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Freitag, 7. April 2017

Medienphänomen: Der Boom der jungen Männer

Immer mehr junge Männer liefern den deutschen Medien spannenden Stoff.

Deutschland ändert sich, erfindet sich neu, wird vom Wohlstandsbauch Europas zu einem dynamischen Landstrich, in dem das Leben pulsiert. Wildes Land, aufgewacht aus einem langen Tagtraum, der geprägt war von Langeweile und dem Gedanken an den beständig nahenden Tod. Inzwischen ist Deutschland ganz anders als es Menschen in Erinnerung haben, die Städte und Gemeinden irgendwann zwischen 2000 und 2012 zum letzten Mal besucht haben. Spannender. Experimenteller. Und versehen mit geheimnisvollen Codes, die an die wunderbare Volkskunst der DDR-Bürger erinnern, die miteinander reden konnten, ohne je etwas Verbotenes zu sagen.

Ein Forscherteam um den renommierten Medienwissenschaftlers Hans Achtelbuscher vom An-Institut für Angewandte Entropie der Bundeskulturstiftung in Halle an der Saale hat jetzt die semantischen Folgen des "Flüchtlingszustroms" (Merkel) der letzten Jahre ausgewertet. Und dabei ein erstaunliches Phänomen entdeckt: Der"Boom der jungen Männer", wie es Achtelbuscher nennt. Seinen Daten zufolge (Grafik oben) ist der "junge Mann" in Form der Formulierung "junge Männer" heute bereits doppelt so häufig in Zeitungsschlagzeilen zu finden wie vor fünf Jahren. Das durchschnittliche Aufkommen an "jungen Männern" in den Medien hat sich seit 2004 sogar verdreifacht.

Nicht schlecht für ein Gemeinwesen, das unter Überalterung leidet, gerontokratisch regiert wird und im Grunde genommen seit zwei Jahrzehnten darauf wartet, von der Weltbühne abberufen zu werden. Katrin Göring-Eckhardt von den Grünen aber hatte es prophezeit: "Unser Land wird sich verändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf"!

Mit Recht. Wie ein Frischzellenkur auf das Vorkommen von "jungen Männern" in den Medien gewirkt hat offenbar die Einreise vieler Verfolgter, bei denen es sich häufig um junge, mobile Flüchtlinge handelt. Bevor der deutsche Presserat seine Regeln zur Berichterstattung über alltagsnahe Phänomene änderte, griffen viele Redaktionen bei der Berichterstattung über das Freizeitverhalten der Menschen, die noch nicht so lange in Deutschland leben, zu gerade noch erlaubten Umschreibung, es handele sich bei den hier Tätigen um "junge Männer".

Junge Männer randalieren, junge Männer prügeln sich, junge Männer belästigen Frauen, junge Männer greifen andere mit Reizgas an" und "junge Männer gehen unvermittelt auf Angriff über" (SVZ). Was gemeint ist, versteht jeder, gerade in einer alternden Gesellschaft, die aus sich selbst heraus nicht mehr in der Lage ist, sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen.

"Junge Männer", in der Vergangenheit deutschlandweit eine aussterbende Art, die der aus Borna stammende Social Engineering-Spezialist Jens Plotze in einer vielbeachteten Arbeit über "Strategien für die post-territoriale Welt" (Eichsack-Verlag Görzig) zudem als "Haupthindernis für den gesellschaftlichen Fortschritt" bezeichnet, stehen plötzlich an der Spitze einer Bewegung, die den Wandel vom langsam entschlafenden Gemeinwesen, dessen größtes Problem die Finanzierung der Pflege der Generation Rollator ist, zur frischen, flotten, quicken und bewegungsintensiven Abenteuergesellschaft vorantreibt.





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