die EU-Kommission überdies bereits vorbeugend für einen sparsamen Umgang mit dem kostbaren Nass gesorgt.
Wasserverbrauch unter Beobachtung
Falls es eines Tages doch noch zum Bau der geplanten Giga-KI-Rechenzentren kommen sollte, deren Errichtung die Kommissionsvorsitzende Ursula von der Leyen im April vor fünf Jahren mit ihrer ersten "Mitteilung über die Förderung eines europäischen KI-Ansatzes" angekündigt hatte, wird deren Wasserverbrauch unter genauer Beobachtung bleiben. Es soll verhindert werde, dass ein Überverbrauch wie den Vereinigten Staaten die europäischen Dürreprobleme weiter verschärft.
Die Daten selbst sind zwar umfassend durch Geheimhaltungsvereinbarungen geschützt. Kern der übergreifenden Strategie ist allerdings eine "KI-First"-Politik, bei der Künstliche Intelligenz als potenzielle Lösung in Entscheidungsprozesse einbezogen wird. Europäische Sprachmodelle wie Mistral AI, das gerade nach Kanada abgewanderte Aleph Alpha und die souveräne KI-Plattform DeepL werden zur Identifizierung von Problemen und bei der Suche nach Lösungen herangezogen.
KI deckt Wasserfresser auf
Mit großem Erfolg bereits im ersten Anlauf. Während die Beamten in Brüssel bei der Regulierung des Wasserverbrauchs bisher vor allem ein Auge auf Vorgärten und Rechenzentren gelegt hatten, enthüllte die KI bereits nach einem sechswöchigen Agent-Einsatz im Auftrag der EU-Kommission den wahren Wasserfresser.
Der im Rahmen der "Apply AI Strategy" erteilte Auftrag förderte unglaubliche Zahlen zur größten Trinkwasserverschwendung innerhalb der Union zutage. Es geht um eine Wassermenge von täglich 515 Millionen Kubikmetern allein in Deutschland, die sich pro Jahr auf 188 Milliarden Kubikmeter summieren.
Für ganz Europa sieht das Bild sogar noch schlimmer aus: Hier gehen täglich 7,67 Milliarden Kubikmeter verloren. Pro Jahr entspricht das einer Wassermenge von 2.800 Milliarden Kubikmetern oder umgerechnet 2,8 Billiarden Litern. Es bräuchte den Victoriasee in Ostafrika, dessen Ufer sich Tansania, Uganda und Kenia teilen, um diese Wassermenge aufzunehmen.
Die größten Wasserverschwender
Europas Flüsse verschwenden so bisher Jahr für Jahr eine Wassermenge, wie sie der drittgrößte See und flächenmäßig zweitgrößte Süßwassersee der Welt enthält. 188 Milliarden Kubikmetern verschwinden ungenutzt in den Meeren rund um die EU. Sofort nach dem Einfließen werden sie für menschliche Zwecke unbenutzbar: Wertvolles Trinkwasser versalzt - mit der allein aus Deutschland auf diese Art vernichteten Wassermenge ließe sich der Bodensee knapp viermal komplett füllen.
Die Folgen der fehlenden Wassermenge sind inzwischen überall zu spüren, vor allem aber dort, wo der Mangel sich zeigt. Vor Jahren schon rief die Stadt Konstanz sich wegen der Verschwendungsfolgen selbst zum Klimakrisengebiet aus. Seitdem hat sich die Lage verschlimmert: Heute transportieren deutsche Flüsse in jedem einzelnen Vierteljahr einmal das Wasservolumen des Bodensees ungenutzt im Meer. Im Fall des Bodensees befindet sich die Leckstelle bei Stein am Rhein, der eigentliche Abfluss erfolgt dann in die Nordsee.
Das größte Leck im Wasserloch
Ein Problem, das bisher weder in Berlin noch in Brüssel Beachtung gefunden hatte. Alle von der EU bisher beauftragten Forschungsarbeiten zur Wasserknappheit in Europa fokussierten die Aufmerksamkeit auf Industrie, Verschmutzung, Verschwendung in Haushalten und Kleingärten. Selbst engagierte Aktivistengruppen vermochten sich mit Vorwürfen an die Brandenburger Tesla-Fabrik als Hauptverursacher deutscher Dürren nur zeitweise durchzusetzen.
Mit den Studienergebnissen der KI, gewonnen im Auftrag eines von der EU an das Climate Watch Institute (CWI) in Grimma vergebenen Forschungsarbeit, bekommt die zunehmende Verknappung von Wasserressourcen in der EU ein neues Gesicht. Das größte Leck im Wasserloch Europa sind die Flüsse, die auf das ungeübte Auge idyllisch wirken, aber dafür sorgen, dass Billionen Liter Wasser verschwinden, versalzen und nur mit großem Aufwand wieder genutzt werden können.
Die Verursacher der Dürre
Schon im Jahr 2022 hatte das EU-Parlament konstatieren müssen, dass bis zu 34 Prozent der EU-Bevölkerung und 40 Prozent des EU-Gebiets von saisonaler Wasserknappheit betroffen waren. In Südeuropa litten in den Sommermonaten bis zu 70 Prozent der Bevölkerung unter Dürre, obwohl Europa durch seine Geografie und die riesigen Flusssysteme als extrem gut mit Süßwasser versorgt gilt.
Doch woher der erstaunliche Mangel rührt, blieb lange unklar. Die privaten Haushalte in Deutschland etwa verbrauchen im Jahr nur rund 3,80 Milliarden Kubikmeter Wasser. Selbst zusammen mit der Industrie, dem Handwerk, der Landwirtschaft und dem wachsenden Behördenbedarf kommt das größte EU-Land nur auf einen Süßwasserbedarf von 4,67 Milliarden Kubikmetern. Gemessen an den 188 Milliarden Kubikmetern Wasser, die in deutschen Flüssen treiben, sind das nicht einmal 2,5 Prozent.
Die Weltmeere als Wasserräuber
Ursächlich für die Wasserkrise sind die Süßwasserabflüsse der europäischen Flüsse in Atlantik, Nordsee, Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer. Die liegt bei erschreckend hohen 2.800 Milliarden Kubikmeter jährlich. Eine Wassermenge, mit der Deutschland 600 Jahre lang komplett versorgt werden könnte. Der
Bodensee-Vergleich zeigt die enorme Dimension des Problems: Mit den Wassermassen, die ganz Europa jährlich ungenutzt ins Meer entlässt, könnte man den Bodensee gut 58-mal randvoll füllen.
Das soll jetzt Konsequenzen haben. Nach der Europäischen Energieeffizienzrichtlinie (Energy Efficiency Directive – EED) sind die Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft nicht nur verpflichtet, elektrische Kleingeräte zu regulieren und energiehungrige Industrieansiedlungen zu verhindern, sondern auch einen sparsamen Ressourceneinsatz durchzusetzen. Das zentrale EU-Rahmenwerk, einst Kernstück des "Fit-for-55"-Pakets der EU, schreibt die Überwachung der Energie- und Wassereffizienz vor. Bei Kennziffern wie der Power Usage Effectiveness und der Water Usage Effectiveness (WUE) aber schneiden Flüsse sogar schlechter ab als Kleingärten, Zementfabriken, Giga-Rechenzentren und Zahnarztpraxen.
Flüsse mit desaströsem Verhältnis
Das Verhältnis von verbrauchtem zu genutztem Wasser in Litern ist bei Flüssen geradezu desaströs. Nicht einmal vier Prozent der mitgeführten Wassermenge werden effektiv eingesetzt, um grüne Energie zu erzeugen, Bionahrungsmittel heranzuziehen oder Getränke herzustellen, damit Alte und Vulnerable bei Rekordtemperaturen viel trinken können.
Der Vergleich mit dem unter Umweltaktivisten für seinen Durst bekannten Tesla-Werk in Grünheide zeigt das ganze Dilemma: Zuletzt verbrauchte das Werk rund 457.000 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr für eine Produktion von 200.000 bis 250.000 Fahrzeugen. Pro Auto wurde 2,16 Kubikmeter benötigt. Alle europäischen Flüsse verbrauchen 6,1 Millionen Mal mehr, ohne ein einziges Auto zu produzieren. Alles strömt ungehindert und ungebremst in Meere, wo sich das wertvolle Süßwasser ungehindert mit Salzwasser vermischt.
Die EU greift ein
Auch gemessen am jährlichen Wasserfußabdruck aller US-Rechenzentren von 800 Millionen Kubikmetern sieht die Bilanz der europäischen Flüsse verheerend aus. Der Wasserbedarf der US-Giga-KI-Fabriken und Cloud-Farmen entspricht gerade einmal 0,43 Prozent der Wassermenge, die aus Deutschland jedes Jahr ungenutzt ins Meer fließt. In nur anderthalb Tagen spülen Rhein, Elbe und die anderen Fließgewässer den gesamten Jahresverbrauch der US-Hightech-Rechenzentren der in die Meere.
Die EU-Kommission will dem jetzt ein Ende setzen. Als Konsequenz aus dem Testat der CWI-Prüfer aus dem sächsischen Grimma plant die Kommissarsrunde einen Water Act, mit dem die bereits existierende Wasserrahmenrichtlinie und die Trinkwasserrichtlinie konsequenter umgesetzt und auch im Flussbereich durchgesetzt werden soll. Der sogenannte Blue-Deal - Kommissionschefin von der Leyen spielt mit der Namensgebung auf ihre erfolgreiche Green-Deal-Initiative von 2019 an - soll künftig strenge Standards für Flussläufe setzen, um deren Hang zur Verschwendung auszubremsen.
Gigantische Aufgabe für Europa
EU-Wasserkommissarin Magdalene Marsten hat in den Zeitungen der Funke Mediengruppe deutlich gemacht, welch gigantische Aufgabe vor Behörden, Haushalten und Industrie steht. Sollen Deutschland und anderen europäischen Staaten wasserneutral werden, müssen ab 2027 europaweit Jahr für Jahr 48 Bassins gegraben mit der Tiefe und Größe des Bodensees gegraben werden.
Dabei handelt es sich um Becken mit einer Tiefe von über 200 Metern und einem Oberflächenmaß von mehr als 500 Quadratkilometern. Um wertvolle Fläche zu sparen, sieht die EU-Wasserstrategie vor, bis auf eine Tiefe von 600 bis 1.000 Metern zu gehen. Dadurch könnten die Blue-Deal-Bassins auf Abmaße von etwa 20 mal 20 Kilometern beschränkt werden, heißt es in Brüssel.
Zuvor aber will die Kommission "das Bewusstsein schaffen, dass Flüsse enorme Wasserverschwender sind", wie es in Brüssel heißt. Eine Möglichkeit, diese bislang so erfolgreiche verdrängte Tatsache zu verdeutlichen, könne darin bestehen, den Verbrauch der einzelnen Fließgewässer zu messen, betont ein Sprecher.
Die Flüsse als Verschwender
Zwar sei vielen Bürgerinnen und Bürgern bekannt, das viel Wasser in privaten Gärten, in Haushalten und in der Industrie verbraucht werde. Bislang aber fehle es "an einem Problembewusstsein dafür, wo das größte Leck der europäischen Wasserversorgung klafft", teilte die Umweltkommissarin mit. "Verglichen mit Flüssen handeln Industrie, Landwirte und wir als Verbraucher schon längst so, wie wir müssen, weil Wasser ein endliches Gut ist."
Europas zunehmende Wasserknappheit aber erfordere die Bereitschaft, sich einem Bewusstseinswandel zu stellen, den die geplante Blue-Deal-Messkampagne befördern soll. "Wenn die Leute genau sehen können, wie viel von unserem wertvollen Wasser Flüsse sinnlos verbrauchen, werden sie auch bereit sein, die notwendigen Investitionen zu unterstützen." Gedacht ist zur Umsetzung des Bassin-Plans an ein neues gemeinsamen EU-Sondervermögen nach dem Vorbild des letzten Rettungspakets für die Ukraine.


2 Kommentare:
Billionen und Billiarden, nun, was soll's, Willy Brandt konnte ja angeblich die Million nicht von der Milliarde unterscheiden ..
OT aber AI also im Trend
Danisch:
...aber der Klassiker ist natürlich der Fall der New Yorker Kanzlei, die einen Schriftsatz einreichte mit Quellenverweisen auf Urteile, die es gar nicht gab.
Laut Google-AI gibt es inzwischen ca. 1300 solcher Klassiker im juristischen Bereich.
AI Overview
Researchers have documented over 1,300 cases worldwide involving artificial intelligence hallucinations in court filings, with roughly 800 to 1,000 of these incidents originating in United States courts.
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