Google+ PPQ: Richtungswahl: Warum die AfD ab Montag am Kabinettstisch sitzt

Freitag, 22. September 2017

Richtungswahl: Warum die AfD ab Montag am Kabinettstisch sitzt


Der gröbste Klotz, das schärfste Messer, das größte Geschütz, die dickste Titte.

Unter dem geht es nicht, wenn eine sichtlich bis ins Mark verunsicherte Phalanx aus den vier etablierten Bundestagsparteien gemeinsam mit den Stoßtrupps der führenden Kommentatoren gegen etwas ankämpft, das vorerst nur als dunkler Schatten über dem Land liegt. Die AfD, nach Forschungsergebnissen des "Spiegel" von Angela Merkel selbst gegründet, gilt in diesen Kreisen nicht als Ausdruck von Bedürfnissen, Fragen und Sehnsüchten eines Teils der Wählerschaft, von dem derzeit nur noch nicht ganz klar ist, wie groß er sein könnte. Sondern als aus sich selbst geborenes Unternehmen zur Verführung unserer Menschen zum Bösen:

Gäbe es diese Partei nicht, hätte Deutschland kein Problem mit Flüchtlingen.
Es ginge kein "Riss" (Welt) durchs Land und auch mit Europa, dem Euro, Griechenland, der Bildung und all den anderen Sachen wäre alles in Butter.
Das Klima würde sich erholen.
Der Mindestlohn könnte steigen und die Wirtschaft weiterbrummen.
Das Internet müsste nicht zensiert werden.

Dass die bis ins Absurde gedrehte Angstkampagne nicht mehr recht ziehen will, dass Beschimpfungen als "Pack" und "Mob" und menschenfeindliches Gesindel ebensowenig abschrecken wie der tägliche Versuch, dem Teufel die Maske vom Gesicht zu reißen, ja, dass sogar die schamlose Instrumentalisierung des Holocaust nicht verfängt - es sorgt für spürbar zunehmende Panik in Parteizentralen und Redaktionsstuben.

Aus Klagen wird Zetern. Warum tut niemand was! Angela Merkel, die Lieblingskanzlerin aller fortschrittlichen Menschen, verdiene die Abwahl, kreischt ein Kolumnist, der die Hamburgerin seit Jahren beharrlich aus dem Amt schreibt. Diesmal ist es, weil sie die Verantwortung dafür trage, "dass Nazis in den Bundestag einziehen werden". Und auch diesmal ist es vergebens: "Egal, wem man seine Stimme gibt, Merkel wird Kanzlerin bleiben", schreibt Jakob Augstein.

Und wieder einmal irrt er, gerade weil Merkel Kanzlerin blieben wird - eine Frau, die an den Fäden ihrer engsten Berater nie darum verlegen war, binnen Stunden alles zu ändern, was Menschen bis dahin für ihre Politik gehalten hatten. Atomausstieg, Energiewende, Überwachung der Bürger, Vergemeinschaftung der Schulden, Ehe für alle. Angela Merkel kennt keine Prinzipien, die schwerer wiegen als ihr Hauptziel: der Machterhalt.

Noch fehlen ihr 91 Tage, dann wird sie länger im Amt sein als Adolf Hitler. Zu Konrad Adenauer fehlen ihr dann noch 666 Tage, zum Rekord ihres früheren Mentors Helmut Kohl, der 5869 Tage amtierte, braucht sie noch 1395 Tage - die Wahlperiode hat 1460, es reicht also. Angela Merkel weiß das. Schon mit der AfD draußen auf der Straße hat Merkel ihre Politik nach und nach korrigiert und an dem ausgerichtet, was sie für den Schnittpunkt der Mehrheitsmeinung hält.

Keine offenen Grenzen mehr, kein Jubel über "Refugees", kein kokettieren mit der Rolle als Retter Europas. Merkel fallen solche Rollenwechsel leicht, denn war nie sie so naiv wie ihr Vize-Kanzler, der sich Buttons ans Revers heftete, die ihm heute wie alte Kackwindeln unter die Nase gehalten werden. Merkel würde heute keine Deutschlandfahne mehr von der Bühne werfen und sich zur Not sogar wieder die alte Schlandkette in den Nationalfarben umbinden. Ihre Politik des Ungefähren ("gut und gerne leben") sichert ihr maximale Handlungsfreiheit, die sie nutzt, sich eine maximale Zeitspanne an der Spitze von Partei und Staat zu sichern.

Der AfD spielt das in die Karten, weil die Partei weiß, wie Merkel zu packen ist:  Spürt sie eine Änderung der Stimmung im Volk und empfindet sie, dass es an einem bestimmten Punkt nicht mehr gelingt, gegen den Willen einer unbestimmten  Bevölkerungsgruppe zu regieren, reagiert sie nicht wie Gerhard Schröder, der trotzdem so weitermachte. Nein, Angela Merkel hat und Angela Merkel wird ihre Absichten stets nach deren Durchführbarkeit planen.

Die AfD sitzt so in den kommenden vier Jahren nicht nur im Bundestag. Sie wird mit am Kabinettstisch sitzen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Der Mindestlohn könnte steigen" -- LOL
Das wird in beiden Szenarien NICHT stattfinden!

Schoenes WE

Die Anmerkung hat gesagt…

Jetzt sind Münzfälscher sogar in der staatlichen Münze tätig.

https://twitter.com/JanoschDelcker/status/910405310749298688

Was sonst noch passierte?

Außenminister Sigmar Gabriel hat einen Posten beim russischen Öl-Konzern Rosneft auf Nachfrage von „Spiegel Online“ nicht ausgeschlossen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Ist die Umsetzung vom Kohlschen Hades-Plan in Gefahr?

Merkel zaubert Hooton-Plan aus dem Ärmel.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=443428

Gerry hat gesagt…

Für solche positionsbestimmenden und gleichzeitig richtungsweisenden Beiträge lieben wir ppq, ich zumindest. Auf den Punkt gebracht, die richtige Tonlage und messerscharf die Verhältnisse ausgelotet.

Genial wie der grösste Kritikpunkt an Frau Merkel, nämlich ihre opportune Beliebigkeit, als beste Angriffsmöglichkeit dargestellt wird. Die AFD als Ramme, um die Stimme des Volkes mitten in die Partyveranstaltung des Bundestages zu tragen. Keiner will mehr die rotgrünen Jammerlappen hören, oder das Windei Lindner. Nein, sondern wir wollen Leute wie Stefan Brandner am Pult sehen, die die Ergüsse einer Nahles oder einer Roth rechtslinks um die Ohren hauen. Falls Letztgenannten nach dem Sonntag noch anwesend sein werden...

Und Frau Merkel wird reagieren müssen...

Auf einen spannenden Sonntag mit viel Kreischen und Untergangsstimmung im Medien-Politik-Kartell.

Anonym hat gesagt…

Die afd sitzt doch schon am Kabinettstisch oder hat der Autor die letzten Beschlüsse zur asylgesetzgebung vergessen?

Anonym hat gesagt…

Ich finde, die Heimsuchung aus der Uckermark sollte besser in Flammen aufgehen. Beim Urteil für sie und ihre Afterkriecher halte ich mich übrigens streng an die Scharia. Dernach ginge übrigens ein Gutteil der Journaille der Zunge verlustig, ein ziemlich scheußlicher Akt. Und den Bütteln in den Ämtern würden die Schmiergriffel abgehackt und wenn ich es richtig interpretiere, den Merkel-Freislers das Gekröse entfernt und ihre Brut der experimentellen Forschung überantwortet, nachdem Tierversuche out sind und Frauinnen zu "Erlebenden" gekürt sind.
Endlich hat die Langeweile Göring-Eckardts ein Ende!

Immo Sennewald hat gesagt…

Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfte ich mich für die sehr, sehr anziehende junge Dame anstelle des Herrn entscheiden, der in Deutschland verbotene, verfassungswidrige Symbole herzeigt. Das hat aber nix mit dem Bundestag zu tun - oder? Werde ich hier mal wieder auf irgendein politisches Glatteis geführt, wo ich mich entweder als Nazi oder Sexist abgestempelt sehe?
Komme ich aus der Falle nur heraus, wenn ich mich als LSBTTIQ oute? Und darf ich dann Nazi sein?
Das ist alles sehr verwirrend - jetzt weiß ich immer noch nicht, was ich tun muss, um ein Date mit der schönen Maid zu bekommen und Frau Merkel als Kanzlerin loszuwerden.

Anonym hat gesagt…

Aha, da wird jetzt mit der alten „Zuckerbrot-versus-Peitsche“-Polemik operiert. – Natürlich wird ein pöööser Mann mit Hakenkreuzbinde mit maliziösem Blick, gegen eine dralle, pralle Nackte als hyper-aktraktives Kontrastprogramm offeriert, wissen sie doch dass vor allem Männer sich als in der linskgrünmukufemi-istischen Lügen-Matrix immer dekonstruierter, diffamierter und angefeindeter, deutlich AfD-affiner zeigen. – Ein billiger Appell an insinuierte männliche Triebhaftigkeit, mit deren Hilfe diese „Triebtiere“ v. den „poööösen Nazi-Verführern weggelockt werden sollen.–
Das ist ganz das zu erwartende Niveau der „Lügen-Matrix-Dirigenten“, denen auch nicht der schäbigste Dummfug zu blöd ist, um Stimmungsmache auf unterstem Level zu betreiben.