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Mittwoch, 3. August 2016

Psychopathen: Wider den Rufmord

Denkmal für den unbekannten Psychopathen im mecklenburgischen Warin: Der Künstler Gerald Bornschein verfügte selbst über mehrere Persönlichkeiten.
Unfassbar viel Hass schwappte in den letzten Wochen über Menschen her, die psychisch krank oder geistig labil sind. Ihnen wurden Terroranschläge zugeschrieben, sie wurden als willenlos, gefährlich und haltlos gebrandmarkt. Doch Psychopathie muss nicht von Nachteil sein, haben jetzt Forscher der Uni Bonn herausbekommen. Psychisch Kranke sind häufig furchtlos und stressresistent, trotzdem erledigen sie oft jahrelang unauffällig ihre Arbeit. So profitiert die Gesellschaft von den Anstrengungen der Kranken.

Die Bonner Forscher suchten sich für ihre Studie Personen mit sogenannten hohen Psychopathie-Werten. Die gelten als besonders egoistisch, intrigant und sie sabotieren in Momenten psychischer Anfälligkeit skrupellos alles um sich her. dabei wirken sie unauffällig und sind in Momenten der Ruhe kaum zu identifizieren, weil es noch immer keine allgemeinen äußeren Merkmale gibt, anhand derer wachsame Mitbürger künftige Amokläufer erkennen können.

Die Bonner Studie, die im renommierten "Journal of Management" veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass manche Menschen mit psychopathischen Zügen bei ihrer Umwelt sogar als hilfsbereit und kooperativ gelten. Statt als abgebrüht, gefühlskalt, reuelos, unehrlich und impulsiv wahrgenommen zu werden, haben Menschen mit psychopathischen Zügen die Möglichkeit, sich bruchlos in die Gesellschaft einzufügen.

Denn "Psychopath" ist nicht gleich "Psychopath", wie Nora Schütte vom Institut für Psychologie der Universität Bonn erklärt. "Wir sprechen von unabhängigen Persönlichkeitsdimensionen", sagt sie. "Die erste davon bezeichnen wir als furchtlose Dominanz. Menschen mit diesem Charakterzug wollen sich durchsetzen, haben dabei keine Angst vor den Konsequenzen ihres Tuns und können sehr gut Stress aushalten." Diese primäre Psychopathie findet sich bei vielen hochrangigen Managern, vor allem aber auch in der Politik. Einsame Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen, es gibt keine Versuche, eine demokratische Legitimation auch nur zu suchen. Der Psychopath ist sich selbst genug, denn er weiß, er kann nicht irren.

Auf Kritik von außen reagiert er in einer zweiten Dimension. Diese ist geprägt von egozentrischer Impulsivität: Personen, die hier hohe Werte haben, fehlt es an inneren Bremsen. Ihre Selbstkontrolle ist also schwach, und sie nehmen deshalb auch keine Rücksicht auf andere. "Sie werden als sekundäre Psychopathen bezeichnet", erklärt Nora Schütte das Phänomen der nachrangigen psychischen Erkrankung bei Erhalt der Fähigkeit, nach außen völlig normal zu wirken.

Das gelingt vor allem psychisch Kranken, die neben ihrer hohen furchtlosen Dominanz auf ein Reservoir an Hilfsbereitschaft, Kooperativität und Nettheit zurückgreifen können. "Das sind Menschen, deren primäre Psychopathie mit ausgeprägten sozialen Fertigkeiten kombiniert ist", sagt Nora Schütte. Für Menschen mit einer hohen egozentrischen Impulsivität ergab die Studie ein ganz anderes Bild: Sie wurden von ihrer Umwelt durchweg als destruktiv im Umgang, wenig hilfsbereit und leistungsschwach bezeichnet - und zwar unabhängig von ihren Sozialkompetenzen. "Diese Personen mit hohen Werten in sekundärer Psychopathie haben also tatsächlich die postulierten negativen Auswirkungen auf ihr Arbeitsumfeld", betont Schütte. "Und zwar in einem viel stärkeren Ausmaß, als wenn wir beide Gruppen gemeinsam betrachten."

Die Forscher plädieren deshalb für ein Ende von Pauschalurteilen und für einen differenzierten Blick auf die Persönlichkeitsdisposition "Psychopathie". "Auch Personen mit ausgeprägten psychopathischen Zügen verhalten sich nicht zwangsläufig antisozial", sagt die Psychologin. Es komme ganz auf die Ausprägung der seelischen Erkrankung an. Aus Sicht der Experten ist deshalb schon der Begriff "Psychopathie" - so viel wie "Erkrankung der Seele" - irreführend.

 "Psychisch krank ist nicht gleich psychisch krank", sagen sie. So könnten Personen mit hoher furchtloser Dominanz im Alltag sogar selbstlose Helden sein oder Anführe, sie eignen sich als Lebensretter, Notärzte oder Kanzler. Egozentrische Impulsivität hingegen macht Menschen bei passender Gelegenheit gefährlich, denn sie empfinden ihre Umwelt häufig als Beleidigung. Dann komme es zur Eruption. Und zu den entsprechenden Schlagzeilen.


1 Kommentar:

Capt. hat gesagt…

JA das ist so. Es gibt Psychopaten und Psychopatisten. Unter letzteren sind die Psychopatsalafatisten zwar nur eine Randgruppe bilden aber mit den Psychopatwahadisten und den Psychopatshiisten dennoch eine Fundamentalpsychophatische Fundamentalgruppe die uns Sorgen bereitet.
Man darf nicht alles über einen Kamm scheren. Sonst ist das nicht mehr mein Land.