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Donnerstag, 20. Februar 2014

Das Märchen vom teuren Benzin

Ausgerechnet in der „Zeit“ ist Dieter Wermuth angetreten, die Funktionsweise des Kapitalismus zu erklären. „Herdentrieb“ heißt sein Blog und derzeit ist Wermuth dort gerade dabei, zu erläutern, warum hohe Energiepreise gut sind für Deutschland: Sie helfen beim Energiesparen! „In einer Marktwirtschaft lassen sich diese Ziele am besten durch einen fühlbaren Anstieg der relativen Strompreise erreichen“, schreibt der in Amerika promovierte Volkswirt, dessen Herz natürlich links schlägt. Nur wenn Energie teuer sei, gebe es Anreize, sie effizient einzusetzen, argumentiert er: „Wir würden immer noch Spritschlucker fahren, wenn Benzin im Vergleich zu unseren sonstigen Ausgaben so billig wäre wie anno dazumal.“

Es ist nun seit alters her der Fehler aller Demagogen, die Wirklichkeit außer acht zu lassen, wenn es darum geht, Argumente für ihren Glauben zu finden. Auch Dieter Wermuth plumpst in diese Grube: Benzin kostet heute zwar etwa 1,54 Euro pro Liter, Diesel 1,36 Euro. Aber teuer ist das nur im Vergleich zu anderen Ländern, aber nicht zu anderen Zeiten.

Benzin ist, ganz im Gegensatz zum dem, was Wermuth glaubt und öffentlich behauptet, nämlich gerade außerordentlich billig: Bei den derzeitigen Tankstellenpreisen erarbeitet der Durchschnittsdeutsche sich heute mit seinem Durchschnittsstundenlohn von etwa 12 Euro netto in der Stunde knappe acht Liter Benzin oder 8,5 Liter Diesel, mit denen er rund 100 bis 150 Kilometer weit fahren kann.

Paradiesische Verhältnisse, wenn wir in die Geschichte schauen. Ende der dreißiger Jahre lag der Preis für einen Liter Benzin in Deutschland zum Beispiel zwar nur bei 39 Pfennig. Doch wer 150 Kilometer mit dem Auto fahren wollte, musste dafür den durchschnittlichen Tageslohn eines Arbeiters hinlegen. Das heißt: Acht Stunden Arbeit für 150 Kilometer. Heute reicht eine. Auch der Rest der Vergangenheit schneidet schlecht ab: 1962 konnte sich ein Durchschnittsverdiener zwar wie heute zwischen sieben und acht Liter Sprit vom Einkommen einer Stunde Arbeit leisten. Dank des Durchschnittsverbrauches der Autos damals kam er damit allerdings nur halb so weit wie heute.

Wie also konnte es dazu kommen, dass wir keine Spritschlucker mehr fahren? Obwohl doch Fortbewegung mit Benzinmotoren im Vergleich zu unseren sonstigen Ausgaben so billig ist wie nie zuvor? Nun, Dieter Wermuth geht nicht ins Detail, er geht lieber gar nicht darauf ein. Weil er nicht weiß. Sondern glaubt. Und darum auf Fakten verzichten kann.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Aus welchem Kapitel der Bibel hat der eigentlich, dass der Mensch nur durch Energiesparen zur Erlösung gelangt?

Ich kenne ihn kaum und hasse ihn schon.
In einem Punkt hat er aber recht:

„Unternehmen können sich auf hohe Strompreise einstellen, so wie sie sich auf hohe Löhne einstellen können.“

Ja das können sie und das tun sie, indem sie ins billigere Ausland abwandern.

Anonym hat gesagt…

Halt Moment mal:

Ich glaube Ihnen unterläuft hier auch ein Argumentationsfehler. Warum wurden denn Ihrer Meinung nach die Autos immer sparsamer? Doch nicht aus Gutmenschentum der Autoindustrie! Da geht's doch um einen Wettbewerbsvorteil. Ich mag mich irren, aber sind äußere Zwänge wie z.b. steigende Kraftstoffpreise (Ölkrise, Auto-freier Sonntag, hallo?!) Immer auch Triebfedern des Fortschritts?

Teja hat gesagt…

Ich bin froh, dass in der Autoindustrie noch nicht flächendeckend die Gutmenschen herrschen. Sie sollen so egoistisch, profitstrebend usw. - kapitalistisch denkend - wie nur möglich sein. Denn das ist nur gut für uns Verbraucher. *grins*

Ansonsten sollte Anonym 2 nochmal genau den Text lesen. ppq weist ja nach, dass die Kraftstoffpreise eben *nicht* gestiegen sind. Stichwort Relation.

Anonym hat gesagt…

Aber im Verhältnis zu unserm grossen Bruder USA hinken wir mit den Spritpreisen ein bisschen hinten nach. Müsste der Amis so viel wie wir bezahlen, wäre dort schon längstens tote Hose. Warum wohl führen sie Kriege in vielen Ländern mit Ol?
Dass wir weniger Sprit verbrauchen ist wahr, aber der steigende Benzin Preis macht das wieder zunichte. Zudem will der Staat via Steuern auf Benzin auch viel Geld in seine Kassen abführen.... Die NWO Elite hat noch niemals für das Volk gearbeitet, und wird es auch nie tun, bis zu ihrem bitteren Ende.

Anonym hat gesagt…

Es gibt Möglichkeiten und es gab Möglichkeiten preiswerter Energie.

Die grössten Erdölvorräte dürften im Meer liegen, diese zu heben ist eine Frage der Technologie.

(BenzinAutos können auch mit Gas fahren, dann sollte man es sich aber nicht mit Putin verscherzen.

Schnelle Hochtemperaturreaktoren, wie der Dual-Fluid-Reaktor könnten Amoniak als künstlichen Treibstoff erzeugen und so ganz nebenbei den Atommüll vernichten.

Alles nicht gewollt. FJS und auch der frühere hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry wollten Deutschland mit Kernkraft energieunabhängig machen.

Karry wurde im April 1981 im Bett abgeknallt, Mörder nie ermittelt.
Die Waffe wurde im Wagen eines gewissen Josef Fischer transportiert.
Der THTR in Hamm wurde kurz vor der technischen Reife, Ende der 1980er Jahre still gelegt.

So, und jetzt pflastern wir unsere Landschaft mit Windmühlen zu um elektrische REGELenergie zu erzeugen, damit der Irrsinn auch eine Chance hat.