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Sonntag, 16. Dezember 2012

Markttransparenz: Sieg für den Staatspreis

Für die Politik ist die Frage natürlich längst entschieden. Den Wettlauf darum, was eigentlich schneller teurer wird, das gute alte Bahnfahren oder das neumodische Benzin verbrauchen, gibt es nach Auffassung von Bundesverkehrsminister nicht. Rituell nagelt auch der Rest der übrigen Dienstwagenkaste aller paar Monate auf die Ölindustrie ein, die, so zumindest die in den Leitmedien immer wieder genussvoll erzählte Mär, mittels Preisabsprachen an der Tankstelle unglaubliche Milliarden an Extraprofiten einstreicht. Dabei hat die Bundeskartellbehörde gerade aufgedeckt, dass die großen Mineralölkonzerne gar nicht, wie von Anhängern der sozialistischen Planwirtschaft stets vermutet, in geheimen Kungelrunden zusammensitzen und die Preisbewegungen langfristig miteinander absprechen müssen. Sondern dass es reicht, Preise abzugucken.

Neuerdings soll aber nun dennoch eine regierungsamtliche "Markttransparenzstelle" helfen, die angeblich zu hohen Spritpreise zu dämpfen. Jede Tankstelle im Land muss ihre Preise an die Zentralbehörde melden, diese stellt sie in eine Datenbank ein, dort können Autofahrer sie über das Internet abrufen - und dann zur billigsten Tankstelle in der Nähe fahren, statt an einer teureren zu tanken.

Ein Aufwand, der bei einem Preisunterschied von fünf Cent pro Liter zwischen zwei Tankstellen nur sparen hilft, so lange die billigere Tankstelle nicht weiter als 6,5 Kilometer näher ist als die teurere. Dann beträgt die Einsparung exakt fünf Cent.

Immerhin, denn fünf Cent spart dank des faktisch immer noch vorhandenen staatlichen Bahnmonopols beim Eisenbahnfahren so schnell niemand. Ein Blick auf die Preisentwicklung bei der Deutschen Bahn, bis heute ein Bundesunternehmen, zeigt denn auch deutlich, dass staatliche Preispolitik, beaufsichtigt von um des Volkes Wohl bemühten Politikern und jeweils genehmigt vom zuständigen Ministerium, zwischen 1982 und heute höhere Preissteigerungen produziert hat als Benzin mit Hilfe der vermeintlichen Preisabsprachen der profitgierigen Ölkonzerne erreichen konnte.

Während die Benzinpreise in diesen 30 Jahren um 238 Prozent stiegen, kletterten die Preise für Fahrten über 101 Kilometer bei der Bahn um stolze 248 Prozent.

Kommentare:

Friedrich hat gesagt…

Haben Sie die steigende Steuerlast aus dem Benzinpreis herausgerechnet?


ppq hat gesagt…

nein, nicht mal das. dann hätte ich ja auch die steigende mwst. aus dem bahnpreis rechnen müssen. mir ging es ums prinzip, und das ist ausreichend deutlich, glaube ich: schattenkämpfe gegen phantome, damit nicht auffällt, wo der hase wirklich hinläuft

Anonym hat gesagt…

Das Rausrechnen der Steuer fände ich mal einen spannende Weihnachtsaufgabe - wenn ich die Grafik nachbauen wollte, wo bekäme ich die rohen Zahlen her.

Anders gefragt: Wo hat ppq sie gefunden?

Anonym hat gesagt…

Also ich finde die beiden Kurven verlaufen schön angenähert. Da der Benzinpreis mit ca. 70 Funktionärsraubanteil ja ein Funktionärsgebilde ist, scheint mir der Bahnpreis allerdings vom Benzinpreis abhängig zu sein.
Alldieweil die Bahn aber mit Strom fährt, und der Strompreis sich mit der Energiewende vermehrfachen wird (Nämlich weil die Sonne keine Rechnung usw) und darüber hinaus nicht einfach so jederzeit verfügbar sein wird, werden wir wohl wieder Demut lernen müssen. Wer Bahn fahren will muss eben auf warmes Essen verzichten...PPQ hat dazu schon 1958 im SPIEGEL (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41760612.html) eine wegweisende Reportage geschrieben. Das ganze liest sich wie eine Qriginal PPQ-Satire. (Gefunden bei http://notrickszone.com/) Ein paar Namen ausgetauscht und schon sind wir im Deutschland des Jahres 2015.
Wie die Sozialpädagogen in der Planwirtschaftszentrale das mit dem Zusammenhang von Bahnpreis und Benzinpreis dann hinkriegen? Ich denke sie werden die Steuern auf Benzin vermehrfachen müssen. Das wird auch dringend nötig sein, weil im Zuge der Deindustrialisierung andere Steuerquellen schwächeln. Ist doch logisch.

Friedrich hat gesagt…

Ich meinte das etwas anders. Ich glaube, daß die Politiker beim Tanken weitaus mehr an der Steuerschraube gedreht haben.

Die MwSt ist ja nur das "Sahnehäubchen".

Mir bekannt sind ungefähr 70 % Steuern auf jedem Liter Benzin.

Ich habe eben auch keine Ahnung wieviel die Bahne wirklich für Strom im Jahr ausgeben wird müssen.

Wahrscheinlich würde es für den quasi Monopolisten Bahn noch weitaus "freundlicher" aussehen, wenn man höhere Preise als bahnfreundlich beszeichnet ;-)

ppq hat gesagt…

@friedrich: das habe ich schon richtig verstanden. ich war aber der ansicht, dass die vorlage (ein zehntel des 101-km-preises der Bahn in euro ist in absoluten zahlen direkt vergleichbar mit dem preis für einen liter benzin) die grafik greifbarer macht als der versuch, einerseits öko- und mwst., andererseits mwst rauszurechnen. das überfordert einen hobbyforscher...

und es ergäbe am ende doch nur, dass der reale bahnpreis vor steuern seit 1982 noch um ein vielfaches stärker gestiegen ist als der reale benzinpreis vor steuern.

denn wenn die bahn selbst mit steuern (und das sind zwischen 70 und 89 cent pro liter benzin) sogar noch ein klein wenig schneller teurer geworden ist als das benzin, was wäre dann ohne ökosteuer? genau: es würde deutlich, wer hier wirklich an der preisschraube dreht und von wem es der ablenkung wegen behauptet wird

ppq hat gesagt…

@ anonym: die links zu den zahlen sollten im beitrag stehen und stehen jetzt auch drin

Bahn
Benzin

kannst du die grafik schicken, wenn du sie hast? das wäre interessant, sicher auch für viele andere politplatschquatsch@gmail.com

denn ehe eins der leitmedien auf so eine komplexe idee kommt, fahren wir sicher alle schon mit sonne

Anonym hat gesagt…

http://userserve-ak.last.fm/serve/_/21123169/Pittiplatsch%2B1.jpg


ddr piitiplatsch mit Wer macht`s ? Helm ??

Anonym hat gesagt…

Stilikone

Pittiplatsch mit Wehrmachtshelm - beschreibt mein mom. mindset sehr genau .

weiter so : Deine Seite ist genial - meine Netzsozialisation findet hier statt .