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Montag, 29. Dezember 2014

Massenmord an Kleinstgetier: Bürger schmieden Schutzprojekt

Sie sind die Kleinsten, die Wehrlosesten, die Geschöpfe, die keinerlei Lobby haben. Jeder darf sie töten, jeder darf sich sogar damit brüsten, sie je nach Lust und Laune zu erschlagen, zu zertreten, zu quälen. Sie genießen keinen Schutz, nicht vom Gesetzgeber und nicht von bürgerschaftlich engagierten Gruppen, die Uno stellt sich taub ihrem Leid und ihrem Sterben gegenüber, die Parteien hören weg. Selbst die großen Umwelt- und Naturschutzverbände bleiben zu dem Thema stumm.

Dabei ist es ein Morden, das jeden Tag stattfindet, auf jeder Straße, überall auf der Erde. geführt wird der Kampf mit äußerster Brutalität, es gibt kaum Verletzte, denn hier steht das Töten im Mittelpunkt. Riesige Metallberge, bis zu zwei Metern breit, jagen mit Geschwindigkeiten weit jenseits der 150 km/h durch eine Landschaft, die ursprünglich nicht dazu gedacht waren. Und hier töten sie sie alle: Kleine Bienchen und süße Mücken, Obstfliegen und herzallerliebste Schmetterlinge. Arglos flattern die durch die Luft, auch über Autobahnen und Schnellstraßen nicht gewarnt und nicht geschützt. Und sie werden breitgeklatscht an den Frontscheiben von hunderttausenden von Privat- und Lastkraftwagen, die rücksichtslos und ungebremst Millionen der Kleinlebewesen töten, für die hierzulande kein Tierschutzgesetz gilt.

Das aber soll sich jetzt ändern. Eine engagierte Gruppe von entsetzten Bürgerinnen und Bürgern hat in der vergangenen Woche der Verein MAPS gegründet – eine Keimzelle für eine Organisation, die perspektivisch weltweit tätig werden soll. MAPS steht für Micro Animal Preservation Society und will sich schützend vor die Teile der Tierwelt werfen, die vom Menschen aus Unachtsamkeit oder aber auch aus blankem Hass heraus unmenschlich behandelt werden.

Und das sind vor allem Angehörige der Insektenwelt, die vielen unaufgeklärten Tierfreunden noch immer als eklig, unnütz und lästig gilt. Politiker können öffentlich völlig ungestraft zum Massenmord an Mücken aufrufen, Chemiehersteller für Mittel werben, mit denen Spuren des alltäglichen Insektenholocausts auf den Autobahnen schnell und mühelos abgewaschen werden können.

Dabei tut sich die Wissenschaft bisher schwer, die Schäden zu ermitteln, die der Flora durch den trillionenfachen Mord an Kleinstlebewesen jährlich entsteht. Amerikanische Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass allein amerikanische Trucks bei einer durchschnittlichen Mordrate von fünf Insekten pro Meile jährlich 600 Milliarden Tiere töten. Deutsche Privatwagen kommen danach in der wärmeren Jahreszeit auf ähnliche Werte. MAPS-Aktivisten haben errechnet, dass sich daraus ein Berg von 180.000 Tonnen totem Tiermaterial allein in Deutschland ergibt – diese Menge fällt an Nahrung für Vögel, andere Insekten und Kleintiere aus. Für ganz Europa ergibt sich ein Leichenhaufen von mehr als 360.000 Tonnen totem Kleinstgetier.

Das Desinteresse der europäischen Politik, die sich bislang sogar weigert, MAPS-Studienprojekte zu finanzieren, mit denen ermittelt werden soll, ob der durch den sogenannten Windshield-Mord angerichtete Massenschaden durch die Natur ausgeglichen oder in die Zukunft von Flora und Fauna fortgeschrieben wird, hat die MAPS-Gründer zusätzlich motiviert, sich der verschwiegenen und verdrängten Problematik anzunehmen. Gemeinsam mit den Gleichgesinnten von PIOUS, der US-Organisation “People for Insect Opportunity and Unconditional Security” kämpfen die Mitglieder darum, das Leid der Kleinsten in den Mittelpunkt der Wahrnehmung durch Gesellschaft und Politik zu rücken.

Die Zahl der Toten in der Insektenwelt habe zweifellos Einfluss auch auf die Welt der übrigen Tiere und des Menschen, heißt es in der Gründungerklärung, deshalb sei es höchste Zeit zu handeln für jeden einzelnen, der sich der Schöpfung insgesamt verpflichtet fühle.

Wer sich bei MAPS engagieren will, kann und sollte dem Gründungskreis der Initiatoren eine Mail schreiben.



Kommentare:

Kurt hat gesagt…

Unter Buddhisten gern diskutiertes Thema ist die Frage, wie es sich auf das Karma auswirkt, hinter dem Steuer eines Autos zu sitzen und während einer Fahrt hunderte Insektenleben auszulöschen.
Daß der Tierschutzblog PPQ das Thema aufgreift, zeigt, daß der Buddhismus zu Deutschland gehört.

Orwell hat gesagt…

Es wird Zeit dass auch hier endlich buddhistische Tierkrankenhäuser gebaut werden, und Mücken mit gebrochenen Beinen, oder Eintagsfliegen mit Erkältung geheilt werden können.

Ist diese Organisation auch für Mikroben und Bazillen zuständig? Dann wird es Zeit den Pestbazillus, den aaarmen (bisher noch nirgends nachgewiesenen)AIDS-Virus und auch Pocken-, Malaria- und Masernbazillen neben vielen anderen hier ungenannten sogenannten "Schädlingen" aus dem Teufelskreis der Tierdiskriminierung geholt werden.

Auch Kubikmilliarden Darmbakterien die jedes scheissende Lebewesen täglich ausscheisst sollten gerettet werden können!

Einfach das Kacken verbieten!

ppq. so hat gesagt…

Gut, dass das so gut ankommt. die breite öffentlichkeit hat den unhaltbaren zustand viel zu lange geduldet

Gernot hat gesagt…

So lächerlich ist das nicht. In den westlich zivilisierten Ländern führt Insektenmangel schon zu Ernteausfällen. In China befruchten Heerscharen von Landarbeitern Kulturpflanzen künstlich, und die Resultate dieser Ersatzhandlung sind schlecht.
Ursachen des Mangels an der unteren Basis der ökologischen Pyramide sind wahrscheinlich weniger der indifferente, auszugleichende Verlust an schnellen Fahrzeugen als die Bekämpfung und das sinnlose Ausräumen der Landschaft, die Totpflege. Jeder Straßenrand wird ja heute in Englischen Rasen verwandelt.

Anonym hat gesagt…

Maisanbau verbieten , Brachland nicht mehr bewirtschaften ; Bäume pflanzen ; Zuwanderung stoppen und Entropieschleudern mit Hintergrund ( " isch brauch handy alder und isch brauch Pommes und isch brauch Konsum ) ausweisen

der Sepp

Anonym hat gesagt…

Bei den Jainisten, irgendwo gelesen, gibt es Tierheime für verletzte Insekten - die kommen mit einem Löffel voll Erde und drei Getreidekörnern hinter Gaze, weil Totklatschen bäh ist, und nach ein paar Jahren wird das Ganze als gar fruchtbare Gartenerde verklitscht.
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