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Dienstag, 3. Oktober 2017

Tag der deutschen Einheit: Und immer ist der Osten schuld


Es ging gleich wieder los, nach der Bundestagswahl, im immergleichen Ton: Dieser Osten! Diese Uneinsichtigkeit! 15 Millionen Halbwilde, gerade erst erretttet und aufgepäppelt mit Flensburger, Friedrichshavener und Frankfurter Geld, die uns mit ihren Hakenkreuzchen auf dem Wahlzettel die ganze schöne Demokratur kaputtmachen. 20 Prozent für die Feinde der offenen Gesellschaft, für die Ablehner von Latte Macchiato, Mate-Tee und Sushibars. Wo könnte Deutschland stehen, hätte es nie eine Vereinigung gegeben?

Ost gegen West


Was Nord gegen Süd gewesen ist, wird wieder Ost gegen West. Dass die ostdeutschen Wähler das so vielbeklagte AfD-Ergebnis um ganze 1,5 Prozent verbessert haben, die westdeutschen Wähler also allemal den Löwenanteil des AfD-Erfolges zu verantworten haben - man muss nicht draufrumreiten. Vier Millionen im Westen haben die "Nazis" (Sigmar Gabriel) gewählt. Und nur 1,7 Millionen im Osten. Aber seis drum. Lieber den Osten bashen wie noch jedes Mal. Und nach "Ursachen" suchen, wo nur Gründe sind. Kurz hin, mit dem Fotografen im Gepäck. Kurz umschauen, Gespräch mit dem Bürgermeister. Und ab zurück. Oder gleich vom Büro aus urteilen.

Herausgepurzelt kommen lauter neue Oststudien wie die von Ines Gleicke, lauter Ferndiagnosen, die das Problem nicht erklären, sondern immer schlimmer machen. Die Absatzgebiete im Osten, aus dem tiefen, tiefen Westen gesehen sind sie eine Art Afrika, bewohnt von primitiven Primaten, über deren Motive man sich keinen Illusionen hingeben darf: Sie sind männlich, alt, weiss, ungebildet, ungepflegt und wegen Mädchenmangel latent untervögelt.

Honeckers Kinder, latent untervögelt


Die Sozialisierung unter Honecker, der ewiggestrige Wunsch nach einer eigenen Identität sowie ein "irrationales Gefühl der Benachteiligung etwa bei der Vermögensbildung, den Durchschnittslöhnen und der Vertretung in Regierungen, Aufsichtsräten und Konzernvorständen", nur weil dort nirgendwo Ostdeutsche vorkommen, lassen Ostdeutsche immer öfter zu rechtsextremistischen Feinden der Demokratie werden.

Wenn jeder sechste Deutsche (16 Prozent) die „Merkel muss weg“-Rufe unterstützt, wie es in einer Studie heißt, dann müssen in der ehemaligen DDR jetzt fast 19 Millionen Menschen leben, wenn es die Ossis sind, die hier zetern, als seien sie bei der Hasspredigerin Andrea Nahles in die Lehre gegangen. Dabei unterscheiden sich West und Ost nicht signifikant, sobald es ans Lesen des Kleingedruckten geht: 16 Prozent der Wähler im Westen wollen Merkel scheitern sehen, 18 Prozent sind es im Osten.  Eine Differenz im Schwankungsbereich üblicher Messfehler.


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Der Östen iss offenbarly ein klares Indiz dafür, dass es auch in den humanoiden Birnen, analog zu ferromagnetischen Stoffen, einen starke Hysterese- Effekt gibt.- So muss eben bei der "Ummagnetieserung" durch "westlich-amerikanisch-atlantische-dämo-k-rattisches" Hirnwasch-Magnetfeld mehr "Energie" aufgewendet werden, als es die Diskurshoheiten/Dressureliten/PC-Hohepriester v. ihren, ihnen schon seit 70 Jahren aus der Hand fressenden, West-Schafsnasen gewohnt sind.